Von 1984 bis 1997 übernahm die Baureihe W 124, die in 2,5 Millionen Exemplaren gebaut wurde, die Stellung der oberen Mittelklasse bei Daimler-Benz. Bei ihrer Entwicklung wurden einige Designelemente sowie die leichtere Bauweise des W201 übernommen
Beim W 124 setzte man auf gewichtssparende Materialien sowie hochfeste Stahlbleche. Die Gewichtsreduktion und eine aerodynamische Optimierung führten zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch. Auch die Fahrzeugsicherheit wurde verbessert. So verfügte der Fahrgastraum über einen sehr hohen Aufprallschutz und ausgefeilte Deformationszonen an Heck und Bug. Auch an den Schutz von Fußgängern und Zweiradfahrern hatte man gedacht und sensible Zonen stoßnachgiebig konstruiert. Ab 1989, als die Reihe stilistisch überarbeitet wurde, erhielt der W124 flächige Verkleidungen an Kotflügeln und Türen (Flankenschutzleisten), die auch als Sacco-Bretter bekannt waren und eine Idee des Mercedes Chef-Designers Bruno Sacco waren. Außerdem verfügten die Fahrzeuge über einen Einarmscheibenwischer.
Die Limousine war das meistverkaufte Modell der Baureihe, zu der im Laufe der Zeit auch Kombi (T-Modell ab 1985)), Coupé (ab 1987), Cabriolet (ab 1991) und eine Langversion zählten. Daneben gab es auch etliche Sonderserien und Tuningversionen sowie Sonderfahrzeuge
Die Limousine, deren Produktion Mitte 1995 eingestellt und vom Nachfolger W 210 abgelöst wurde, zeichnete sich durch eine große Geräumigkeit und ein sehr gutes Fahrverhalten aus. Die innovative Mehrlenker-Hinterachse (Raumlenkerhinterachse) sorgte für Komfort und ein gutes Handling. Der große 520 l fassende Kofferraum ließ sich dank tiefliegender Ladekante sehr gut beladen.
Die Motorenauswahl war reichhaltig, mehr als ein Dutzend standen zur Verfügung, so dass jeder das passende finden konnte
Es gab den W 124 in verschiedenen Hubraum und Leistungsklassen mit Vierzylinder,- und Sechszylinder-Ottomotoren, mit Vierzylinder,- Fünfzylinder,- oder Sechszylinder-Dieselmotoren sowie ab 1990 sogar mit einem V-Achtzylindertriebwerk. Die Dieselmotoren der W124 Baureihe waren übrigens sogar mit puren Pflanzenölen betriebsfähig.
Die W 124 Baureihe ist auch als Klassiker gefragt
Die schlicht-elegante Formgebung, die gute Verarbeitungsqualität, das gute und sichere Fahrverhalten, die je nach Motor hohe Leistungsfähigkeit und die langlebigen Motoren (vor allem Dieselmotoren mit legendären Laufleistungen) machten die Baureihe über ihre Zeit hinaus sehr beliebt.
Der abgebildete W 124 von 1992 ist ein 220 E in rauchsilber-metallic
Die Limousine verfügte über ein dohc Reihenvierzylindertriebwerk mit 2199 ccm Hubraum, Mehrpunkteinspritzung und einer Leistung von 150 PS. Sie beschleunigte in 10,6 Sekunden auf 100 km/h und erreichte maximal 210 km/h.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten 220 E
Motor: dohc Reihenvierzylindermotor, Benziner
Hubraum: 2199 ccm
Leistung: 150 PS bei 5500 U/min
Getriebe: Fünfgangschaltgetriebe oder Fünfstufenautomatik
Vorderradaufhängung: Querlenker, Dämpferbein, Schraubenfedern, Torsionsstabilisator
Hinterradaufhängung: Raumlenker-Hinterachse, Torsionsstabilisator
Antriebsart: Hinterradantrieb
Bremsanlage: hydraulische Scheibenbremsen, vorn belüftet, ABS
Radstand: 2800 mm
L x B x H: 4740 x 1740 x 1428 mm
Gewicht: 1370 kg
Kofferraunvolumen: 520 l
Reifen: 195/65 R15
Verbrauch: 8,8 l/100 km
Stückzahl: W124- 2,5 Millionen Ex. insgesamt; ca. 2,1 Millionen Limousinen
Bauzeit: W 124:1984-1997; Limousine bis Mitte 1995; 220 E ab 1992