Flugzeuge (MR) - Vitrine englische + japanische Militärflugzeuge des 2. Weltkriegs im Marineeinsatz

Auf fünf Ebenen sind Modelle englischer und japanischer Kriegsflugzeuge zu sehen, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden, etliche von ihnen konnten auch von Flugzeugträgern/Marineschiffen aus starten und operierten gemeinsam mit dem Marine-Kommando. Auf der untersten Ebene finden sich englische Militärmaschinen, die von Schlachtschiffen mitgeführt wurden oder von Flugzeugträgern aufstiegen, darunter waren auch etliche Wasserflugzeuge mit Schwimmer und Flugboote ohne Schwimmer. Auf der Ebene darüber sind die bekanntesten, englischen Militärflugzeuge des zweiten Weltkriegs zu sehen, einige von ihnen waren an der Luftschlacht um England beteiligt, andere wurden auf Flugzeugträgern und in Schlachten über Wasser eingesetzt. Alle britischen Flugzeuge unterstanden dem Kommando der Royal Air Force, die sich gegen Ende des ersten Weltkriegs als erste von den Land-, und Seestreitkräften unabhängige Teilstreitkraft der Welt etablierte und sich aus dem ehemaligen Royal Flying Corps und dem Royal Naval Air Service gebildet hatte. Natürlich war es sinnvoller eine schlagkräftige Einheit in Form der Royal Air Force zu haben, statt zweier unterschiedlicher Verbände. Englische Schwimmerflugzeuge und Flugboote stammten zumeist von den Unternehmen Supermarine, Fairey, de Havilland und Short Sunderland. Flugzeuge, die von Flugzeugträgern aus operierten oder Flugzeuge, die von Flugzeugträgern aus, aber auch von Land aus, vor allem für ihren Einsatz über Wasser konzipiert waren, wie etwa Schwimmerflugzeuge oder das Flugboot, gab es bereits kurz vor dem ersten Weltkrieg. Den höchsten Entwicklungsstand erreichten Flugboote und Schwimmerflugzeuge während des zweiten Weltkriegs, als sie für die Küstenüberwachung, für die Seeaufklärung und U-Boot-Bekämpfung sowie für die Seenotrettung eingesetzt wurden. Bekannt für seine Flugboote war unter anderen das Unternehmen Supermarine Aviation Works (Muttergesellschaft Vickers Aviation). Von Supermarine kam die bis 1939 eingesetzte Supermarine Stanraer, die bis 1944 gebaute und als Bordflugzeug der Royal Navy auf allen Kreuzern und Schlachtschiffen eingesetzte Walrus oder ihr ebenfalls als Doppeldecker-Flugboot ausgebildeter Nachfolger, die bis 1945 operierende Supermarine Sea Otter. Alle drei Flugboote waren Doppeldecker-Ausführungen mit schwimmergestützten Tragflächen, wobei die Sea Otter zu den letzten dieser Art zählte. Von diesem beliebten Modell, das auch von Niederländern, Dänen und Franzosen gekauft wurde, gab es 292 Exemplare, die zumeist für den Patrouillenflug und für die Rettung eingesetzt wurden. Konstruiert wurden die Supermarine-Flugboote übrigens von Reginald Mitchell, der auch für die Konstruktion der berühmten Spitfire verantwortlich zeichnete. Flugboote, die ohne Schwimmer oder Fahrwerk unter dem Rumpf auskamen, waren speziell konstruiert. Sie besaßen einen sehr leichten und wasserdichten Korpus, waren unterwärts gebaut wie ein Bootsrumpf mit knappem Kiel und ansonsten wie ein Flugzeug mit erhöhtem Leitwerk und Stützschwimmern unter den Tragflächenenden. Ein besonders eindrucksvolles Muster dieser Gattung war die britische Short S25 Sunderland. Das in 749 Exemplaren entstandene Langstrecken-Flugboot besaß vier Motoren und war ein freitragender Schulterdecker in Ganzmetallbauweise mit je einem einklappbaren Stützschwimmer unter den Tragflächen. Sie hatte einen großen Bootsrumpf und konnte relativ viel Ladung aufnehmen. Eingesetzt wurde sie zur U-Boot-Abwehr, zur Seeaufklärung und Seenotrettung. Effektiv war dieses Flugboot auch im Kampfeinsatz, so versenkte dieser Typ gut 60 deutsche U-Boote. Eingesetzt wurde die Short Sunderland nicht nur von der RAF, sondern auch von der