Als General Motors sich ab 1971 an dem japanischen Unternehmen Isuzu beteiligt hatte, brachte Isuzu das in Teilen auf dem Opel Kadett C basierende Modell Gemini heraus. Der kompakte Gemini, der in anderen Märkten auch unter anderem Namen angeboten wurde und den es in Deutschland nur bis 1990 zu kaufen gab, wurde streng genommen in drei Generationen von 1974 bis 1993 von Isuzu gebaut. Er verfügte über leistungsstarke 1,6 bis 1,8 l ohc oder dohc- Reihenvierzylindermotoren. Zwei noch darauf folgende Generationen entstanden bis 2000 bei Honda und waren im Grunde Honda Domanis
Japans kleinster und zweitältester Automobilhersteller Isuzu sollte eigentlich später in den USA hauptsächlich für seine SUVs und LKWs bekannt werden. Das bereits 1916 gegründete japanische Unternehmen, das sich ab der späten 40er Jahre Isuzu nannte, entwickelte nicht viele eigene Konstruktionen, sondern konzentrierte sich oft auf die Produktion und Verfeinerung von Fremdentwicklungen. Anfangs entstanden bei Isuzu Autos in Lizenz des britischen Herstellers Wolseley, dann von Crossley Motors lizensierte Panzerwagen und den von Rootes lizensierten Hillman Minx bis es schließlich zu einer Kooperation mit GM kam. Ab den 70er Jahren entstand in Zusammenarbeit das PKW-Modell Gemini, auf das dann auch sportliche Modelle wie der Piazza/Impulse aufbauten. Die erste Generation des Gemini sah dem Opel Kadett recht ähnlich und entstand auf GMs T-Plattform (selbsttragende Karosserie, Frontmotor, Heckantrieb). Die zweite Generation (1985 bis 1990), die auf der GM-Plattform R aufgebaut war, besaß hingegen einen Frontantrieb und eine vordere Radaufhängung an MacPherson-Federbeinen sowie eine Starrachse mit Längslenkern, Panhardstab und Schraubenfedern hinten.
Für das Design der zweiten bis 1990 gebauten Generation des Isuzu Gemini, zu der auch der abgebildete GTI zählt, zeichnete Giorgetto Giugiaro verantwortlich. Die Formgebung erinnerte ein wenig an das ebenfalls von ihm entworfene Isuzu Fließheck-Sportcoupé Piazza, das in den USA als Impulse vermarktet wurde
Angeboten wurde der Gemini als Stufenheck und als Schrägheck-Limousine. Den sportlichen GTI gab es mit dem dynamischer wirkenden Fließheck.
Einige Motoren und Fahrwerke der zweiten Gemini-Generation waren von Lotus beeinflusst. GM hielt in den 80er Jahren auch Anteile an diesem englischen Sportwagenhersteller
Lotus hatte einen Motor des Gemini II überarbeitet, der nun zwei obenliegende Nockenwellen besaß und ursprünglich für den Lotus Elan M100 konzipiert war. Dieses dohc-Triebwerk mit 1588 ccm Hubraum verfügte über Vierventiltechnik und über eine Leistung von anfangs 130 und später 135 PS. Im ab 1989 in Deutschland angebotenen GTI leistete das Triebwerk 115 PS und beschleunigte die Fließhecklimousine in knapp 9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Ausgerüstet war der GTI mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe. Auch sein sportliches Fahrwerk war von Lotus optimiert und besaß straffere Stoßdämpfer, weichere Federn und größere Stabilisatoren.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: dohc Reihenvierzylinder, 16 Ventiler
Hubraum: 1588 ccm
B x H: 80 x 79 mm
Leistung: 115 PS bei 7200 U/min
max. Drehmoment: 130 Nm bei 4800 U/min
Beschleunigung: ca. 9 sec. von 0 auf 100 km/h
Höchstgeschwindigkeit: ca.190 km/h
Getriebe: Fünfgangschaltgetriebe
Antriebsart: Vorderradantrieb
Karosserie: selbstragende Stahlblechkarosserie
Vorderradaufhängung: MacPherson-Federbeine, Querlenker, Stabilisator
Hinterradaufhängung: Starrachse, Längslenker, Panhardstab, Schraubenfedern
Bremsen: belüftete Scheibenbremsen
Radstand: 2400 mm
Gesamtmaße: 3995 x 1615 x 1380 mm Fließheck
Leergewicht: 950 kg
Verbrauch: ca. 10 l auf 100 km
Stückzahl: 748216 Ex. zweite Generation komplett
Bauzeit: 1985-1990 zweite Generation