Der Spezialfahrzeughersteller Faun (Fahrzeug-Fabriken Ansbach und Nürnberg) hatte ab 1957 den kleinen Schnelllaster F24 im Programm, der anfangs vor allem bei Kleingewerbetreibenden großen Anklang fand. Anfang der 60er Jahre wurde aber auch der Ulmer Nutzfahrzeug-Hersteller Magirus (Klöckner-Humboldt-Deutz (KHD)) auf den Schnelllaster aufmerksam und nutzte das Fahrgestell des F24 von 1960 bis 1968 als Basis für seinen Feuerwehr-Lastwagen LF8
Bei seinen Feuerwehr-Aufbauten des Typs LF8 griff Magirus schon immer auf Fahrwerke anderer Produzenten zurück, da das kostengünstiger war, als ein eigenes Fahrgestell dieser Gewichtsklasse zu produzieren. In den 60er Jahren kaufte Magirus bei Faun ein und baute sein Löschgruppenfahrzeug LF8 auf etwa 260 Fahrgestelle vom Typ Faun F24 D/L und dem Nachfolger F24 DL/AF auf.
Das Faun-Fahrgestell des F24 D/L Schnelllasters war gut durchdacht und mit einem luftgekühlten 64 PS Dieselaggregat von Deutz bestückt
Es eignete sich gut für den Löschgruppen-Aufbau LF8 von Magirus, denn alle Motor,- und Getriebebauteile konnten tief angeordnet werden. Der Motor ragte nicht wie bei vergleichbaren Fahrzeugen zwischen Fahrer- und Beifahrersitz in den Fahrerraum und machte so drei nebeneinander montierte Einzelsitze möglich. Da der F24 zudem eine Lenkstockschaltung besaß, war ein freier Durchgang von der Fahrer- zur Beifahrerseite möglich, was sich im Einsatz als sehr praktisch erwies. Außerdem war das leichte Faun-Fahrgestell etwas geländegängiger als vergleichbare Fahrwerke, wie etwa das Fahrgestell des Opel Blitz.
Magirus nutzte auch das Fahrgestell des von 1965 bis 1968 gebauten Nachfolgers Faun F24 DL/AF, der einen Allradantrieb und einen auf 90 PS leistungsgesteigerten Motor besaß Auch auf diesem Fahrgestell entstanden keine größeren Stückzahlen mit LF8-Feuerwehraufbau. Beide Versionen waren mit der Vorbaupumpe FP8/8 (Förderleistung: 800 l/min bei 8 bar) bestückt, die durch eine Klappe in der Fahrzeugfront zugänglich war. Die Stoßstange war an dieser Stelle getrennt und schwenkte beim Öffnen der Klappe nach unten weg. Hier befanden sich auch die Kupplungsschlüssel für den Maschinisten. Auf dem Dach war die Steckleiter befestigt, die sich über eine aufklappbare Leiter an der Fahrzeugseite erreichen ließ. Es gab den Löschfahrzeugaufbau mit Heck,- oder Seitenbeladung. Gewählt wurde meist die einfachere und billigere Heckbeladung.
Das abgebildete Exemplar war viele Jahre bei der freiwilligen Feuerwehr von Melle im Einsatz.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: Vierzylinder-Dieselmotor, luftgekühlt
Hubraum: 3400 ccm
Leistung: 64 PS bei 2800 U/min
Getriebe: Vierganggetriebe
Höchstgeschwindigkeit: ca. 76 km/h
Bremsen: hydraulische Trommelbremsen
Radstand: 3200 mm
L x B x H: 5550 x 2300 x 2700 mm
Leergewicht: 3190 kg
zul. Gesamtgewicht: 5280 kg
Achslast vorn: 2640 kg
Achslast hinten: 2640 kg
Tankinhalt: 56 l
Stückzahl: ca. 260 Ex.