BMW - R60/2 (1967)

 

Die BMW R 60/2 löste 1960 das Vorgängermodell R 60 ab, dass 1956 zusammen mit dem Modell R50 das Vollschwingenfahrwerk bei BMW einführte. Ansonsten war auch die bis 1969 gebaute R60/2 im klassischen BMW-Design aufgebaut mit ohv Zweizylinderboxermotor und Kardanantrieb des Hinterrads

Auch diese solide Tourenmaschine zeichnete sich wieder durch ihre Zuverlässigkeit, Robustheit, den guten Komfort und moderate laufende Kosten aus. Das Vollschwingenfahrwerk war sehr komfortabel, hatte aber auch seine Besonderheit, die den BMWs mit diesem Fahrwerk den Spitznamen „Gummikuh“ einbrachte. Bei ihnen hob sich nämlich vor allem beim Anfahren die Hinterradfederung in Verbindung mit Kardanantrieb und Hinterradschwinge leicht und sackt dann wieder gemütlich ab (wurde auch als Fahrstuhleffekt beschrieben).

Die 30 PS leistende neue 600er wurde wie schon die großen BMWs zuvor gerne für den Gespannbetrieb eingesetzt

So besaß ihr Doppelschleifenrahmen aus geschweißtem Stahlrohr seitliche Kugelköpfe zur Aufnahme eines Seitenwagens. Verwendet wurde oft ein Seitenwagen von Steib aus Nürnberg.

Die zuverlässige Tourenmaschine besaß einen etwas leistungsstärkeren Motor als das Vorgängermodell

Der luftgekühlte Zweizylinderboxermotor leistete 30 PS bei 5800 U/min, besaß im Zylinderkopf hängende und über Stoßstangen und Kipphebel betätigte Ventile und brachte das Modell auf eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h im Solobetrieb und circa 110 km/h im Gespannbetrieb. Gesteuert wurden die Ventile von einer zentralen, über der Kurbelwelle angeordneten Nockenwelle. Der Motorblock, das Getriebegehäuse und das Kardangetriebegehäuse bestanden aus Leichtmetall. Das Vierganggetriebe wurde links über eine Fußschaltung betätigt. Eingebaut war der Motor in einen Doppelschleifenrahmen. Wie schon die R60 besaß auch die R60/2 vorn eine geschobene Langarmschwinge sowie hinten eine Schwinge mit Federbeinen und Öldruckstoßdämpfern. Verzögert wurde mit Vollnaben-Trommelbremsen (vorn 200 mm Duplex-Vollnabe; hinten 200 mm Simplex-Vollnabe).

Die meisten BMW-Motorräder der 60er Jahre bauten auf den Entwicklungen der 50er Jahre auf

Auch wenn BMW auf der IFMA von 1960 eine komplett überarbeitete Modellpalette zeigte, handelte es sich nicht um wesentliche Veränderungen. Von der anhaltenden Motorradkrise, in der die Motorradindustrie generell und auch BMW seit etwa Mitte der 50er bis weit in die 60er Jahre hinein steckte, konnte auch die neue Modellpalette nicht ablenken. In den späten 50er Jahren war die jährliche Produktionsrate auch bei BMW von 30000 auf knapp 9000 produzierten Einheiten zurückgefallen. Die Krise sollte auch noch in den 60er Jahren weitgehend anhalten. Erst mit den sportlichen Reisemotorrädern ab 1969 setzte eine echte Erholung ein.

Fotos & Text: Marina Block

Technische Daten

Motor: luftgekühlter ohv Zweizylinder-Boxermotor

Hubraum: 594 ccm

Bohrung x Hub: 72 mm x 73 mm

Verdichtung: 7,5:1

Leistung: 30 PS bei 5800 U/min

Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h; mit Seitenwagen ca. 110 km/h

Vergaser: zwei Bing-Vergaser

Lichtmaschine: Bosch LJ/CGE 60/6/1700R

Zündung: Magnetzündung

Schmierung: Druckumlaufschmierung mit Zahnrad-Ölpumpe

Getriebe: Vierganggetriebe, fußgeschaltet

Kupplung: Einscheiben-Trockenkupplung

Hinterradantrieb: Kardanwelle

Rahmen: Doppelschleifenrohrrahmen

Radführung vorn: geschobene Langarmschwinge, Federbeine, Öldruckstoßdämpfern

Radführung hinten: Langarmschwinge, Federbeine, Öldruckstoßdämpfer

Bremsen: 200 mm-Vollnaben-Trommelbremsen (vorn Duplex, hinten Simplex)

Radstand: 1415 mm

L x B x H: 2125 mm x 660 mm x 980 mm

Gewicht: 198 kg (leer)

Bauzeit: 1960-1969 R60/2



Bilder

Informationen:

MarkeBMW
ModelR60/2
Baujahr1967

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