Eines der letzten DKW-Modelle war 1964 der hübsche F12 Roadster
Als der DKW Junior 1959 auf den Markt kam, war die Begeisterung unter Kleinwagenfans groß. Nach dem Krieg hatten DKW-Freunde lange schon auf so etwas gewartet. Und so sollte der Junior mit Kastenprofilrahmen, Frontantrieb, Dreizylinder-Zweitaktmotor und 750 ccm Hubraum auch ein voller Erfolg werden und sich bestens verkaufen. Das Konzept „Junior“ war voll aufgegangen. 1961 wurde der Junior vom Junior de Luxe mit 800 ccm Hubraum abgelöst, auf den wiederum 1963 der F11 und der F12 folgten. Ein Jahr später konnte für kurze Zeit bis zum Ende der Kleinwagenproduktion und der Übernahme der Auto Union durch VW 1965 auch ein F12 Roadster erstanden werden.
Der Roadster basierte auf der F12 Limousine, die sich wie die einfachere Ausführung F11 in Details optisch und auch technisch vom Modell Junior unterschied
Im Grunde waren F11 und F12 aus dem Junior weiterentwickelte Modelle, wobei der F11 eine einfachere Ausführung mit dem Motor des Junior de Luxe darstellte. Der F12 hingegen besaß einen größeren Dreizylinder-Zweitaktmotor mit stolzen 900 ccm Hubraum und anfangs 40 sowie später sogar 45 PS, über die der F12 Roadster bereits 1964 verfügte. Im Vergleich zum Junior besaß er einen längeren Radstand und vorn sowie hinten eine breitere Spur. Das schaffte auch innen mehr Raum, wozu auch die leicht angehobene hintere Dachlinie mit Abrisskante beitrug. Größer waren auch die Front,- und die Heckscheibe sowie der Kühlergrill und die Heckleuchten. Verbessert wurde zudem nicht nur das Interieur des F12 sondern auch das Kurvenverhalten durch die Verwendung eines Querstabilisators an der Vorderachse. Außerdem gab es nun vorne innenliegende Scheibenbremsen statt Trommelbremsen. Zur guten Straßenlage trug natürlich auch die wie ein Stabilisator wirkende Hinterradaufhängung an quer miteinander verbundenen Kurbeln bei, die auch schon die Junioren besaßen. Diese Bauweise kam mit ihnen damals völlig neu auf.
Der chice F12 Roadster hatte 1964 kaum mehr eine Chance
Die Ära des Zweitakters war Mitte der 60er Jahre im Grunde besiegelt. Auch der kleine Roadster, dessen Karosserie mit gefüttertem Stoffverdeck bei dem Stuttgarter Karossier Baur entstand, konnte da nichts mehr herausreißen. Für 7250 DM wurden nur circa 2800 Exemplare an den Kunden gebracht. Dementsprechend selten ist der Roadster auch heute zu finden.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: Dreizylinder-Zweitaktmotor in Reihe
Hubraum: 889 ccm
Leistung: 45 PS bei 4500 U/min
Vergaser: Fallstromvergaser von Solex
Höchstgeschwindigkeit: ca. 128 km/h
Antriebsart: Frontantrieb
Getriebe: Vierganggetriebe mit Freilauf, Lenkradschaltung
Chassis: Kastenprofilrahmen
Vorderradaufhängung: an Querlenkern, längsliegenden Drehstabfedern, Querstabi, Teleskopstoßdämpfer
Hinterradaufhängung: Kurbelachse, querliegende Drehstabfedern, Panhardstab, Teleskopstoßdämpfer
Karosserie: Stahlkarosserie, Stoffverdeck von Baur
Bremsanlage: hydraulische Scheibenbremsen vorn, hinten Trommelbremsen
Gewicht: 740 kg
Bauzeit: 1964-1965
Preis: 7250 DM
Stückzahl: F12 Roadster ca. 2800 Ex.