Ford - Sierra 2.0 Ghia (1985)

Mit dem von 1982 bis 1993 in 2,7 Millionen Exemplaren gebauten Ford Sierra trat Ford in die Moderne ein und präsentierte einen veritablen Nachfolger für den Taunus und den in Großbritannien verkauften Cortina

Nachdem der Taunus sich nur noch schlecht verkaufen konnte, war es dringend an der Zeit für Ford ein neues, zukunftsfähiges Modell auf den Markt zu bringen. Das geschah mit dem Sierra, der ein aerodynamisch durchdachtes Modell mit zeitloser Windkanalform, flacher Front,- und Heckscheibe, bündig eingeklebten Scheiben und einem Luftwiderstandswert von cW34 war und damit einen Topwert in seiner Klasse erreichte. Mit seinem progressiven Design polierte er das Image der Marke Ford, das durch den mittlerweile als bieder empfundenen Taunus in der Mittelklasse stark gelittenen hatte, deutlich auf.

Verantwortlich für die moderne Formgebung des Sierra, den es zuerst als viertürige Fließheck-Limousine und Kombi, dann auch als Fließheck mit zwei Türen und später in der zweiten Serie ab 1987 auch mit Stufenheck (das wollte die alte Taunus-Kundschaft einfach wieder haben) gab, war der Designer Uwe Bahnsen

Ein altes Relikt blieb aber auch dem modernen Design des Sierra erhalten und das waren die Regenrinnen, die für die Befestigung des Dachgepäckträgers benötigt wurden. Den wollten viele ehemalige Taunus-Kunden einfach nicht missen. Die strömungsgünstige Form des Sierra führte zu moderaten Verbrauchswerten. Eingesetzt wurden anfangs Motoren, die schon aus dem Taunus bekannt waren. Die Motorenpalette nahm allerdings rasch zu und umfasste ohc Vierzylindermotoren mit 1,6 oder 2 l Hubraum, 2 bis 2,8 l V-Sechszylindertriebwerke, einen 2,3 l Dieselmotor von Peugeot bis hin zum bissigen, vom englischen Motorenspezialisten Cosworth für den Rennsport getunten Zweiliter-Turbotriebwerk. Später kamen noch andere Motorvarianten hinzu.

Auch das Fahrwerk des neuen Modells war modern

So hatte man die starre Hinterachse des Taunus ad acta gelegt und dem Sierra rundum eine Einzelradaufhängung mit an einem Hilfsrahmen befestigten Schräglenkern und vorn McPherson-Federbeinen gegönnt. Die gute Achslastverteilung des Hecktrieblers mit Schräglenker-Hinterachse führte zu einem agilen und sicheren Fahrverhalten.

Der Sierra wurde in verschiedenen Ausstattungsvarianten angeboten

Die Innenraumgestaltung orientierte sich mit dem zum Fahrer hin abgeknickten Armaturenbrett etwas am damaligen BMW-Design. Ansonsten dominierten hier kubische Elemente. Es gab anfangs die Ausstattungen Sierra (Basis), Sierra L, Sierra GL und Sierra Ghia (beste Ausstattung). Die italienische Designschmiede Ghia zählte derzeit zum Ford-Konzern. Anfangs unterschied sich das Frontdesign je nach Ausstattungslinie. Ab 1985 erhielten aber alle Sierra-Versionen den glattflächigen Kühlergrill, den es zuvor nur in der Ghia-Ausstattung gab. Der Lamellengrill mit drei Luftschlitzen fand sich nur noch am Diesel und dem Sondermodell Laser. Ab 1990 gab es einen neu gestalteten Kühlergrill. Das abgebildete Modell, ein Sierra 2.0 Ghia von 1985, ist eine Spende von Irmgard Heidemann an das Museum.

Fotos & Text: Marina Block

Technische Daten

Motor: ohc Reihenvierzylinder

Hubraum: 1993 ccm

B x H: 90,8 x 76,95 mm

Verdichtung: 9:1

Leistung: 106 PS bei 5200 U/min

max. Drehmoment: Nm 157 bei 4000 U/min

Vergaser: Webervergaser

Höchstgeschwindigkeit: 182 km/h

Getriebe: Fünfgang-Schaltgetriebe oder Viergang-Automatikgetriebe

Antriebsart: Hinterradantrieb

Radaufhängung vorn: McPherson-Federbeine, Stabilisator

Radaufhängung hinten: Schräglenker-Hinterachse, Stabilisator

Bremsen: vorn innenbelüftete Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen

Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie

Radstand: 2608 mm

L x B x H: 4420 x 1698 x 1407 mm

Gewicht: 1105 kg

Bauzeit: 1982-1993 Ford Sierra



Bilder

Informationen:

MarkeFord
ModelSierra 2.0 Ghia
Baujahr1985

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