Mit der aus der Zündapp Falconette entwickelten Zündapp KS 50 in all ihren Variationen und kleineren Ablegern brachte das seit Anfang der 50er Jahre in München residierende, renommierte Motorrad,- und Kleinwagenunternehmen, das bereits 1917 von Fritz L. Neumeyer zusammen mit einigen Partnern in Nürnberg gegründet wurde, einen echten Überflieger in der „Schnapsglas-Klasse“, wie die Klasse der Zweiräder mit 50 ccm Hubraum gerne landläufig genannt wurde, heraus. Eine Variante, die C50 Sport war ein besonders begehrenswertes Modell
Die von 1969 bis 1975 gebaute C50 Sport gab es fahrtwindgekühlt als Typ 517-21 L0 und gebläsegekühlt als Typ 517-02L5. Der Motor leistete in jedem Fall 3 PS bei 4900 U/min und brachte das Zweirad auf eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Ausgestattet war die chice kleine C50 Sport mit einem Zentralrohrrahmen samt angegossenem Leichtmetall-Heck (Druckgußtechnik). Der Einzylinder-Zweitaktmotor war bei der 517-21 fahrtwindgekühlt, arbeitete mit Flachkolben und Umkehrspülung und besaß einen Leichtmetall-Zylinderkopf. Gestartet wurde das Kleinkraftrad mit einem Kickstarter. Ganz wie bei den Großen wurde das Dreiganggetriebe (Ziehkeilgetriebe) über eine Fußschaltung betätigt. Als Sonderausstattung wurden für das Modell Sturzbügel, ein Beinschild, Gepäckträger und Packtaschen angeboten.
Ab 1967 dominierte der Typ 517 die breite Zündapp Leichtkraftrad und Kleinkraftrad-Palette und so auch die 1969 herausgebrachte C50 Sport. Der Typ 517 zeichnete sich durch einen niedrigeren und gestreckteren Rahmen aus. Es waren Modelle mit Gebläsekühlung und Modelle mit Fahrtwindkühlung darunter. 6 PS-Modelle waren mit Fünfganggetriebe und 3 PS-Modelle mit Dreiganggetriebe ausgestattet
Die Technik der Zündapp-Modelle war ausgefeilt, sehr zuverlässig und sporterprobt. Das waren natürlich auch gute Voraussetzungen für den Export, und so fanden die kleinen Zündapps, wie ihre großen Brüder, auch im Ausland so einiges Interesse. Mitte der 70er Jahre ging es dann aber doch langsam bergab, denn das Zündapp-Programm war in die Jahre gekommen und es fehlte an wirklich frischen technischen Entwicklungen. Denn auch bei den kleinen Modellen brach langsam die Zeit der Scheibenbremsen, Druckgussrädern und Kunststoffverkleidungen an. Diesen Trend hatte Zündapp ein wenig verschlafen. 1984 schloß das Traditionsunternehmen die Tore und wurde nach China verkauft.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: fahrtwindgekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor mit Leichtmetallzylinderkopf, hartverchromt
Hubraum: 49 ccm
B x H: 39 mm x 41,8 mm
Verdichtung: 8,5:1
Leistung: 2,9 PS bei 4900U/min
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Vergaser: Bing-Vergaser
Zündung: Bosch Schwunglicht-Magnetzünder 6 V/24 W
Getriebe: Dreiganggetriebe, fußgeschaltet
Kupplung: Mehrscheibenkupplung im Ölbad
Rahmen: Zentralrohrrahmen mit angegossenem Leichtmetall-Heck
Vorderradaufhängung: Telegabel
Hinterradaufhängung: Schwinge mit hydraulisch gedämpftem Federbein
Bremsen: 120mm-Trommelbremsen
Tankinhalt: 11,25 l ab 1970
Gewicht: 80 kg
Radstand: 1240 mm
L x B x H: 1920 x 570 x 970 mm
Sitzhöhe: 770 mm
Preis: ca. 1325 DM (1970)
Farbgebung: brilliant-blau, racing-rot, speed-orange, goldbeige
Bauzeit: 1969-1975 Modell C 50 Sport Typ 517-21 L0