neuseeländischen Marine und Seefliegereinheiten anderer Staaten. Später flog sie auch Einsätze bei der Berliner Luftbrücke. Nach dem Krieg wurden einige Exemplare in eine zivile Version umgebaut. Die Flugboote und auch die Schwimmerflugzeuge (Schwimmer statt Fahrwerk) für den Marineeinsatz waren meist katapultfähig. Ein katapultfähiges Wasserflugzeug mit Schwimmern war etwa die Fairey Sea Fox, die auf Kreuzern der Royal Navy bis 1942 eingesetzt wurde. Von diesem Modell gab es 64 Exemplare, von denen einige zur Beobachtung des deutschen Panzerschiffs „Admiral Graf Spee“ dienten. Ein sehr bekanntes Schwimmerflugzeug war auch die Sea Moth von De Havilland. Dieses Modell wurde von de Havillands erfolgreicher und in 7000 Exemplaren hergestellten Tiger Moth abgeleitet, die sogar noch bis 1950 gebaut wurde und ein Doppeldecker war. Die in verschiedenen Varianten gebauten Tiger Moths waren, bestückt mit leichten Bomben, an der Luftschlacht um England beteiligt. Es handelte sich um eine sehr ausgereifte Konstruktion, die bald nach ihrem Erstflug 1931 eine Zulassung für den Kunstflug erhielt, als Trainingsflugzeug der Royal Air Foce diente und später auch in vielen Spielfilmen zu sehen war. Die Tiger Moths wurden nicht nur bei De Havilland sondern auch bei der Morris Motor Company und in etlichen Ländern des Commonwealth gebauten. In Neuseeland arbeiteten sie nach dem Krieg auch als Agrarflugzeuge.

Trägergestützte Flugzeuge, also Flugzeuge, die von Flugzeugträgern aus starteten, waren katapultfähig ( sie wurden meist über einen Katapultschlitten, der am Startbahnende stark abbremste, sozusagen in die Luft geschossen) und konnten auf dem Wasser landen, um dann mit einem Kran wieder an Bord gehievt zu werden. Es gab aber auch bereits Flugzeuge wie den Aufklärer Fairey Fulmar oder den Jäger Blackburn Skua, die eine niedrige Mindestgeschwindigkeit aufbrachten und mittels Fangleinen in der Lage waren, wieder auf dem Flugzeugträger zu landen. Auch Flugzeugträger kamen erst im zweiten Weltkrieg wirklich verbreitet zum Einsatz, denn ihre Entwicklung kam erst in den 20er und vor allem 30er Jahren richtig in Gang. Der erste Flugzeugträger mit Namen Foudre, der zur französchen Streitmacht zählte, stach 1911 in See. Als Vorläufer späterer Entwicklungen sah er natürlich noch nicht so aus, wie seine Nachfolger. Anfangs transportierte er lediglich Flugzeuge, bis man 1912 erste Versuche unternahm, eine Voisin Hydro Canard vom Schiff aus starten zu lassen. Danach ging die Entwicklung sehr schnell. Großbritannien hatte seinen vollwertigen Flugzeugträger 1918 fertig, 1922 zogen die USA nach. Im Marineeinsatz waren allerdings Flugzeuge aller Kriegsparteien bereits während des ersten Weltkriegs. Dass Flugzeuge und Luftschiffe sehr wichtig für die Kriegsführung über Wasser sein würden, hatte man schon im ausgehenden 19. Jahrhundert erkannt. Um 1890 setzte die französische Marine Luftschiffe bei einem Manöver ein. Sie sollten Schiffsbewegungen beobachten, Minenfelder orten und auf Schiffen ausgebrochene Feuer löschen. Für den Einsatz dieser Luftschiffe wurde sogar eine Luftschiff-Schule bei der Marine eingerichtet. Auf der zweiten Ebene finden sich sehr bekannte englische Militärmaschinen, unter anderem Flugzeugtypen, die bei der Luftschlacht um England (Battle of Britain) die deutschen Angriffe von Juni 1940 bis etwa Mai 1941 abwehrten. Am bekanntesten ist sicherlich der Jägertyp Spitfire von Supermarine (Vickers). Sein Gegenspieler auf deutscher Seite war die Messerschmitt Bf 109. Bei der Spitfire, die es in verschiedenen Ausführungen gab, handelte es sich um einen einmotorigen Tiefdecker mit Motoren von Rolls-Royce (meist der Merlin) oder Napier und um einen der meistgebauten Flugzeugtypen jener Zeit (ca. 210000 Exemplare). Supermarines Chefkonstrukteur