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Das Automuseum Melle gGmbH „Geschichte auf Räder“ öffnet wieder ab dem 15.01.2022, zunächst samstags und sonntags von 11 Uhr bis 18 Uhr.
Als Dankeschön für die vielen treuen Besucher mit einer Sonderausstellung – Das Kleine Wunder – Die Geschichte der fast vergessenen DKW

Das Kleine Wunder - Die Geschichte der fast vergessenen DKW

Die neue Sonderausstellung des Automuseums Melle „Geschichte auf Rädern“ beschäftigt sich mit der aufregenden Geschichte einer bedeutenden deutschen Firma, die in der Gefahr schwebt, langsam vergessen zu werden, obwohl sie doch mit vielen ihrer Pionierleistungen heute noch in den Produkten unserer Zeit präsent ist.

Alles begann mit einem Dampf-Automobil, das der Däne Jörgen Skafte Rasmussen während des 1. Weltkriegs in seiner kleinen Firma, in der er Armaturen für Dampfmaschinen produzierte, für die deutsche Regierung entwickelte. Der 1. Weltkrieg war zu Ende, bevor der Dampf-Kraft-Wagen richtig lief und das Projekt wurde 1921 eingestellt. Was aus dieser Periode übrigblieb, war das später so berühmte Zeichen DKW.

Durch geschickte Erweiterungskäufe hieß die Firma mittlerweile „Zschopauer Motorenwerke“, und man experimentierte mit einem Stationär Motor und einem Fahrrad-Hilfsmotor auf der Basis eines Zweitakt-Spielzeugmotors „Des Knaben Wunsch“. Rasmussen montierte eine Version davon auf den Gepäckträger eines Fahrrades und erfand zugleich wieder eine neue Deutung für die 3 Buchstaben:  Das Kleine Wunder.

Es dauerte nicht lange, bis man das Erfolgsrezept in Form preiswerter und zuverlässiger Motorräder entdeckte, konsequent ausbaute und DKW schnell zum größten Motorradhersteller der Welt wurde. Die sächsische Staatsbank drängte Rasmussen 1929 zur Übernahme der maroden Audi-Werke in Zwickau. Im alten Zwickauer Audi-Werk begann man, hochmoderne Frontantriebs-Fahrgestelle mit aus Berlin zugelieferten Holzkarosserien und den in der Motorradfabrik Zschopau gebauten 2 Takt-Motoren zu komplettieren. So entstand erstmalig in der Welt ein Großserien-Frontantriebswagen!

Während der Weltwirtschaftskrise wurde im Juni 1932 die sächsische Fahrzeugindustrie mehr oder weniger zwangsweise mit den Firmen DKW, Horch, Audi und Wanderer zur Auto Union zusammengeschlossen und entwickelte sich in der NS-Zeit zur zweitgrößten deutschen Autofirma (nach Opel). Staatlich subventionierte Auto-Union Rennwagen und Horch als größter deutscher Prestige-Wagen-Hersteller machten die sächsische Firma weltweit bekannt. Mit dem von Hitler bevorzugten Volkswagen (KdF-Wagen) zeigten sich bald drohende Wolken am Horizont, aber die DKW Konstrukteure reagierten mit einer neuen Karosserie mit unerreicht niedrigem Luftwiderstand, wahlweise in Kunststoff oder Blech, einem neuem 3-Zylinder Motor mit optimierten Strömungsverhältnissen und höhere Leistung.

All das war dann 1945 Geschichte: Alle Werke wurden von der Sowjet-Union demontiert und alle DKW Patente galten als Kriegsbeute. Den zu der Zeit Verantwortlichen Dr. Bruhn und Dr. Hahn gelang gerade noch rechtzeitig der Absprung in den Westen. Mit Tatkraft und Mut wagten sie einen Neubeginn in Ingolstadt. Die bisher so erfolgreiche DKW RT 125 war der naheliegende Beginn. Gleichzeitig entstand ab 1949 mit Beginn des Wirtschaftswunders ein völlig neuartiges kleines Nutzfahrzeug, dessen Konzept heutige Lieferwagen-Konstruktionen vorwegnahm.

