Gedacht war dieses von einem ungarischen Konstrukteur bei der Zweirad-Union-AG in Nürnberg entwickelte Quad mit der Bezeichnung Kraftkarren (Kraka) eigentlich für die Land,- und Forstwirtschaft sowie für den Katastrophenschutz. Eine Zukunft fand das platzsparend, mittig zuammenklappbare, leichte Transportfahrzeug dann aber bei der Bundeswehr
Vorgestellt wurde das Fahrzeug von der Zweirad-Union-AG, die derzeit zu den Faun-Werken (Fahrzeugfabriken Ansbach und Nürnberg) zählte, bereits 1962. Nachdem die anvisierte Kundschaft kein Interesse signalisierte, wurde man bei der Bundeswehr vorstellig, die gerade für ihre Luftlandeeinheiten ein geländegängiges und leicht in ein Flugzeug einladbares Waffenträger-Fahrzeug suchte. Außerdem sollte es auch mit dem Fallschirm abwerfbar sein. Diese Kriterien trafen für den Faun-Kraftkarren zu. Ausgestattet waren die Krakas ab 1965 mit speziellen, lypsoid (kugelartig) geformten Niederdruckreifen, die leichtläufiger waren.
In den 60er Jahren wurden lediglich an die 100 dieser verkleinerbaren Quads gebaut, die anfangs mit Goggomobil-Zweitaktmotoren ausgestattet waren. Erst als die Krakas Anfang der 70er Jahre mit einem leistungsstärkeren BMW-Boxermotor bestückt wurden, entstanden größere Stückzahlen. So gingen zwischen 1974 und 1975 gut 862 Exemplare mit BMW-Boxermotor, verstärktem Rahmen und stärkeren Blattfedern an die Bundeswehr
Verwendung fand der gebläsegekühlte ohv Zweizylinder-Boxermotor aus dem BMW 700 mit 697 ccm Hubraum. Seine 34 PS wurden auf 26 PS gedrosselt, das Vierganggetriebe wurde beibehalten. Damit war eine realistische Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h gut zu machen. Der Heckantrieb des Kraka erfolgte über zwei lange Ketten. Das in ausgefahrenem Zustand 2,78 m lange Fahrzeug besaß eine Ladefläche von 1,4 x 1,4 m. Ausgelegt war das 735 kg schwere Fahrzeug für drei Personen und einer Nutzlast von über 1000 kg.
Der Faun Kraka fand bei der Bundeswehr eine vielfältige Verwendung
Er diente in Verbindung mit einem Panzerabwehrlenkraketensystem zur Panzerabwehr, trug eine Maschinenkanone oder einen Mörser, wurde zum Munitionstransport oder auch als Krankentransporter eingesetzt. Im Dienst blieb er bis in die 90er Jahre hinein. Geordert wurde er allerdings seit den späten 70er Jahren nicht mehr, da sich die Bundeswehr ab 1977 auf Fahrzeuge anderer Hersteller und auf selbst entwickelte Kettenfahrzeug konzentrierte.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohv Zweizylinder-Boxermotor hinten unter Ladefläche, gebläsegekühlt
Hubraum: 697 ccm
B x H: 78 mm x 73 mm
Leistung: 26 PS bei 4500 U/min (gedrosselt)
Vergaser: Bing Gleichdruckvergaser
Antriebsart: Heckantrieb über Ketten
Getriebe: Vierganggetriebe
Höchstgeschwindigkeit: ca. 55 km/h
Steigfähigkeit: ca. 55%
Bremsen: Trommelbremsen
Radstand: 2058 mm
L x B x H: 2780 mm x 1510 mm x 1280 mm
Leergewicht: 735 kg
Gesamtgewicht: 1610 kg
Achslast vorn: 610 kg
Achslast hinten: 1000 kg
Tankinhalt: 25,5 l
Stückzahl: ca. 862 mit BMW-Boxermotor