Reginald Mitchell soll sich angeblich bei der Konstruktion der ersten Spitfire von der Heinkel He 70, einem schnellen und sehr aerodynamisch geformtem Tiefdecker-Verkehrsflugzeug inspiriert haben lassen. Für einen Jäger waren natürlich Schnelligkeit und Wendigkeit ganz wesentliche Eigenschaften. Gezeigt werden verschiedene Versionen des Typs Spitfire, der wegen seiner Eigenschaften sehr beliebt war und an allen Fronten auch von den anderen Alliierten eingesetzt wurde. Im Battle of Britain spielte auch die Hawker Hurricane eine wichtige Rolle. Sie war damals in größerer Stückzahl als die neue und ihr eigentlich überlegene Supermarine Spitfire vorhanden und bildete daher zu diesem Zeitpunkt das Rückgrat der RAF. Im Prinzip teilten sich diese beiden Maschinen die meisten Luftsiege in der Schlacht. Seine Basis auf einem Flugzeugträger hatte der von 1940 bis 1945 eingesetzte Aufklärer und Jäger Fairey Fulmar, der zusammen mit dem Hawker Sea Hurricane den bis 1941 aktiven und ebenfalls trägergestützten Jäger Blackburn Skua ablösten. Die Skua wurde hauptsächlich am Anfang des Krieges eingesetzt und war bald schlichtweg veraltet, auch wenn sie anfangs das modernste Flugzeug im Royal Navy-Einsatz in Ganzstahlbauweise, mit einziehbarem Fahrwerk , Verstellpropeller und Landeklappen war. Da auf einem Schiff wenig Platz bereit stand, rüstete man all diese Modelle mit Faltflügeln aus. Die Fulmar war laut Pilotenaussagen leicht zu fliegen und sie konnte weit mehr Munition mitführten als die landgestützten Jäger Supermarine Spitfire und Hawker Hurricane, die andererseits wendiger und schneller waren. Die Fulmar leistete 1941 gute Dienste bei der Verfolgung des deutschen Kriegsschiffs Bismarck und lieferte wichtige Daten für den trägergestützten Torpedobomber Fairey Swordfish, der an der Versenkung der Bismarck beteiligt war. Konzipiert hatte man den in 2396 Exemplaren bis 1944 gebauten Swordfish, der übrigens ein Doppeldecker war, hauptsächlich für die U-Boot-Abwehr. Er konnte Torpedos und Bomben mitführen und war Bordflugzeug etlicher Kampfschiffe. Sein Nachfolger sollte eigentlich die Fairey Albacore werden, die ebenfalls ein Doppeldecker war. Letztendlich blieben, nachdem Albacores Motorenprobleme gelöst waren, beide im Dienst, wurden aber an unterschiedlichen Standorten eingesetzt. Die Albacore kämpfte hauptsächlich im Mittelmehr (Schlacht bei Kap Matapan, Schlacht von El Alamein, Belagerung Maltas). Nachfolger der Fairey Albacore wurde der Schulterdecker Fairey Barracuda, der sich auch als Sturzkampfflugzeug einen Namen machte. Ein englischer Bomber, der vor allem Schiffe auf‘s Korn nahm, war das Mitteldeckermodell Bristol-Blenheim, ein Ganzstahlflugzeug mit vollverglaster Front (Pilotenkanzel). 1943 wurde dieser in 4422 Exemplaren gebaute Bomber von der enorm schnellen De Havilland Mosquito abgelöst, das eines der besten Flugzeuge der Royal Air Force im zweiten Weltkrieg war. Die von 1940 bis 1950 in ca. 7700 Exemplaren gebaute zweimotorige (Rolls-Royce Merlin-V12-Motoren) Mosquito war ein Mitteldecker und bestand zum größten Teil aus Holz in Monocoquebauweise (aus zwei Halbschalen zusammengesetzt), da Metalle während des Weltkriegs rar wurden und vor allem für die Herstellung von Torpedos, Bomben, Panzern, Schiffen und Co. benötigt wurden. Die Holzbauweise hatte nicht unbedingt Nachteile, vielmehr war die Mosquito so gut gebaut und robust, dass sie bald den Spitznamen Wooden Wonder erhielt. Sie besaß sehr gute Höhenflugeigenschaften und war sehr schnell und zwar so schnell, dass sie allen deutschen Flugzeugen einfach davonfliegen konnte. Auch die schnellen Messerschmitt-Typen hatten keine Chance gegen sie. Gebaut wurde die Mosquito nicht nur in England, sondern auch bei den De Havilland-Töchtern in Kanada und Australien.

