Der Mercedes-Benz Typ 500 K zählte zu den Spitzenmodellen von Daimler-Benz und galt damals als das edelste Auto Deutschlands. Bestückt mit einem von Hans Nibel entwickelten ohv Reihenachtzylindertriebwerk, das über einen gewaltigen Hubraum von 5018 ccm verfügte, mit einem Roots-Kompressor ausgestattet war, mit eingeschaltetem Kompressor gut 160 PS (sonst 100 PS bei 3400 U/min) leistete und das Fahrzeug auf 160 km/h Höchstgeschwindigkeit brachte, trat er 1934, nachdem 1933 bereits mit dem Typ 380 ein kleineres Modell dieser Art herausgebracht worden war, in gewisser Weise die Nachfolge der SS,- und SSK-Modelle an. Ein äußeres Erkennungsmerkmal auch des 500 K (Kompressor) waren die sichtbaren, verchromten Kompressorrohre, die eigentlich nur ein nettes Designelement denn einen echten Nutzen darstellten
Die neuen Kompressortypen sollten zwar die ruhmreiche Tradition der siegesverwöhnten Mercedes-Benz SS und SSK-Typen in eine modernere Form transferieren, waren aber allein wegen ihres größeren Gewichts und ihrer ausgesprochen luxuriösen Ausstattung keine reinen Sportler sondern weit eher noble Tourenwagen mit hoher Leistungsfähigkeit, gutem Fahrkomfort und dem Auftrag zum Repräsentieren. Auf dem Zentralkastenrahmen vieler 500 K waren sportlich-elegante Karosserien aufgebaut, wovon etliche von renommierten Karosseriehäusern stammten. Das Werk selbst bot komplett ausgestattete Fahrzeuge an. Es gab den in 342 Exemplaren gebauten 500 K auf kurzem (2980 mm) oder auf langem Radstand von 3290 mm. Auf letzterem waren ein Coupé mit 5,2 m Länge, ein großer Roadster, das Stromlinien-Coupé Autobahn-Kurier, die Limousine und der Tourenwagen sowie die drei Cabriolet-Typen A, B und C aufgebaut. Das kurze Fahrgestell war dem Spezial-Roadster und dem Sportcoupé vorbehalten. Einige Versionen waren mit zurückversetztem Motor samt Kühler und Antriebseinheit auf dem langen Radstand aufgebaut und verfügten über ähnliche Platzverhältnisse, wie die Versionen auf kurzem Radstand.
Den ohv Reihenachtzylindermotor kannte man bereits aus dem 1930 vorgestellten „Großen Mercedes“ Typ 770, für den Chefkonstrukteur Hans Nibel die neue Motorarchitektur entwickelt hatte. Im 500 K besaß der Motor einen Hubraum von 5 l
Die im Zylinderkopf hängenden Ventile des Reihenachtzylindermotors wurden über Stoßstangen und Kipphebel betätigt. Die Kurbelwelle war neunfach gelagert und mit einem Schwingungsdämpfer versehen. Der Nockenwellenantrieb erfolgte über relativ leise laufende Stirnräder. Der hauseigene Doppelvergaser verfügte über eine Beschleunigungspumpe, über eine regulierbare Vorwärmung und Geräuschdämpfung. Der zuschaltbare Kompressor wurde durch schrägverzahnte Stirnräder angetrieben und durch eine im Ölbad laufende Lamellenkupplung eingeschaltet.
Der 500 K besaß ein neues Fahrwerk und gute Fahreigenschaften
Das Fahrzeug war, wie schon der kleinere Typ 380, mit einer vorderen Einzelradaufhängung an Doppelquerlenkern und Schraubenfedern ausgestattet. Hinten gab es eine Pendelachse mit doppelten Schraubenfedern. War der Kompressor nicht eingeschaltet, bewegte sich das 2,3 Tonnen schwere Fahrzeug eher moderat. Wenn aber beim Durchtreten des Gaspedals der Kompressor eingeschaltet wurde, konnte der 500 K unbändige Kräfte mobilisieren und Steigungen mühelos in hohem Tempo hochsprinten. Das typisch heulende Geräusch, das der Kompressor dabei machte, war unverkennbar.
Das abgebildete zweitürige und viersitzige Cabriolet B war mit einer ansprechend gestalteten, hauseigenen Karosserie bestückt
War ein Mercedes-Benz 500 K und später 540 K mit einem Preis um die 22000 Reichsmark bereits 1936 für die meisten Menschen unbezahlbar, so hat sich daran auch heute wenig geändert, denn auch heute kosten diese Luxusfahrzeuge astronomische Summen, wenn man denn überhaupt eines findet, das zu verkaufen wäre. Am teuersten war damals wie wohl auch heute der Spezial-Roadster. Vom Modell 500 K wurden 342 Stück hergestellt, vom Modell 540 K (etwas größerer Motor) 419 Stück.
Technische Daten Mercedes-Benz 500 K
Motor: ohv Reihenachtzylinder
Hubraum: 5018 ccm
B x H: 86 x 108 mm
Leistung: 100/160 PS bei 3400 U/min
Verdichtung: 1: 5,5-6,5
Vergaser: hauseigener Steigstrom-Doppelvergaser
Höchstgeschwindigkeit: mit Kompressor ca. 160 km/h
Getriebe: Vierganggetriebe (4.Gang-Schnellgang)
Kupplung: Einscheibentrockenkupplung
Radaufhängung vorn: Doppelquerlenker, Schraubenfedern
Radaufhängung hinten: Pendelachse, Doppelschraubenfedern
Lenkung: Schraubenspindel
Bremsen: hydraulische Trommelbremsen
Handbremse: mechanisch auf die Hinterräder
Chassis:Kastenpresstahl-Niederrahmen
Gewicht: ca. 2300 kg
Karosserie: Cabriolet B
L x B x H: 5200 x 1880 x 1630 mm
Räder: Drahtspeichenräder
Preis: Cabriolet B-22000 RM
Stückzahl: insgesamt 342 Ex.
Bauzeit: 1934-1936 insgesamt; Cabriolet B 1935-1936