Der als urbanes Microauto gedachte, zweisitzige Smart entstand aus einer Idee des Schweizer Swatch Group-Gründers Nicolas George Hayek, der unter anderem die Swatch-Uhr erfand und damit die Uhrenindustrie modernisierte, und des Mercedes-Benz-Manns Johann Tomforde. Allerdings sollte Hayeks smartes kleines Automobil völlig anders konzipiert sein (es sollte etwa Elektromotoren an den Rädern haben etc.) als der dann ab 1998 von der Micro Compact Car GmbH, einer Tochter des Daimler-Benz-Konzerns in Hambach (Frankreich) gebaute Kleinstwagen Smart
Hayek und sein Team wollten ursprünglich ein wirklich innovatives und intelligent konstruiertes Auto mit einem Elektroantrieb oder, als zweitbeste Lösung, mit einem Hybridantrieb bauen. Es kam allerdings anders, denn der zuerst mit VW und dann in Kooperation mit Mercedes-Benz entwickelte Smart, besaß einen konventionellen Antrieb und war auch sonst vom Konzept her weit konventioneller als das Team um Hayek, es sich vorgestellt hatte. Der vom Smart wenig begeisterte Hayek verkaufte daraufhin seine Anteile an Mercedes-Benz. Auch Hayeks ursprüngliches Entwicklungsteam (Frehner, Ryhiner, Martin) verließ die Bühne und gründete die Firma Cree (Creation Research Ecology Engineering), die den außergewöhnlichen, dreirädrigen Elektrowagen Sam entwickelte. Der Smart, wie er dann entstand, war im Prinzip eine Verbindung einiger Ideen von Hayek und den Vorstellungen von Mercedes-Benz Studio-Ingenieur Johann Tomforde, der schon seit den 70er Jahren an der Entwicklung eines Kleinstwagens arbeitete.
Der als Benziner bis 2019 und dann ausschließlich als E-Auto (2006-2021; New Smart ab 2022) gebaute Smart wurde anfangs nur in einer zweisitzigen Version (Fortwo) mit einer Gesamtlänge von lediglich 2,5 m und einem extrem kleinen Wendekreis von 6,95 m angeboten, ab 2000 konnte man auch ein Cabrio ordern und erst ab 2004 gab es eine viersitzige Ausführung (Forfour). Eine kurze Zeit wurde auch ein kleiner Smart Roadster mit Mittelmotor gebaut, von dem allerdings zwischen 2003 und 2005 nur circa 43000 Exemplare entstanden. Ab 1999 gab es den Smart auch mit dem weltweit kleinsten Dieselmotor samt Turboaufladung und Direkteinspritzung
Der dreitürige und zweisitzige Smart Fortwo mit Glasdach, der auch als Smart-Coupé bezeichnet wurde, besaß einen Heckantrieb und einen Dreizylinderblockmotor mit anfangs 599 ccm Hubraum im Heck unter dem Stauraum. Er zählte also zu der Kategorie Hecktriebler mit Heckmotor. Mit einer Breite von 1,51 m und einer Höhe von 1,54 m war er fast so breit wie hoch und hatte zudem einen extrem kurzen Radstand von 1,8 m. Als Getriebe kam eine Halbautomatik serienmäßig zum Einsatz.
Der abgebildete Smart von 1998 war einer der ersten seiner Art
Die Erstbesitzerin des Smart, eine Hebamme, fuhr den Kleinstwagen bis er nun ins Museum gelangte. Interessant an gerade diesem Smart ist, dass seine Besitzerin ihn wahrscheinlich als ersten ausgelieferten Smart erhielt, noch vor den offiziellen Auslieferungsterminen. Die ersten Smart wurden schon sehr bald aufgebessert, erhielten eine elektronische Bremskraftverteilung, eine Fernentriegelung der Heckklappe, ein Polster in der Rückenlehne, eine automatische Wisch-Wasch-Funktion vorn und einen Heckwischer mit Intervallschalter. Ab 2003 wurde der Smart-Ring als neues Marken-Logo auf der Front eingeführt.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohc Dreizylinderreihenmotor im Heck, mit Mehrpunkteinspritzung und Turboaufladung
Hubraum: 599 ccm
B x H: 63,5 mm x 63 mm
Leistung: 45PS bei 5250 U/min
Verdichtung: 9,5:1
max. Drehmoment: 70 Nm bei 3000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h
Antriebsart: Hinterradantrieb
Getriebe: Halbautomatik
Vorderradaufhängung: Querlenker, Querblattfeder, Stabilisator
Hinterradaufhängung: De Dion-Hinterachse, Schraubenfern, Stabilisator
Bremsen: hydraulische 280 mm Scheibenbremsen vorn; hinten 203 mm Trommelbremsen
Bereifung: vorn 135/70 R 15 T; hinten 175/55 R 15 T
Radstand: 1812 mm
L x B x H: 2500 mm x 1515 mm x 1549 mm
Gewicht: 805 kg
Verbrauch: 4,6 l/100 km
Bauzeit: 1998-2019