Auf der dritten Ebene werden Modelle britischer und japanischer Militärflugzeuge ausgestellt. Zu sehen ist etwa mit dem Gloster Gladiator, der 1940 ausgemustert wurde, das letzte Doppeldecker-Flugzeug im Dienst der RAF. Ein absoluter Kontrast dazu ist das ebenfalls von Gloster gebaute, erste strahlgetriebene britische Jagdflugzeug, die Gloster Meteor. Sie trat im Juli 1944 ihren Dienst an und wurde erst einmal gegen die ersten Marschflugkörper der damaligen Zeit, die deutschen Fieseler F1 103 (V1)-Bomben eingesetzt. Der Flugzeugbauer Gloster, der zu Hawker Siddeley zählte, baute auch einen großen Teil der Hawker Typhoon. Hawker war mit dem Bau der Hurricane damals schon gut ausgelastet. Bei der Typhoon handelte es sich um das größte und schwerste Jagdflugzeug ihrer Zeit. Sie entstand von 1941 bis 1945 in 3278 Exemplaren. Die ersten fertiggestellten Maschinen nahmen gleich an der Luftschlacht um England teil. Später begleitete sie die alliierten Truppen in Frankreich und Belgien. Ein weiteres britisches Flugzeug, das in die Luftschlacht um England flog, war die Boulton Paul Defiant. Sie war allerdings weit weniger wendig als die Spitfire oder die Hurricane, konnte allerdings nach hinten feuern. Anfangs verwechselten etliche deutsche Piloten die Defiant mit der Hurricane und erwarten schlicht kein Heckfeuer, was einige von ihren Maschinen mit dem Absturz bezahlten. Nachdem sich das herumgesprochen hatte, konnte die Defiant nicht mehr als Jäger bei Tag eingesetzt werden und wurde zum Nachtjäger umgebaut. Während des Bombardement von London verzeichnete die Defiant die meisten nächtlichen Abschüsse. Ausgestellt sind auf dieser Ebene auch Flugzeuge, die von den japanischen Luftstreitkräften in Dienst genommen wurden, unter ihnen ist mit der von 1943 bis 1945 gebauten Kawanishi N1K1 Shiden (Kodename Georges) eins der besten japanischen Jagdflugzeuge. Entwickelt wurde dieser landgestützte Jäger mit Fahrwerk aus einem katapultfähigen und trägergestützten Schwimmerflugzeug. Seine Flugleistungen vor allem hinsichtlich seiner Manövrierfähigkeit, Höchstgeschwindigkeit und Reichweite überzeugten und waren weit besser als die des ebenfalls ausgestellten Jagdflugzeugs Mitsubishi Raiden. Ausgestattet war die Shiden mit einem Triebwerk von Nakajima. Sie war mit vier 20mm-Kanonen und Maschinengewehren bewaffnet und besaß automatische Auftriebshilfen. Eingesetzt wurde das von der japanischen Marine in Auftrag gegebene und in über 1000 Exemplaren gebaute Jagdflugzeug unter anderem bei der Schlacht um Okinawa und bei Kämpfen auf den Philippinen. Von den japanischen Marineluftstreitkräften wurde auch die Mitsubishi J2M3 Raiden in Dienst genommen. Sie war das erste japanische Jagdflugzeug, bei dem es nicht primär um Wendigkeit, sondern vor allem um Steigfähigkeit und Geschwindigkeit ging. Es erhielt einen speziellen Tragflächenbelag, der für einen besseren Auftrieb sorgte. Der einsitzige Abfangjäger besaß einen dreiblättrigen Verstellpropeller von VDM, einen Sternmotor von Mitsubishi (Kasei) und eine Fernwelle. Er wurde in 476 Exemplaren gebaut. Sehr interessant sind auch die ausgestellten Modelle einiger japanischer Prototypen. Die Kyushu J7W1 Shinden etwa war 1945 das modernste japanische Jagdflugzeug. Es entstand in Canard-Form mit schlankem, leicht gebogenem Rumpf. Im Heck befand sich ein 18-Zylinder-Doppelsternmotor von Mitsubishi, der über Fernwelle einen sechsblättrigen Druckpropeller antrieb. Die Tragflächen