Der mit einem 2,5 l ohv Sechszylindertriebwerk ausgestattete, englische Daimler DB 18 (oder auch schlicht 2 ½ l oder Eighteen genannt) war ein Luxuswagen aus dem Hause der seit 1910 zum BSA-Konzern zählenden Marke Daimler (Hoflieferant des Königshauses) aus Coventry, den es mit verschiedenen Aufbauten aus hauseigener und externer Produktion gab. Gebaut wurde er von 1939 bis 1953 mit langer Pause während des Krieges. Das Modell galt als der erste Daimler mit unabhängiger Vorderradaufhängung. Bis 1940 entstanden nicht viele Fahrzeuge, nach dem Krieg mit 8213 Exemplaren weit mehr
Technisch baute der DB 18 auf dem 1937 herausgebrachten Daimler New Fifteen auf. Bereits dieses Modell besaß ein Schneckendifferential. Dadurch lag die Kardanwelle tief, was einen planen Innenraumboden und damit viel Bewegungsfreiheit im Innenraum ermöglichte. Dazu trug auch das vierstufige Wilson Vorwahlgetriebe mit Flüssigkeitskupplung nach Vulcan-Sinclair und Daimler-Patent bei. Nach diesem Prinzip arbeiteten bald alle ab 1930 gebauten Daimler, Lanchester (ab 1933 im Konzern) und BSA-Automobile und LKW. Das Wilson-Getriebe wurde ursprünglich für einen Panzer entwickelt und später sogar bei Rennwagen eingesetzt, da es einen sehr schnellen Gangwechsel ermöglichte. Auch förderte es ein sehr angenehmes und sanftes Fahrgefühl.
Die von Hermann Foettinger aus Stettin, dem Chefkonstrukteur der Vulcan-Werke, 1905 entwickelte Flüssigkeitskupplung wurde in den 20er Jahren vom englischen Ingenieur Harold Sinclair an das Getriebe eines Londoner Omnibusses von Daimler angepasst, um das Ruckeln zu mildern
Das glückte so gut, dass Daimler beschloss, die Flüssigkeitskupplung nach Vulcan-Sinclair-Patent für alle LKW, Busse und Luxuswagen der Marke einzusetzen, meist in Verbindung mit dem Wilson-Vorwahlgetriebe.
Gebaut wurde das Drophead-Coupé mit seinem in drei Positionen arretierbaren Verdeck vom Londoner Karosseriebauer Barker, einem 1710 gegründeten Kutschenbauer, der ungefähr seit der Jahrhundertwende Karosserien für Luxusautomobile herstellte
1938 musste Barker in Konkurs gehen und wurde von einem seiner Konkurrenten, dem Karosseriebauer Hooper aufgekauft, der seinerseits ab 1940 von Daimler und damit vom BSA-Konzern übernommen wurde. Das abgebildete, luxuriös ausgestattete Drophead Coupé von 1947 entstand also bereits unter BSA-Regie. Zu den Liebhabern des Drophead-Coupés auf Daimler-Fahrgestell zählte auch Englands Staatschef Winston Churchill, der im Fond eines Daimler DB 18 Drophead Coupés von 1939 Platz nahm, dessen Aufbau von der Charlton Carriage Company stammte. 1939 war eigentlich der Bau von 23 Drophead Coupés eingeplant. Wegen des Krieges entstanden allerdings lediglich acht Exemplare, von denen fünf beim Bombenangriff der Deutschen auf London zerstört wurden. Unversehrt blieben nur drei Fahrzeuge, von denen wohl allein Churchills Exemplar bis heute überlebt hatte. Nach dem Krieg bauten sowohl Barker als auch Tickford Drophead Coupés auf Daimler DB 18-Fahrgestellen auf, darunter auch einen Special Sports mit stromlinienförmigerer Linienführung und mehr PS. Sehr luxuriös im Innenraum ausgestattet waren alle Fahrzeuge.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohv Reihensechszylindermotor
Hubraum: 2522 ccm
B x H: 69,5 x 110,4 mm
Leistung: 71 PS bei 4200 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 125 km/h
Beschleunigung: 17,9 sec. von 0 auf 80 km/h
Getriebe: Wilson-Getriebe mit Flüssigkeitskupplung
Bremsen: Trommelbremsen, Girling
Vorderradaufhängung: Dreieckslenker, Schraubenfedern, Stabilisator
Hinterradaufhängung: Starrachse, Halbelliptikfedern, Stabilisator
Chassis: kreuzverstrebter Kastenrahmen
Antriebsart: Hinterradantrieb
Stückzahl: ca. 9000 Ex.
Bauzeit: 1939-1953