Dioramen sind Schaukästen, in denen im Miniaturformat mit Modellen Situationen, Landschaften und Szenerien möglichst anschaulich nachgebildet werden. Das untere Diorama zeigt für das Militär entwickelte, deutsche Transportflugzeuge des zweiten Weltkriegs. Bei den sich entweder im Anflug befindenden, auf den Abflug wartenden oder gerade bei der Ent,-bzw Beladung am Boden dargestellten Flugzeuge handelt es sich um die damals größten Exemplare ihrer Art. Wie auch kleinere Transportflugzeuge für das Militär waren sie auf die Beförderung kriegswichtiger Objekte und Personen ausgelegt. Sie mussten sehr robust und extrem zuverlässig sein, um ihre Fracht sicher an den oft gefährlichen Ort des Geschehens zu bringen. Außerdem mussten sie variabel genug sein, um auch völlig unterschiedliche Fracht transportieren zu können. Besonders wichtig war bei ihrer Konstruktion die möglichst einfache Zu,- und Entladungsmöglichkeit der Fracht. Große Öffnungen am Bug oder am Heck des Flugzeugs und gut zugängliche Laderampen waren genauso bedeutend wie eine sichere Arretierung im Frachtrauminneren. Ganz wichtig waren die guten Flugeigenschaften auch bei großer Beladung und die guten Landeeigenschaften selbst auf unbefestigten und kurzen Landebahnen. Die dargestellten Flugzeuge fielen in eine Grauzone zwischen der Kategorie der taktischen und der strategischen Transportflugzeuge, die über große Entfernung sehr große Lademengen transportierten und fast immer Flughäfen oder andere befestigte Landebahnen anflogen und die nicht in direkter Gefahrenzone operierten. Die Giganten wiesen durch ihre riesige Transportkapazität im Prinzip den Weg zur letzteren Kategorie. Zu den taktischen Transportflugzeugen, die so konstruiert waren, dass sie auch auf unbefestigtem Gelände landen und starten konnten, schienen sie nicht mehr wirklich zu zählen. Der von 1941 bis 1942 von der deutschen Luftwaffe eingesetzte Lastensegler Messerschmitt Me 321 „Gigant“ war das größte, je gebaute Gleitflugzeug der Welt. Es bestand aus einer tragenden Stahlrohrkonstruktion, auf die Holzleisten für die Stoffbespannung montiert waren. Die Tragflächen besaßen eine Profilnase aus einer Sperrholzbeplankung. Aus Holz bestand auch das Leitwerk. Das Segelflugzeug besaß eine Spannweite von 55 m, eine Abflugmasse von 34 Tonnen, eine Gesamtlänge von 28,15 m und eine Höhe von über fünf Metern. Der Beiname Gigant dürfte passend gewesen sein. Ob es eine gute Idee war, ein derartig großes Segelflugzeug zu bauen, stellte sich bald als fraglich heraus, denn der Gigant war schwierig zu fliegen und auch das Starten und Landen stellte bedingt durch die Größe und das immense Gewicht ein Problem dar. Allerdings war er das erste Transportflugzeug in der Geschichte der Luftfahrt, mit dem es möglich war Lastwagen, schwere Geschütze oder gar Panzer auf dem Luftweg zu transportieren. Viel weiter verbreitet waren damals kleinere und weitaus einfacher zu handhabende Lastensegler, wie der Gotha 242 oder der DFS 230, der 1600mal gebaut wurde. Eingesetzt wurden Lastensegler übrigens von allen Kriegsparteien. Bis der Hubschrauber diese Aufgaben übernahm, wurde zumeist der leise Lastensegler zum Transport von Waffen und Truppen an die Front verwendet. Aus dem Lastensegler Gigant wurde wenig später das sechsmotorige Transportflugzeug Messerschmitt Me 323 „Gigant“ weiterentwickelt, das wiederum das größte landgestützte Transportflugzeug des zweiten Weltkriegs war. Ausgestellt werden Modelle beider Varianten sowie ein Schleppflugzeug für den Lastensegler. Ursprünglich entwickelt wurde der riesige Lastensegler Me 321 1940 für den bevorstehenden Angriff auf England. Er sollte Truppen und schwere Waffen dorthin transportieren. Konstruiert wurde er von dem Ingenieur Josef Fröhlich, der nach seinen Konstruktionen für die Messerschmitt AG während des Krieges später für die Mannesmann Röhrenwerke tätig wurde und viele Patente anmeldete. Eine seiner bekanntesten Erfindungen war die Oktaplatte, ein Flächentragwerk mit großer Spannweite das aus einer Hohlkugel mit acht angeschweißten Rohren auf drei Ebenen bestand. Ansonsten entwarf Fröhlich für Mannesmann die unterschiedlichsten Stahlbaukonstruktionen. Begonnen hatte seine Konstrukteurs-Karriere bei den Albatros Flugzeugwerken Ende der 20er Jahre in Berlin. In den 30er Jahren ging er zu Arado in Brandenburg an der Havel und arbeitete an der Entwicklung neuer Tragflächen bis er 1938 von Willy Messerschmitt abgeworben wurde und zu Messerschmitt nach Augsburg kam. Nach dem Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums konstruierte Fröhlich den Lastensegler Gigant in nur wenigen Monaten, auch an der motorisierten Version hatte er später gearbeitet. Das riesige Segelflugzeug wurde von vorn über zwei klappbare Bugtore beladen und verfügte über ein abwerfbares Fahrwerk. Sein Laderaumvolumen entsprach desjenigen eines