waren mit kleinen, mittig platzierten Leitwerksträgern bestückt, die die Seitenruder enthielten. Die Bewaffnung befand sich im Bug. Gedacht war diese Shinden als Gegenspieler der amerikanischen Boeing B-29. Dazu kam es bis zum Kriegsende nicht mehr und es blieb bei zwei Prototypen. Ein weiterer Protyp war die Ki-64 von Kawasaki, ein schwerer, einsitziger Jäger mit ungewöhnlichem Design. Er flog mit zwei an verschiedenen Stellen platzierten Motoren. Ein hauseigener Motor befand sich in der Flugzeugnase, der zweite, durch eine Antriebswelle verbunden, hinter dem Cockpit. Ein weiteres, interessantes Konstruktionsmerkmal betraf die Kühlung der Motoren. Dafür waren die Flügeloberflächen so gebaut, dass sie Kühlluft zu den Motoren leiteten. Nach einigen Testflügen fing der hintere Motor Feuer und der Prototyp wurde bei der Notlandung schwer beschädigt. Die Entwicklung des Typs wurde daraufhin nicht weiter verfolgt. Ein Einzelstück blieb auch die Yokosuka R2Y1 von 1945, die ähnlich aufgebaut war wie die Heinkel He 119 mit Mittelmotor und Fernwelle. Das Aufklärungsflugzeug war für die Langstrecke und für hohe Geschwindigkeit konzipiert. Ihr Zwölfzylindermotor von Aichi ähnelte stark dem Daimler-Benz-Flugmotor 601. Die R2Y1 wurde bei einem Bombenangriff zerstört. Auf immerhin fünf Prototypen brachte es die Mitsubishi A7M2 Reppu, ein trägergestütztes Jagdflugzeug. Bei der A7 M2 handelte es sich um eine verbesserte Ausgabe der Ausgangsversion A7M, von der drei Prototypen entstanden. Die A7M2 mit Mitsubishi-Triebwerk flog im Oktober 1944 zum ersten Mal und wäre wahrscheinlich in Serienproduktion gegangen. Luftangriffe und das nahende Ende des Krieges verhinderten dies. Auch im Fall der Mitsubishi J8M sollte es bei einigen Prototypen bleiben. Der Abfangjäger mit Raketenantrieb war ein Lizenzbau und basierte auf der Messerschmitt Me 163 Komet. Er sollte gegen die schweren, amerikanischen viermotorigen B-29-Bomber von Boeing eingesetzt werden. Aus Deutschland versendete Muster und Unterlagen erreichten Japan nicht vollständig. Lediglich die technische Bedienungsanleitung und ein Raketentriebwerk erreichte Mitsubishi. Da die B-29 Bomber nahten, entwickelten die Ingenieure von Mitsubishi mit Hilfe von Nissan und Fuji die J8M mit dem, was sie zur Verfügung hatten. Erste Gleitflugversuche wurden Anfang 1945 unternommen, da die Triebwerke noch nicht fertig waren. Der erste Flug mit Triebwerk erfolgte im Juli 1945 kurz vor der Kapitulation Japans. Ein Flugzeug im Projektstadium war zwischen 1943 und 1945 die Mansyn Ki 98 von der Manchuria Airplane Manufacturing Company aus der Mandschurei (einem damaligen japanischen Marionettenstaat und einem Gebiet, indem sich seit jeher die Interessen der Mächte Russland, China und Japan kreuzten und das sich heute aus russischem, chinesischem und mongolischem Territorium zusammensetzt), die eine Tochtergesellschaft der japanischen Nakajima Aircraft Company war. Die mit einem aufgeladenen Mitsubishi-Sternmotor bestückte Mansyn Ki 98 sollte ein Bodenangriffsflugzeug werden, wurde allerdings vor ihrer Fertigstellung zerstört. Auf der vierten und fünften Ebene sind Modelle der am häufigsten eingesetzten Militärflugzeuge der königlich japanischen Marine und Luftwaffe ausgestellt. Die Yokosuka D4Y3 Suisei (Codename:Judy) war ein in 2038 Exemplaren gebauter, sehr schneller Sturzkampfbomber. Die Marine in Yokosuka entwarf auf Basis einer aus Deutschland angelieferten Heinkel He 