Der Nachfolger des Strich-Achter, die Baureihe W123, war eine der bis dahin erfolgreichsten Modellreihen von Mercedes-Benz
Von 1975 bis 1986 entstanden circa 2,7 Millionen Exemplare dieser Modellreihe, die die Stellung der oberen Mittelklasse bei Daimler-Benz einnahm. Sie setzte Maßstäbe in Sachen Fahrzeugsicherheit, präsentierte den ersten, in großer Stückzahl gebauten Mercedes-Kombi in dieser Klasse und den ersten Mercedes-PKW mit Turbodieseltriebwerk. Das von Bruno Sacco und Friedrich Geiger entwickelte Design der W123-Reihe wurde von der S-Klasse der frühen 70er Jahre inspiriert. Kompakte Formen vereinten sich mit einer eleganten und klaren Linienführung. Wichtigste Leitlinien waren die passive Sicherheit, Bedienungsfreundlichkeit und der Komfort. Die ab 1975 angebotene Limousine war das meistverkaufte Modell der Baureihe, zu der ab 1977 das elegante Coupé ohne B-Säulen sowie die Langversion und ab 1978 mit dem T-Modell der Kombi als vierte Karosserievariante hinzukamen. Daneben gab es auch etliche Sonderserien und Tuningversionen sowie Sonderfahrzeuge.
Es gab den W123 in verschiedenen Hubraum und Leistungsklassen
Es wurden Vierzylinder,- und Sechszylinder-Ottomotoren sowie Vierzylinder,- und Fünfzylinder,-Dieselmotoren angeboten.
Die W 123 Baureihe ist auch als Klassiker gefragt
Die schlicht-elegante Formgebung, die gute Verarbeitungsqualität, das gute und sichere Fahrverhalten, die je nach Motor hohe Leistungsfähigkeit und die langlebigen Motoren (vor allem Dieselmotoren mit legendären Laufleistungen) machten die Baureihe über ihre Zeit hinaus sehr beliebt. Mangelnder Rostschutz vor allem der 1970er Jahrgänge sind allerdings ein Problem.
Die W-123 Coupés mit gestrecktem Radstand, rahmenlosen Seitenscheiben ohne B-Säule und dezenter Verwendung von Chrom wirkten besonders gelungen in ihrer Formgebung. Diese Karosserieform war übrigens vor allem in den USA sehr beliebt, wo sie als Hardtop-Coupé bezeichnet wurde. Es gab das Coupé mit 2,3 l Vierzylinder,- oder mit 2,8 l Sechszylindertriebwerk, für den amerikanischen Markt auch mit Dieselmotor. Insgesamt entstanden bis 1985 99884 Coupés
Besonders beliebt, weil außerdem auch ökonomisch, war das 230er Coupé mit 2,3 l ohc Reihenvierzylindertriebwerk, das ab 1980 zum 230 CE mit neuem M102-Motor avancierte. Der M102 verfügte über die mechanische Benzineinspritzung K-Jetronic von Bosch und brachte das Fahrzeug auf eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Der abgebildete, silberfarbene 230 CE war mit einem Fünfgangschaltgetriebe ausgestattet, besaß eine Zentralverriegelung, einen elektrisch verstellbaren rechten Außenspiegel, wärmedämmendes Glas rundum, Einscheibensicherheitsglas und ein elektrisch zu betätigendes Schiebedach. Außerdem verfügte er über mehr Chromschmuck durch die Chromleisten an den Radkästen.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohc Reihenvierzylindermotor, Benziner M102 (230 CE)
Hubraum: 2299 ccm
Leistung: 136 PS bei 5100 U/min
max. Drehmoment: 205 Nm bei 3500 U/min
Gemischaufbereitung: mechanische Saugrohreinspritzung Bosch K-Jetronic
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Beschleunigung: in 12 sec. von 0 auf 100 km/h
Getriebe: Fünfgangschaltgetriebe oder Fünfstufenautomatik
Vorderradaufhängung: Doppelquerlenkerachse
Hinterradaufhängung: Schräglenker-Hinterachse
Antriebsart: Hinterradantrieb
Bremsanlage: hydraulische Scheibenbremsen
Radstand: 2710 mm
L x B x H: 4640 x 1786 x 1395 mm
Gewicht: 1390 kg
Verbrauch: 11l/100 km
Reifen: 195/70 R14
Preis: 1980- 31414 DM
Stückzahl: W123-Coupés-99884 Ex.
Bauzeit: W 123-Coupés-1977-1985