Mit seinem Flaggschiff, dem Granada bot Ford Köln seinen Konkurrenten hierzulande in der oberen Mittelklasse die Stirn. Und das mit Erfolg, denn der Granada bestückt unter anderem mit V-Sechszylindertriebwerken, einem modernen Fahrwerk und geräumigen wie gut ausgestatteten Karosserien wurde mit über 1,6 Millionen verkauften Exemplaren ein Bestseller
Für sein Geld bekam man nun bei Ford dasselbe oder manchmal sogar mehr als bei einigen weit teureren Marken. Einerseits stand Ford mit dem großen und gut ausgestatteten Granada die Businessclass offen, andererseits wurde er dank seines guten Platzangebots und seines Fahrkomforts auch gern als komfortables Reisefahrzeug in Richtung Orient verwendet.
Verantwortlich für die Formgebung des Granada, den es von 1972 bis 1985 hier in zwei Generationen gab (einige sprechen von drei Serien und verorten die dritte Serie ab Herbst 1981), war der Designer Uwe Bahnsen. Viel Lob erhielt er vor allem für das geglättete Design der zweiten Granada-Serie, die 1977 erschien. Wegen seinen schlicht-eleganten Formen geisterte der Granada nun sogar als „Beau de Cologne“ durch die Fachpresse
Seine leicht kantige Formgebung wirkte zeitlos. Daneben hatte der Granada aber noch andere Vorzüge. So galt er als stabil, sicher, leicht zu reparieren und als sehr geräumig. Zu haben war das Modell in der zweiten Modellreihe als viertürige und zweitürige Limousine (letzere fiel bei der dritten Serie ab Herbst 1981 weg) und als fünftürige Kombiversion Turnier. Das war damals übrigens der größte Kombi hierzulande. In der Ghia-Ausstattung (2.8i, 3000 V6) verfügte der Granada über das luxuriöseste Interieur, wie etwa Edelholzfurnier, Lederbezüge und anders mehr auf Wunsch.
Die Technik des Granada war modern und bot sehr guten Fahrkomfort
So verfügte er rundum über eine Einzelradaufhängung, vorn an Doppelquerlenkern, Zugstreben und Schraubenfedern sowie einem Querstabilisator und hinten über eine Schräglenkerachse. Es gab eine servounterstütze Zweikreis-Bremsanlage mit Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten. Für die Motorisierung standen ohv V-Sechszylindertriebwerke mit 2 bis 2,8 l Hubraum, ein 1,7 l ohv V-Vierzylindermotor sowie zahnriemengetriebene ohc Reihenvierzylindermotoren mit 1,6 oder 2 l Hubraum zur Verfügung. Die kopfgesteuerten Reihenmotoren basierten auf dem Motor des amerikanischen Ford Pinto. Das abgebildete Exemplar trägt einen 2 l ohc Vierzylindermotor mit 105 PS unter der Motorhaube. Auch ein Dieselmotor von Peugeot war für den Granada zu haben. Bis zum Baujahr 1982 litt der Granada übrigens an Rostanfälligkeit.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohc Reihenvierzylindermotor
Hubraum: 1993 ccm
B x H: 90,82 x 77 mm
Verdichtung: 9:1
Leistung: 105 PS bei 5200 U/min
Vergaser: Registerfallstromvergaser von Weber
Höchstgeschwindigkeit: ca. 170 km/h
Getriebe: Viergangschaltgetriebe oder Dreigang-Automatik
Antriebsart: Hinterradantrieb
Radaufhängung vorn: Doppelquerlenker, Zugstreben, Schraubenfedern, Querstabilisator
Radaufhängung hinten: Schräglenker-Hinterachse, Schraubenfedern
Bremsen: servounterstützte Zweikreisbremsanlage, vorn Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen
Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie
Radstand: 2769 mm
L x B x H: 4720 x 1791 x 1416 mm
Gewicht: 1235 kg
Preis: ca. 30000 DM 1981
Stückzahl: über 1,6 Millionen Ex. insgesamt
Bauzeit: 1972-1985 alle Serien