118 diesen Flugzeugtyp. Die D4Y wurde von einem V-Zwölfzylindermotor mit hängenden Zylindern (A-Motor) angetrieben, der ein Lizenzbau des DB 601 war. Da der Nachbau Probleme bereitete, wählte man für die D4Y3 einen 14-Zylinder-Doppelsternmotor von Mitsubishi. Damit wurde allerdings die Sicht des Piloten eingeschränkt, so dass diese Version nicht für den Einsatz von Flugzeugträgern zu verwenden war. Die in über 1000 Exemplaren gebaute Mitsubishi G3M war ein schwerer Bomber, der im Pazifikkrieg und im japanisch-chinesischen Krieg eingesetzt wurde. Er besaß zwei starke Sternmotoren und verfügte über eine sehr große Reichweite von über 4000 km. Es war der erste große Bomber, der für die japanische Marineluftwaffe in Auftrag gegeben wurde. 1937 flog er den ersten transozeanischen Luftangriff der Geschichte auf Shanghai. Der von 1936 bis 1943 produzierte Bomber, der mit drei Maschinengewehren und einem 800kg-Torpedo bestückt war, blieb den ganzen zweiten Weltkrieg über im Einsatz. Nach dem Angriff auf Pearl Harbour versenkte die G3M zwei britische Schlachtschiffe in malaiischen Gewässern auf offener See. Die in allen Versionen in 2479 Exemplaren gebaute Mitsubishi G4M, eine Weiterentwicklung der G3M, war der bekannteste japanische Bomber im Pazifikkrieg, der auch die meisten Einsätze flog. Die G4M1 (Codename Betty) war eine der vier Hauptversionen dieses Typs. Das Besondere an dem zweimotorigen Ganzmetallflugzeug war seine große Reichweite und die in den Tragflächen untergebrachten großen Tanks. Eingesetzt wurde der Bomber auch in den japanisch-chinesischen Kriegen, der Invasion der Philippinen und Malaysias sowie der Schlacht um Guadalcanal. Nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki und der Kapitulation flog eine G4M1 in Kapitulationsmarkierung (grünes Kreuz auf weißen Grund) die Delegation, die die Kapitulation überbrachte, nach Le-Shima. Mit der Mitsubishi Ki 46 Dinah hatte das japanische Militär eines der schnellsten Flugzeuge des zweiten Weltkriegs in Dienst genommen. Der über 600 km/h schnelle und mit zwei Motoren bestückte Langstreckenaufklärer war ein sauber konstruierter Tiefdecker mit bester Aerodynamik, der in 1742 Exemplaren gebaut wurde. Mit der Mitsubishi Ki-67 Hiryu (Codename Peggy) hatte die japanische Luftwaffe hingegen ihren besten, schweren Bomber im Sortiment. Bei seiner Entwicklung wurden viele Elemente des Marinebombers Mitsubishi G4M1 verwendet. Ein weiterer Bomber, diesmal aber ein besonders leichter, war die in circa 2000 Exemplaren gebaute Kawasaki Ki-48. Dieser Schnellbomber sollte in der Lage sein in kurzer Zeit auf 5000 Meter Höhe steigen zu können. In der Realität erwies sich das Flugzeug allerdings als schwer zu manövrieren und als zu langsam und schwerfällig. Vom 1944 entwickelten Jagdflugzeug Kawasaki Ki-102 (Codename Randy) wurden verschiedene Versionen in insgesamt 218 Exemplaren gebaut. Sie wurde mit Turboladern ausgestattet und erreichte eine Höhe von mehr als 10000 Metern. Angesetzt wurde sie vor allem auf die gefürchtete Boeing B-29. Auch eine Nachtjagdtversion wurde gefertigt. Wie von Mitsubishi und Kawasaki kamen Militärflugzeuge jeglicher Couleur auch vom 1914 gegründeten Flugzeugbauer Nakajima Hikoki, aus dem in den 50er Jahren letztendlich das Unternehmen Fuji Heavy Industries hervorging. Für das japanische Militär fertigte Nakajima Hikoki in größerem Stil etwa ab 1930 Flugzeuge. In der Zeit des zweiten Weltkriegs kamen