Metallkünstler Joachim Matz - Bildmotiv Sebastian Vettel mit Red Bull Renault am Brandenburger Tor (2010)

Der mit Metall malt. So prägnant beschreibt der international renommierte Künstler Joachim Matz , der seine Werke neben Deutschland unter anderem in den USA, Australien und Asien ausgestellt hat, seine Tätigkeit. Die künstlerische Technik des Metallurgischen Pointillismus hat er erfunden. Er ist im übrigen auch der einzige, der sie beherrscht, denn es bedarf außer der künstlerischen Inspiration einer großen Erfahrung in einem derartigen Umgang mit dem Medium Metall. Dem Automuseum übereignete er ein Werk, das den damals jüngsten Formel I Weltmeister Sebastian Vettel mit seinem Siegerfahrzeug, dem Red Bull Renault am Brandenberger Tor zeigt. Anlässlich Vettels Sieges gab es 2010 dort eine offizielle Repräsentation, auf die sich das Metallbild von Joachim Matz bezieht

Den Metallurgischen Pointillismus hat der 74jährige Künstler in den 90er Jahren entwickelt und seit den frühen 2000er Jahren zur Vollendung gebracht. Mit Metall gearbeitet hat er neben der Malerei schon weit früher, allerdings auf andere Weise. Als er einige Zeit in den USA lebte, brachte ihn dort jemand auf die Idee, die Malerei mit der auf Metallen basierenden Kunst zu verbinden. Nach jahrelangem Ausprobieren entstand so seine neue Methodik.

Das Schweißgerät ersetzt den Pinsel, die Leinwand ist die Edelstahlplatte. Wie im Pointillismus der späten Impressionisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgt der Farbauftrag ungemischter Farben, die im Falle des Künstlers Joachim Matz die speziellen Farben des gewählten Metalls sind, punktuell

Nachdem die Konturen des Bildes auf die Metallplatte geschweißt wurden, setzt der Künstler Punkt für Punkt mit dem Schweißgerät die ausgewählten Metalle auf das Bild und „zeichnet“ damit das Motiv. Die Metalle werden sozusagen in das Bild eingeschrumpft. Je nach Größe und Motiv des Bildes müssen 1,5 bis 8 Millionen Punkte gesetzt werden, was natürlich einen enormen Zeitaufwand darstellt. Außerdem braucht es viel Erfahrung mit den Metallen, da jedes Metall seine Eigenheiten besitzt und anders reagiert. Verwendung finden u.a. Schwarzmetall, Gold, Edelstahl, Kupfer, Silber, Platin, Titan und Bronze.

Joachim Matz, der aus der ehemaligen DDR (Bützow bei Rostock) stammt und in der Schweriner Kulturakademie Malerei und Grafik studierte, hat eine abenteuerliche Vergangenheit hinter sich

Bereits als Jugendlicher versuchte er, versteckt zwischen der Deckenverkleidung eines Zugabteils aus der DDR zu fliehen, was allerdings misslang. Das brachte ihm Gefängnis ein. Insgesamt verbrachte er in seiner DDR-Zeit, da seine systemkritischen Ansichten dem Regime nicht genehm waren, 7,5 Jahre „hinter Gittern“. Außerdem wurde er mit einem Berufsverbot belegt und durfte nicht als Künstler arbeiten. Doch seinem Freiheitsdrang tat dies keinen Abbruch. Der zweite Fluchtversuch sollte 1985 letztendlich glücken, obwohl er erst einmal mit viel Schmerz verbunden war. Von der Tschechoslowakei aus wollte er mit einem Ultralight-Flieger die Grenze gen Westen überwinden. Beim Testflug passierte dann das Unglück. Er stürzte ab und verletzte sich schwer. In einem LKW versteckt brachten ihn Helfer drei Monate später über die Balkanroute nach Griechenland. Von dort ging es weiter nach Bayern, wo er weiter ärztlich versorgt wurde. Dann gründete er, um leben zu können, erst einmal ein Transportunternehmen. Doch bald schon konzentrierte er sich wieder auf die Kunst, malte und fertigte Metallskulpturen. Anfang der 90er Jahre begann er seine Kunstform des metallurgischen Pointillismus zu entwickeln, die ihn weltweit bekannt machte. Seit einiger Zeit lebt Joachim Matz in Melle.

Fotos & Text: Marina Block

Bilder

Informationen:

MarkeMetallkünstler Joachim Matz
ModelBildmotiv Sebastian Vettel mit Red Bull Renault am Brandenburger Tor
Baujahr2010

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