Der Sprite von Austin-Healey ist ein offener, kleiner Sportwagen, der von 1958 bis 1971 in vier Serien gebaut wurde. Die erste Serie (1958-1961) erhielt wegen ihrer Frontgestaltung mit den hoch aufgesetzten Scheinwerfern und dem maulartig geformten Kühlergrill den Spitznamen „Frogeye“ (Froschauge). Der kleine Roadster sollte als preiswerter Sportwagen ein breites, jugendliches Publikum ansprechen, was auch gelang, denn er hatte auf Anhieb einen riesigen Erfolg
Gedacht war der Sprite nicht nur für den heimischen Markt, sondern vor allem auch für den Export in die USA, da die Amerikaner die besten Abnehmer europäischer Sportwagen waren, ganz besonders wenn es sich um offene Versionen handelte. Die Bestimmungen in den USA führten letztendlich auch zu der bald heiß geliebten Frontgestaltung der ersten Sprite-Serie. Da der Sprite recht flach war und die Scheinwerfer für die USA eine Minimalhöhe einhalten mussten, setzte man sie einfach auf die Motorhaube auf und erhielt so das besagte „Froschgesicht“. Ursprünglich sollten sie eigentlich einziehbar sein. Budgetkürzungen führten dann allerdings dazu, dass diese Idee gecancelt wurde und die Scheinwerfer schlicht aufgesetzt wurden.
Seit 1952 bildeten die Marken der Nuffield-Gruppe (Morris, MG, Wolseley und Riley) mit Austin und Austin-Healey die BMC (British Motor Company)
Um kostengünstig zu wirtschaften, wurde nun vieles zusammen entwickelt und Bestehendes untereinander ausgetauscht. So besaß der neue Austin-Healey Sprite Mark I den Motor und das Getriebe vom Austin A35. Achsen und Trommelbremsen stammten hingegen vom Morris Minor. Der Motor leistete allerdings dank höherer Verdichtung und zwei Vergasern mit 44 PS einiges mehr und brachte den Sprite auf eine Höchstgeschwindigkeit circa 135 km/h. Seine Ausstattung war, wie bei diesen Roadstern üblich, sehr spartanisch. Für die Seiten gab es Steckscheiben, der Kofferraum war nur vom Innenraum aus erreichbar, statt mit einem Teppichboden musste sich der Fahrer mit Gummimatten begnügen und gegen Regen schützte lediglich ein Notverdeck. Fahrvergnügen bereitete der Sprite aber in jedem Fall. Vor allem auf kurvenreichem Terrain zeigte er dank einer leichtgängigen und präzisen Lenkung und eines straffen Fahrwerks seine Stärken.
England gilt traditionell als Land der Roadster
In Großbritannien entstanden sehr viele Sportwagenmarken, die allesamt offene Zweisitzer im Programm hatten. Vor allem auch die kleinen Roadster (oft Westentaschen-Roadster genannt) waren sehr beliebt, da sie für einen größeren Kundenkreis erschwinglich waren. Der größte Teil der Produktion an offenen Sportwagen ging jedoch in die USA, den großen Standardmarkt für alle offenen Sportwagen, auch aus Italien und anderswoher.
Der Sprite Mk I wurde auch im Sport eingesetzt
Die Rennabteilung von BMC setzte den Austin-Healey Sprite natürlich auch zu Werbezwecken in vielen internationalen Rennen und Rallyes ein. Die ersten Siegeslorbeeren holte ein Sprite gleich in seinem Erscheinungsjahr 1958 mit John Sprinzel and Willy Cave bei der Alpine Rally.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohv Reihenvierzylinder
Hubraum: 948 ccm
Leistung: 48 PS bei 5300 U/min
Höchstgeschwindigkeit: ca. 135 km/h
Vergaser: zwei SU-Vergaser
Getriebe: Vierganggetriebe
Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie
Vorderradaufhängung: Doppelquerlenker, Torsionsstabfedern
Hinterradaufhängung: Starrachse mit Blattfedern
Bremsanlage: Trommelbremsen
Radstand: 2032 mm
L x B x H: 3480 x 1346 x 1200 mm
Gewicht: 650 kg
Verbrauch: 8l/100 km
Bauzeit: 1958-1961
Stückzahl: 48987 (Mk I)