Honda, der größte Motorradhersteller der Welt, erfüllte so ziemlich jeden Kundenwunsch, auch wenn der Fokus stets auf Viertaktmodelle gelegt wurde. In den späten 60er Jahren eroberte Honda den amerikanischen und europäischen Motorradmarkt mit einem sensationellen Vierzylindermodell, der Honda CB 750 Four. In der Tradition dieser Legende und seinen Nachfolgern der CB 750 K und F steht die von 1984 bis 1989 gebaute CBX 750, die es in den Versionen E,F,P(P=Polizeieinsatz) und G (in Deutschland nur F) gab
In den späten 60ern war die CB 750, ein an Renntechnik angelehntes Großserienvierzylindermodell mit kettengetriebener obenliegender Nockenwelle und herausragenden Fahreigenschaften, eine Sensation und ein echtes technisches Highlight. Sie wurde nicht nur zu einem großen Erfolg sondern zu einem Meilenstein in der Motorradgeschichte. Die CBX 750 setzte diese Entwicklungslinie grundsätzlich fort. Auch sie stellte einen tourenkompatiblen Supersportler dar, der nicht nur in lediglich vier Sekunden auf 100 km/h beschleunigen konnte und eine Spitze von 217 km/h erreichte, sondern sich auch als komfortabel genug für eine etwas längere Strecke erwies.
Das kompakte Reihenvierzylindertriebwerk der CBX 750 F verfügte über zwei oben liegende Nockenwellen, über 16 Ventile samt hydraulischem Ventilspielausgleich, eine kontaktlose elektronische Zündung, eine automatische Steuerkettenspannung, einen Ölkühler und über Keihin-Gleichdruckvergaser
Eingefügt war das Triebwerk in einen Doppelschleifenrahmen mit luftgestützter Teleskopgabel samt Anti-Dive-System und einem Zentralfederbein zur Abfederung des kettengetriebenen Hinterrads. Ein kurz übersetztes Sechsganggetriebe und eine ruckfreie Einwegkupplung förderten die Fahrfreude. Für die Verzögerung gab es vorn eine Doppelscheibenbremse, ausgeführt als Schwimmsattelbremse mit Doppelkolben und hinten eine Einscheibenbremse. Ein tiefer Schwerpunkt des Fahrwerks und eine ausgewogene Gewichtsverteilung sorgten für ein gutes Handling der Maschine und gute Fahreigenschaften. In einigen asiatischen Ländern wurde die Honda CBX 750 in etwas abgewandelter Form (P) auch als Polizeimotorrad eingesetzt. Diese Maschinen besaßen einen Kardanantrieb im Gegensatz zum Kettenantrieb der anderen Versionen.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: dohc Reihenvierzylinder, luftgekühlt, 16-Ventiler
Hubraum: 747 ccm
Leistung: 91 PS bei 9500 U/min
Max. Drehmoment: 70 Nm bei 8500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: ca.217 km/h
Beschleunigung: in 4 sec von 0 auf 100 km/h
Vergaser: vier Keihin-Gleichdruckvergaser
Getriebe: 6-Ganggetriebe
Bremsen: vorn 280 mm-Doppelscheibenbremse, hinten 280 mm-Scheibenbremse
Rahmen: Doppelschleifenrahmen
Vorderrad: Teleskopgabel
Hinterrad: Schwinge mit zentralem Federbein
Bereifung: vorn 110/90-16, hinten 130/80-18
Tankinhalt: 22 Liter + 4 l Reserve
Verbrauch: ca.7-10 l auf 100 km je nach Fahrweise
Leergewicht: ca. 241 kg
Radstand: 1465 mm
L x B x H: 2200 x 780 x 1195 mm
Sitzhöhe: ca. 81 cm
Preis: 10235 DM
Bauzeit: 1984-1989