Lincoln zählte zur Ford Motor Company und war die Luxuswagenmarke von Ford sowie ein Gegenspieler von GMs Cadillac Division. Als noch luxuriöser galt im Ford-Konzern nur die Marke Continental aus den 50er Jahren, an deren Tradition die Lincoln-Mercury Division von Ford mit den Continental Mark III, IV und V-Serien anschloss
Danach wurde für die Mark-Serien die Bezeichnung Lincoln Continental Mark ... verwendet, nicht zu verwechseln mit dem Modell Lincoln Continental, das es auch gab, das aber keine Mark-Serie war. Der nur drei Jahre lang produzierte Continental Mark V, der ein sehr hochwertig und besonders ausgestattetes Coupé war (personal luxury car, hob sich von anderen Lincoln ab und war das luxuriöseste sowie teuerste Modell), wurde trotz der kurzen Produktionszeit (1977-1979) von allen sechs Mark-Serien der Lincoln Division am besten verkauft. Er galt als eines der größten Coupés, die je in den USA entstanden.
Technisch basierte der Continental Mark V auf dem Continental Mark III und auch das Design hatte sich bis auf einige Details und eine noch etwas kantigere Linienführung nicht gravierend verändert. Die Gestaltungsdevise des „Long nose and short deck“ (lange Motorhaube, relativ kurze Fahrgastzelle und im Verhältnis kurzes Heck) galt auch für ihn noch. Das Opera Window, ein ovales Fensterchen in der C-Säule, das der Mark V besaß, wurde erst ab dem Mark IV ein Erkennungszeichen der Continental Mark-Modelle
Mit einem Radstand von 3060 mm, einer Länge von 5850 mm und einer Breite von über zwei Metern (2025 mm) war dieses Fahrzeug der Luxusklasse ein Straßenkreuzer par excellence und das auch noch als Coupé. Für europäische Verhältnisse hatte das 2 + 2 Coupé „Wohnzimmerausmaße“, für Amerikaner waren solche Ausmaße selbst noch in den von der Ölkrise beeinflussten 70er Jahren einem Luxuswagen angemessen, aber dann doch eines der Letzten seiner Art. Geschaffen hatte das Ursprungs-Design Eugene Bordinat. Technisch gesehen war das heckgetriebene Modell noch old school und besaß keine selbsttragende Karosserie, sondern war auf einem Leiterrahmen aufgebaut. Rahmen und Fahrwerk waren dem des Ford Thunderbird ähnlich. Obwohl der Continental Mark V größer war als sein Vorgänger, hatte man es geschafft ihn 400 kg leichter zu bauen. Luxus war reichlich vorhanden, wie eine Uhr von Cartier, ein Armaturenbrett in Holzoptik mit eckigen Instrumenten, Leder im Innenraum, eine automatische Auf,- und Abblendvorrichtung, bei Dunkelheit automatisch enthüllte und eingeschaltete Scheinwerfer, und eine imitierte Reserveradabdeckung á la Continental Kit am Heck. Die Ausstattung des Mark V wurde, wie schon zuvor, von Modeschöpfern entworfen ( Emilio Pucci, Hubert de Givenchy, Bill Blass, Cartier). Außerdem gab es die Sonderserien Diamond Jubilee Edition (1978) und Collector‘s Series von 1979.
Unter der langen Motorhaube arbeitete wie schon bei den Vorgängern ein riesiges 7,5 l ohv V-Achtzylindertriebwerk
Der Motor mit Vierfachvergaser leistete bei der Diamond Jubilee Edition 248 PS bei 4800 U/min. Er ermöglichte eine Beschleunigung von 12,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h.
Das abgebildete Fahrzeug zählt zur seltenen Diamond Jubilee Edition
1978 brachte Ford zum 75jährigen Geburtstag der Ford Motor Company dieses Sondermodell heraus, das es entweder in goldfarbener oder in blauer Lackierung sowie mit Vinyldach und einem Vinylüberzug für die imitierte Reserveradabdeckung am Heck gab. Es entstanden nur 5159 Exemplare zu einem Preis von 20529 $.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohv V-Achtzylinder
Hubraum: 7532 ccm
B x H: 110,74 x 97,75 mm
Leistung: 248 PS bei 4800 U/min
Vergaser: Fallstrom-Vierfachvergaser
Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h
Beschleunigung: von 0 auf 100 km/h in 12,6 sec
Antriebsart: Hinterradantrieb
Getriebe: dreistufiges Automatikgetriebe mit hydraulischem Drehmomentwandler
Chassis: Leiterrahmen
Vorderradaufhängung: Doppelquerlenker, Zugstreben, Schraubenfedern, Stabilisator
Hinterachse: Starrachse, Längslenker, Schraubenfedern, Stabilisator
Bremsen: Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet; hydraulische Zweikreisbremse
Radstand: 3060 mm
L x B x H:5850 x 2025 x 1346 mm
Gewicht: 2300 kg
Verbrauch: ca. 30 l auf 100 km
Bauzeit : 1977-1979 Mark V; 1978 Diamond Jubilee Edition
Stückzahl: 5159 Ex. Continental Mark V Diamond Jubilee Edition