großen Güterwaggons der Reichsbahn. Um den Koloss mit einer Nutzlast von 20 Tonnen (er war in der Lage selbst einen großen Panzer samt Besatzung zu transportieren) in die Luft zu bekommen, waren sehr leistungsstarke Schleppflugzeuge notwendig. Die Ju 90 von Junkers, eine aus einer Militärmaschine entwickelte Verkehrsmaschine, die während des zweiten Weltkriegs dann wieder für militärische Zwecke (zumeist als Transportflugzeug) eingesetzt wurde, war stark genug für den Lastensegler und so wurden zwei Maschinen später für den Schleppdienst eingesetzt. Das reichte natürlich bei weitem nicht für die circa 200 bis 1942 gebauten Lastensegler aus. Und so versuchte man in Ermangelung anderer, leistungsstarker Schleppflugzeuge eine Troika von jeweils drei Messerschmitt Bf 110 einzusetzen. Das war, wie man sich leicht vorstellen kann, ein sehr gefährliches Unterfangen und führte schon bei den Testflügen zu etlichen Abstürzen. Schließlich bekam Heinkel die Weisung ein passendes Schleppflugzeug zu entwickelt, was mit der He 111 Z „Zwilling“ auch geschah. Das Modell dieses Schleppflugzeugs zeigt das Diorama. Dieses Flugzeug basierte auf der He 111, einem freitragenden, zweimotorigen Tiefdecker in Metallbauweise mit einziehbarem Fahrwerk und sehr guter Aerodynamik, der mit 7603 gebauten Exemplaren der Standard-Bomber der Luftwaffe über die ganze Kriegszeit hinweg war und der an allen Fronten eingesetzt wurde. Im Fall der He 111 Z hatten die Konstrukteure der zweimotorigen He 111, bestehend aus einem Team um den Aerodynamiker und Flugzeugbauer Siegfried Günter, das Ursprungsflugzeug in gewisser Weise verdoppelt. Das Entwicklungsteam hatte zwei He 111 H-6 Bomber genommen und die beiden zusammengefügt. Das Resultat war ein Design mit zwei Rümpfen und einem eingesetzten Tragflächenmittelstück. Ausgestattet war die Zwilling mit fünf, zusammen 6700 PS leistenden, flüssigkeitsgekühlten Zwölfzylinder-V-Motoren, wovon drei im Tragflächenmittelstück untergebracht waren. Im Prinzip wurde nur in der Mitte ein weiterer Motor hinzugefügt. Die beiden ganz außen liegenden Motoren übernahmen den wichtigsten Part, denn das Flugzeug war in der Lage allein mit diesen zwei Motoren zu fliegen, falls die drei mittig liegenden Motoren ausfallen sollten. Um den riesigen Messerschmitt Lastensegler zu schleppen, mussten natürlich alle Motoren ihr Bestes geben. Bei voller Ladung des Lastenseglers war aber selbst das nicht genug, dann waren Startraketen zur Unterstützung notwendig. Zum Schleppen wurden 150 m lange und 16 mm dicke Stahlseile verwendet. Die in nur Zwölf Exemplaren gebaute He 111 Z „Zwilling“ war mit einer siebenköpfigen Besatzung bestückt. Neben dem Piloten und Co-Piloten zählten dazu zwei Mechaniker, zwei Schützen und ein Funker/Navigator. Der Pilot musste fünf Gashebel betätigen, um die fünf Junkers Jumo 211F-Motoren unter Kontrolle zu halten. Zur Selbstverteidigung hatte das Schleppflugzeug verschiedene Maschinengewehrstellungen an Bord, wobei es sich meist um ein 7.7 mm und ein 13 mm Maschinengewehr und eine 20 mm Kanone handelte. Sie waren oben im Rumpf unter einer Dachklappe positioniert. Bereits 1941 wurde nach den ersten Erfahrungen mit dem auf dem Fliegerhorst Regensburg-Obertraubling gebauten Lastensegler Gigant mit der Messerschmitt Me 323 eine motorisierte Version des Giganten entwickelt. Später wurden auch einige Lastensegler zu Me 323 umgebaut. Anfängliche Versuche mit normaler Fahrwerksanordnung und mit vier Motoren erwiesen sich als unzureichend und es entstanden nur kleinste Stückzahlen mit vier Motoren. Erst der Einsatz von sechs 14-Zylindersternmotoren von Gnome et Rhône und einem seitlich angeordneten Fahrwerk mit jeweils fünf hintereinander laufenden Rädern war letztendlich zufriedenstellend und wurde ab 1942 so auch gebaut. Wie beim Lastensegler befand sich die Pilotenkanzel hoch oben im Rumpf in etwa auf Höhe der Tragflächen. Fliegen ließ sich der Gigant nicht eben einfach. Vor allem beim Durchstarten gab es durch die hohe Lage der sechs Motoren Probleme, denn die gesteigerte Zugkraft der Motoren wirkte dann auf die Konstruktion und drückte die Flugzeugnase nach unten. Eine Bruchlandung war dann meist die Folge. Als sehr schwierig erwies sich der Startvorgang auch bei sehr hoher Beladung. Dann mussten, wie auch beim Lastensegler, Startraketen helfen. Zur Verteidigung war das Transportflugzeug mit fünf Maschinengewehren bewaffnet, die von Gewehrtürmen im Rumpf betätigt wurden. Ab 1943 wurden die Me 323 in den Zeppelin-Werken von Friedrichshafen gebaut. Das häufigste Einsatzgebiet des Me 323 Giganten war der Mittelmeerraum. Dort wurde er zur Versorgung der in Nordafrika kämpfenden deutschen und italienischen Truppen eingesetzt. Später wurde der Gigant zur Ostfront verlegt. Insgesamt entstanden zwischen 1942 und 1944 198 Exemplare dieses militärischen Transportflugzeugs.