VW - Käfer Export CKD (1960)

Der mit seiner rundlich-kompakten Form und den großen „Scheinwerferaugen“ liebenswert wirkende VW Käfer war eines der meistverkauften Automodelle der Welt. Konzipiert war der mit einem luftgekühlten Boxermotor im Heck bestückte Hecktriebler als ein robustes, zuverlässiges und preiswertes Fahrzeug mit genügend Platz für eine Kleinfamilie, das auch im Unterhalt genügsam war und einen großen Kundenkreis ansprechen sollte

Mit gut 22 Millionen Exemplaren in einer Bauzeit von 1938 bis zum letzten in Mexiko vom Band gelaufenen Fahrzeug im Jahr 2003 zählte dieser Volkswagen nach der in 15 Millionen Exemplaren gebauten Tin Lizzy von Ford (1908-1927) zu den Bestsellern unter den langlebigen Automodellen.

Seinen Spitznamen „Käfer“ erhielt das Fahrzeug erst in den frühen 50er Jahren, nachdem man begann, ihn mit großem Erfolg in die USA zu exportieren. Der VW Käfer Export war übrigens nicht per definitionem für den Export gedacht, sondern bezeichnete einfach die luxuriösere Variante des Käfers (Standard oder Export). Freilich wurde vor allem er auch in größerer Stückzahl exportiert, aber auch im Land selbst besser verkauft als der Standard

Die Amerikaner nannten das robuste, kleine Gefährt bald beetle oder bug. Dieser Spitzname wurde in der deutschen Übersetzung dann auch hier schnell adaptiert. Offiziell hieß der Käfer von 1945 bis 1946 Typ 51, ab 1946 bis 1960 unterschied man dann zwischen dem Standard und dem Exportmodell und von 1961 an orientierte man sich mit den Bezeichnungen VW 1200 über 1302 und VW 1303 bis hin zum VW 1600 an der Motorgröße.

Der Käfer besaß einen luftgekühlten ohv Vierzylinder-Boxermotor im Heck, eine drehstabgefederte hintere Pendelachse, eine Kurbellenker-Vorderachse, einen Zentralrohrrahmen mit Bodenplatte, Heckantrieb und ein von Erwin Komenda ausgearbeitetes Design

Die Technik des Käfers war solide und zuverlässig. Sie überdauerte in ihren wesentlichen Elementen seine komplette Bauzeit. Vergrößert wurde lediglich der Hubraum und die Leistung des Triebwerks. Auch seine rundliche Formgebung sprach die Menschen jahrzehntelang an. Veränderungen gab es meist am äußeren Erscheinungsbild. Die Heckfenstergestaltung etwa machte einen deutlichen Entwicklungsprozess vom zweiteiligen, kleinen „Brezelfenster“ über eine ovale Heckscheibe bis zur größeren, übersichtlicheren und fast rechteckigen, ab 1957 eingeführten Panoramascheibe durch. Natürlich wurde im Laufe der Zeit auch die Technik etwas modernisiert. So erhielt etwa der Export ab 1960 ein vollsynchronisiertes Vierganggetriebe, auf das die Standardausführung noch Jahre warten musste.

Der abgebildete Export-Käfer wurde im belgischen Gent zusammengebaut, wo VW ein Montagewerk unterhielt, und trägt den Hinweis CKD (completely knocked down) am Armaturenbrett. In Gent wurden die aus Wolfsburg angelieferten Teile montiert und das Fahrzeug komplettiert. Man machte das so in Ländern, die hohe Einfuhrzölle auf komplette Autos erhoben und die für „Bausätze“ weniger verlangten. Der CKD-Export-Käfer ist original erhalten und besitzt auch noch die ursprüngliche Lackierung (naturweiß mit einem Hauch mint, die Bezeichnung lautete jadegrün)

Im Gegensatz zur Standardausführung besaß der Export ab 1960 einen 4 PS stärkeren (34PS) 1,2l-Boxer im Heck und ein vollsynchronisiertes Getriebe. Zudem unterschied sich der deutlich luxuriösere Export vom Standard durch seine bessere Innenraumausstattung sowie durch verchromte Zierleisten, Radkappen, Stoßstangen, verchromte Scheinwerferringe und Türgriffe etc. Auch gab es für ihn die damals modernen Weißwandreifen. Ab August 1960 erhielten alle Modelle Blinker statt Winker. Der abgebildete Export aus diesem Jahr ist noch mit letzteren ausgestattet. Auch verfügt er noch über rote Einkammerrückleuchten, die 1961 durch Zweikammerschlussleuchten ersetzt wurden. Der Peilstab auf dem rechten Kotflügel diente der Übersicht und zeigte an, wo der Kotflügel endete.

Fotos & Text: Marina Block

Technische Daten

Motor: ohv Vierzylinder-Boxermotor

Hubraum: 1192 ccm

B x H: 77 x 64 mm

Leistung: 30 PS bei 3400 U/min

Höchstgeschwindigkeit: ca. 120 km/h

Getriebe: Vierganggetriebe

Rahmen: Zentralrohr-Plattformrahmen

Vorderradaufhängung: Kurbellenker oben und unten, zwei Torsionsstabfedern quer

Hinterradaufhängung: Pendelachse an Längslenkern, querliegende Torsionsstabfedern

Bremsen: Trommelbremsen

Radstand: 2400 mm

L x B x H: 4070 mm x 1540 mm x 1500 mm

Gewicht: 740 kg

Verbrauch: ca. 8l/100 km

Bauzeit: 1938-2003 (Mexiko)

Stückzahl: ca. 22 Millionen Ex.



Bilder

Informationen:

MarkeVW
ModelKäfer Export CKD
Baujahr1960

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