Der erste Großauftrag für die Nachkriegs-DKW kam von der wieder entstehenden Bundeswehr: Ein Geländewagen mit permanentem Allradantrieb und Einzelradaufhängung. Der MUNGA erwies sich in strengen Vergleichstests allen Konkurrenten überlegen und wurde so zum am längsten gebauten Zweitakter der Autounion. Die neuen PKW entstanden in den frühen 50er Jahren zunächst in Düsseldorf und wurden wegen ihrer brillanten Fahreigenschaften sehr schnell zu Liebhaberfahrzeugen mit unzähligen Sporterfolgen.

Der ab 1958 neue Mehrheitsaktionär Daimler-Benz läutete für die Auto-Union eine neue Epoche ein und verpflanzte kurzerhand einen Viertaktmotor in den letzten modernen DKW F 102 und machte ihn damit zum ersten AUDI. Letztendlich verkaufte Mercedes ab Ende 1964 peu a peu an die Volkswagen AG und dieser baute die Auto-Union abschließend zur Audi AG um.

Mit der aktuellen DKW- Sonderausstellung des Meller Automuseums wird automobile Geschichte wieder einmal eindrucksvoll und anschaulich „erfahrbar“ gemacht und macht das Museum zu einem Publikumsmagneten weit über die Meller Grenzen hinaus. So gibt es in der aktuellen DKW-Ausstellung unter anderem auch den Rekord-Wagen „Monza“ und das von Wilhelm Karmann gefahrene 3=6 Cabrio zu bestaunen.

Ein Besuch wird somit immer wieder zu einem neuen Erlebnis und lädt förmlich zur weiteren ausführlichen Erkundung des Museums und seiner besonderen und einmaligen Exponaten ein.

Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten zu bestaunen.

Welche Coronaregeln gelten aktuell im Museum?

Für den Besuch im Automuseum gilt aktuell die 2G-Regel, da die maximale Personenkapazität im Museum auf 40 reduziert ist.

Bitte legen Sie an der Kasse einen Impf- bzw. Genesenennachweis vor, zuzüglich ein Ausweisdokument. Die Zweitimpfung muss mindestens 14 Tage her sein.
Das Tragen einer FFP2-Maske, KN 95 oder eines gleichwertigen Schutzniveaus ist im Museum Pflicht.
Die Kontaktdaten werden per Formular oder Luca-App erfasst.
Eine Anmeldung für Ihren Museumsbesuch ist nicht notwendig.

Garage der Erinnerungen - das Automuseum Melle

Hinter der Fassade einer denkmalgeschützten Fabrik können Sie die Geschichte des Automobils auf ungewöhnliche Weise entdecken: Das Automuseum Melle präsentiert auf drei Etage über 200 Fahrzeuge aus aus verschiedenen Epochen des Automobilbaus.

Das Besonderes unseres Museums ist jedoch das Konzept: Alle unsere Exponate sind fahrbereit und werden auch noch regelmäßig genutzt. Das macht unsere Ausstellung so lebendig, dass Sie bei jedem Besuch etwas neues entdecken können.

Besuchen Sie uns und erleben die Geschichte des Automobils in der Garage der Erinnerungen.

Ein ungewöhnliches Konzept

Technische Güter müssen regelmäßig benutzt werden, wenn man sie für die Zukunft erhalten will. Die im Museum ausgestellten Fahrzeuge sind funktionsfähig und werden regelmäßig benutzt. Viele Leihgeber haben dafür ihre besten Schätze zur Verfügung gestellt. Das Meller Automuseum zeigt stets 200-300 Fahrzeuge.

Geschichte auf Rädern

Der Name ist Verpflichtung, nicht nur wichtige Beispiele aus der Technik- und Designgeschichte des Automobils zu zeigen, sondern ebenso die immensen Auswirkungen dieser Erfindung auf das Leben der Menschen zu verdeutlichen.

Unsere Öffnungszeiten

Das Automuseum Melle ist derzeit nur am Wochenende geöffnet!

Montag - Freitag:geschlossen
Samstags + Sonntags:11:00 - 18:00 Uhr

Für den Besuch im Automuseum gilt die 2G-Regel, da die maximale Personenkapazität im Museum auf 40 reduziert ist.

Das Tragen einer FFP2-Maske, KN 95 oder eines gleichwertigen Schutzniveaus ist im Museum Pflicht.