Der Dino 246 GT ist ein von 1969 bis 1974 gebauter und mit einem V-Sechszylindertriebwerk ausgestatteter Sportwagen von Ferrari, der zur klaren Abgrenzung zu den Zwölfzylinder-Luxussportwagen von Ferrari unter dem Dino-Markenlogo angeboten wurde
Enzo Ferrari wollte die Sechszylindermodelle deutlich von den Zwölfzylindermodellen unterschieden wissen und schuf daher für die kleineren und preiswerteren Sechszylinder,- und später auch Achtzylindermodelle die Marke Dino.
Diese Marke war eine Reminiszenz an Enzo Ferraris früh verstorbenen Sohn Dino, der an einem von Vittorio Jano 1956 entwickelten Formel 2-Sechszylindertriebwerk mitgearbeitet hatte, das der Urahn der langen Reihe von Sechszylindertriebwerken aus dem Hause Ferrari werden sollte
Der Marken-Schriftzug war der Unterschrift Dino Ferraris nachempfunden. Die Farbe Gelb erinnerte an Ferraris Firmensitz Modena, dessen Stadtwappen diese Farbe trägt. Trotz des eigenen Markennamens wurden die kleineren Fahrzeuge des Konzern letztendlich landläufig doch eher Ferrari Dino als nur Dino genannt.
Der Dino 246 GT baute auf dem ersten serienmäßigen Sechszylindermodell, dem Dino 206 GT auf. Allerdings war beim 246 das Chassis länger, der Motor größer und es wurde weit weniger Leichtmetall eingesetzt
Das Triebwerk des 246 GT war mit 2,4 l Hubraum,- die Ziffer verweist auf 2,4 l Hubraum und sechs Zylinder-, größer als das des 206 GT. Es leistete 195 PS und brachte den vom Karosseriehaus Pininfarina und dessen Designer Aldo Brovarone elegant geformten Zweisitzer auf eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Der V-Sechszylinder, der wie beim 206 als Mittelmotor hinter den Sitzen platziert war, bestand nun allerdings nicht mehr aus Aluminium, stattdessen waren die Motorblöcke nun aus Stahl gefertigt. Auch die Karosserie war nicht mehr komplett aus Aluminium, lediglich die Hauben und Türen bestanden aus Leichtmetall. Ab 1970 wurden dann nur noch die Hauben aus selbigem gefertigt.
In der Bauzeit von 1969 bis 1974 entstanden drei Entwicklungsstufen des 246 GT
Bis August 1970 wurde die L-Serie gebaut. Danach kam bis zum Frühjahr 1971 die M-Serie. Sie unterschied sich vom Vorgänger durch einige Änderungen an der Karosserie und am Getriebe. So war die Rückfahrleuchte nun mittig unter dem Kennzeichenhalter platziert. Außerdem gab es Cromodora-Felgen mit fünf Radbolzen statt der Zentralverschlussfelgen und die Rahmen der Dreieckfenster an der A-Säule waren nun mattschwarz. Die Kopfstützen befanden sich nicht mehr an der Rückwand, sondern auf den Sitzen und das Getriebe hatte man modifiziert. 1971 kam als letzte Entwicklungsstufe die E-Serie, die am häufigsten produziert wurde. Sie bekam ein komplett neu entwickeltes Getriebe und eine leicht veränderte, strömungsoptimierte Frontpartie. Außerdem hatte man die Scheibenwischer nun parallel angeordnet und nicht mehr ineinander greifend wie zuvor.
Einer der wichtigsten Märkte für Sportwagen waren die USA
Daher gab es den Dino 246 GT ab Ende 1971 auch als US-Ausführung mit Abgasreinigungsanlage, Zusatzblinker und Reflektoren. Da vor allem amerikanische Händler eine offene Version forderten, stellte Ferrari 1972 die bald sehr beliebte, auf der E-Serie basierende Targa-Variante 246 GTS vor, von der circa 1274 Exemplare entstanden. Die drei Serien des 246 GT kamen insgesamt auf 1868 Exemplare.
Weithin bekannt machte den Dino 246 GT eine britische TV-Serie
In der Serie „The Persuaders“, die hier unter dem Titel „Die Zwei“ ausgestrahlt wurde, fuhr der von Tony Curtis dargestellte Playboy Danny Wilde einen roten 246 GT der L-Serie.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: 65° V-Sechszylinder, Mittelmotor, obenliegende Nockenwellen
Hubraum: 2418 ccm
B x H: 92,5 x 60 mm
Verdichtung: 9:1
Leistung: 195 PS bei 7600 U/min
max. Drehmoment: 213 Nm bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: ca. 240 km/h
Beschleunigung: von 0 auf 100 km/h in 7 sec.
Vergaser: drei Weber-Fallstrom-Doppelvergaser
Vorderachse: Querlenker, Schraubenfedern, Stabilisator
Hinterachse: Querlenker, Schraubenfedern, Stabilisator
Antriebsart: Hinterradantrieb
Getriebe: Fünfganggetriebe
Kupplung: Einscheiben-Trockenkupplung
Rahmen: Gitterrahmen
Karosserie: Stahlblechkarosserie, Fronthaube aus Aluminium
Bremsen: Scheibenbremsen
Radstand: 2340 mm
Gewicht: 1080 kg
L x B x H: 4230 x 1700 x 1115 mm
Bauzeit: 1969 – 1974
Stückzahl: ca. 1868 Ex. ( alle drei Serien)