Kleine Sportwagenfirmen, die in geringen Stückzahlen chice und manchmal sogar innovative Fahrzeuge bauten, gab es in der Automobilgeschichte schon immer. Oft verwendeten sie technische Komponenten von Großserienherstellern und gestalteten die Karosserie und das Chassis selbst. Zudem wurde bei den meist handgefertigten Exemplaren auch auf individuelle Wünsche eingegangen. Auch in der heutigen Zeit ist das nicht anders (siehe Spyker, Artega, Wiesmann, Melkus, Caterham, Morgan u.a.) und geschah unter anderem im Städtchen Delbrück bei Paderborn, wo von 2009 bis 2012 der Artega GT gebaut wurde, ein agiler Sportwagen in gelungener Formgebung und mit überzeugenden Fahreigenschaften. Entstanden sind von diesem zweisitzigen Sportcoupé, das viele Testfahrer für sich einnahm, 153 Exemplare
Die Artega Automobil GmbH wurde 2006 als ein Ableger des Automobilelektronikzulieferers Paragon von seinem Gründer Klaus Dieter Frers aufgebaut. Unter dem Markennamen Artega wollte er einen potenten Kontrahenten für Porsche und Co schaffen. Für die Konstruktion des Artega GT engagierte Frers den dänischen Designer Henrik Fisker, der zuvor für Aston Martin und BMW tätig war. So stammten aus seiner Feder die Formen des Aston Martin DB9 und des BMW Z8.
Fisker entwarf für Artega einen kompakten Sportler mit einer auf einem knapp 100 kg schweren Aluminium Spaceframe aufgebauten und gelungen geformten Polyurethankarosserie. Der 3,6 l VR-Sechszylinderquermotor wurde im Heck vor der Hinterachse (Mittelmotor) platziert
Der von VW stammende, engwinkelige V-6-Motor leistete 300 PS und beförderte den 1260 kg schweren Sportwagen in 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h sowie auf eine Höchstgeschwindigkeit von 273 km/h. Passgenaue Recaro-Sitze und ein Sechsgang-Automatikgetriebe sorgten für angenehmen Fahrkomfort. Ausgestattet war das Fahrzeug mit ABS, elektronischer Fahrstabilitätsregelung, vier Airbags und Gurtstraffern.
Die Firmengeschichte der Artega Automobil GmbH ist abwechslungsreich
2009 hatte Frers seine Anteile am Unternehmen einem mexikanischen Investor (Aktionär der Bierbrauererei Grupo Modelo) verkauft. Nach der Übernahme wurde Wolfgang Ziebart (ehemalig BMW) als Geschäftsführer eingesetzt. Nachdem die Firma 2012 Insolvenz anmelden musste, übernahm Klaus Dieter Frers und die Paragon die Sportwagenfirma Artega wieder und Frers wurde erneut Geschäftsführer. Auf der Basis des Artega GT wurde bereits 2011 in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut ein elektrisch betriebener Sportwagen entwickelt. Die Weiterentwicklung Artega Scalo wurde 1915 vorgestellt. 1917 zeigte Artega zusammen mit dem Mailänder Karossier Touring Superleggera den elektrischen Supersportler Artego Scalo Superelletra in Genf. Mittlerweile konzentriert man sich neben dem E-Sportwagen Artega Scalo mit der Karo-Isetta, einem elektrisch angetriebenen Remake der Isetta, auch auf den Bau elektrischer Kleinwagen.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: VR Sechszylinderquermotor, Mittelmotor
Hubraum: 3597 ccm
Leistung: 300 PS bei 6600 U/min
max. Drehmoment: 350 Nm bei 2400 U/min
Beschleunigung: in 4,4 sec auf 100 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 273 km/h
Antriebsart: Heckantrieb
Getriebe: Sechsgang-Automatikgetriebe
Karosserie: Polyurethankarosserie auf Aluminium-Spaceframe
Vorderradaufhängung: Einzelradaufhängung, Doppelquerlenker, Schraubenfedern
Hinterradaufhängung: Einzelradaufhängung, Doppelquerlenker, Schraubenfedern
Bremsen: Scheibenbremsen
Radstand: 2460 mm
L x B x H: 4010 mm x 1880 mm x 1180 mm
Gewicht: 1260 kg
Bereifung: vorn 235/35 R 19 Y, hinten 305/30 R 19 Y
Verbrauch: ca. 9,6l/100 km
Bauzeit: 2009-2012
Preis: ca. 88000 Euro
Stückzahl: 153 Ex.