Bomber, Aufklärer, Jagdflugzeuge, Mehrzweckflugzeuge und auch Kamikaze-Bomber von Nakajima. Mit dem Torpedobomber B5N (Codename Kate), der beim Angriff auf Pearl Harbour eingesetzt wurde, baute Nakajima eines der besten Torpedoflugzeuge. Zu den leichten Bombern zählte der Mitteldecker Nakajima Blenhein, ein Nachbau des englischen Bristol Blenheim, den man mit Sakae-Motoren bestückt hatte. Einen Kontrast dazu bildete der Bomber G8N1 Renzan. Dabei handelte es sich um ein großes und schweres Flugzeug, das in nur vier Exemplaren gebaut und nie in Dienst genommen wurde. Der Langstreckenbomber mit vier hauseigenen 18-Zylindersternmotoren besaß eine Reichweite von 7400 km und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 600 km/h. Zum Einsatz kam dieses spät entwickelte Ganzmetallflugzeug nicht mehr und auch ein Serienbau wurde nicht mehr versucht, weil es gegen Ende des Krieges an Aluminium für die Herstellung mangelte. Ausgestellt werden auch Aufklärer von Nakajima wie die J1N1 „Gekko“ oder der trägergestützte Fernaufklärer C6N1 Sajun. Beim letzteren handelte es sich um den ersten speziell für die Marine entwickelten Aufklärer. Er wurde in 489 Exemplaren gebaut und auch erfolgreich zur Verteidigung gegen die Angriffe der Boeing B-29 eingesetzt. Es gab ihn auch als Nachtjäger und Torpedobomber. Der J1N1 Gekko war ein zweimotoriger Tiefdecker, der hauptsächtlich nachts eingesetzt wurde und der ab 1943 mit Radar flog. Da er in größeren Höhen nicht sehr leistungsfähig war, wurde er am Ende des Weltkriegs als Kamikaze-Flieger eingesetzt. Von Anfang an als Kamikaze-Bomber konzipiert war hingegen die Nakajima Ki-115 Tsurugi (Säbel), ein einfach und billig konstruiertes Flugzeug aus Holz und Stahl mit abzuwerfendem Fahrwerk und mit einer 800 kg-Bombe bestückt, das für die Selbstmordattacken auf alliierte Schiffe gedacht war. Von den 8000 geplanten Exemplaren wurden 104 gebaut und nie eingesetzt. Kamikaze-Angriffe flog hingegen der in über 2000 Exemplaren hergestellte Sturzkampfbomber Yokosuka D4Y, allerdings nur in einer speziellen Ausführung der D4Y4 gegen Ende des Krieges. Die Kamikaze-Version wurde erst ab Februar 1945 hergestellt. Auch die in 1334 Exemplaren gebaute Tachikawa Ki-36 (Codename Ida), die von 1938 bis 1944 als Verbindungsflugzeug fungierte und den größten Teil der Zeit in China eingesetzt wurde, beendete ihre Karriere gegen Ende des Weltkriegs als Kamikaze-Flugzeug. Mit einer 500kg-Bombe bestückt wurde der einmotorige Tiefdecker mit seinem Piloten in den Abgrund geschickt. Einer der leistungsstärksten von einem Flugzeugträger aus operierenden Torpedobomber war der von 1944 bis 1945 in 114 Exemplaren gebaute Aichi B7A1 Ryusei. Dieses mit einem Nakajima-Motor und schwerer Torpedo-Bewaffnung bestückte Flugzeug war wendig, sehr schnell und verfügte auch sonst über sehr gute Flugeigenschaften. Wichtige Merkmale dieses Bombers waren seine selbstabdichtenden Tanks und seine hochklappbaren Knickflügel. Im Prototypenstadium blieb es bei der Nakajima J9Y Kikka, dem ersten Strahlflugzeug Japans. Der Bau dieses Flugzeugs mit Strahltriebwerk wurde von der deutschen Messerschmitt Me 262 inspiriert, die das erste in Serie gebaute Strahlflugzeug überhaupt war. Auch wenn die Kikka ähnlich aufgebaut war, so unterschieden sich die beiden Flugzeuge dennoch in etlichen Aspekten. Zur Serienproduktion kam es bei der Kikka nicht mehr und es blieb bei zwei Prototypen.




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