Mit dem von 1973 bis 1979 gebauten Kadett C brachte Opel die dritte Kadett-Generation auf den Markt, die die Tradition der erfolgreichen Kompakt-Baureihe mit ihrem Ursprung in den 30er Jahren fortsetzen sollte. Die Basis des Kadett C bildete die für den weltweiten Einsatz konzipierte GM-T Plattform
Die T-Plattform war für Fahrzeuge der unteren Mittelklasse mit selbsttragender Karosserie, Frontmotor und Hinterradantrieb gedacht und war der erste Versuch von GM eine gemeinsame Grundlage für Fahrzeuge der unteren Mittelklasse aller GM-Marken zu bilden. So bauten etwa der Opel Kadett C, die Vauxhall Chevette, der Isuzu Gemini, die Chevrolet Chevette und viele mehr auf dieser Plattform auf. Der Kadett C besaß einen längs eingebauten Frontmotor und hinten eine angetriebene Starrachse (Zentralgelenk). Anders als beim B-Kadett besaß das Nachfolgemodell an der Vorderachse mit Doppelquerlenkern nun Schraubenfedern statt Blattfedern. Eine grundlegende konzeptionelle Änderung erfolgte erst beim Nachfolgemodell Kadett D, der einen Quermotor und Frontantrieb erhielt.
Vom Kadett C gab es viele Varianten, die sämtliche Bedürfnisse vom Familienauto bis zum Sport,- und Rallyemodell abdeckten, eine davon war das vom Autokonstrukteur Erich Bitter entworfene und ab 1976 beim Stuttgarter Karosseriehaus Baur gebaute, ziemlich hochpreisige Modell Aero mit variablen Dachöffnungen
Diese zweitürige Version mit Überrollbügel besaß ein Targa-Dach und ein hinteres Faltverdeck. Man konnte also zwischen verschiedenen Öffnungsmöglichkeiten wählen. In den 70er Jahren, als man begann das Thema Sicherheit groß zu schreiben und es reine Cabrios immer schwerer hatten, waren Fahrzeuge mit Targa-Dach sehr beliebt, denn diese Bauweise ermöglichte es, mit nicht allzu großem Aufwand und unter Einhaltung hoher Sicherheitsstandards zu einem Freiluftvergnügen zu kommen. Auch aus an sich labilen Konstruktionen konnte so ein „offenes“ Fahrzeug gestaltet werden, das Cabriofeeling bot. Von seinem Konzept her kam der Aero, trotz etwas unschön wirkendem Überrollbügel, richtig gut an. Auch die Erstbesitzerin des abgebildeten Exemplars,- sie fuhr das Fahrzeug mehrere Jahrzehnte lang-, war begeistert von der großen Flexibilität des Aero, seinen guten Fahreigenschaften und dem Komfort, den er bot. Das Verdeck mit Heckfenster ließ sich einfach nach hinten klappen und das leichte Dachmittelstück problemlos im verhätnismäßig großen Kofferraum verstauen.
Der hohe Preis des Kadett Aero stellte ihm allerdings ein Bein
Denn für diesen Preis (über 15000 DM) hätte man auch gut und gerne einen Commodore mit Sechszylindermotor kaufen können. Auch wenn mit dem Aero eine gute Idee realisiert wurde, so blieb er doch ein Kadett mit moderaten Fahrleistungen und Kadett-Image. Ein angepasster Preis wäre für seinen Erfolg wohl wichtig gewesen. Es war also kein Wunder, dass in seiner kurzen Bauzeit lediglich 1332 Exemplare bei Baur vom Aero entstanden. Das war eine verschwindend geringe Anzahl im Verhältnis zu dem großen Verkaufserfolg des Kadett C im allgemeinen. Einige der zuletzt gebauten Aero soll übrigens Erich Bitter aufgekauft haben, die er dann vom Tuner Irmscher auf Hochleistung hat trimmen lassen.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohv Reihenvierzylinder, längs eingebaut
Hubraum: 1584 ccm
Leistung: 75 PS bei 5200 U/min
max. Drehmoment: 115 Nm bei 3800 U/min
Beschleunigung: 13 sec. von 0 auf 100 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 156 km/h
Vergaser: Fallstromvergaser von Solex
Getriebe: Vierganggetriebe, auf Wunsch GM-Dreistufen-Automatik
Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie
Vorderradaufhängung: Doppelquerlenker, Schraubenfedern
Hinterradaufhängung: Starrachse (Zentralgelenk), Längslenker, Panhardstab, Schraubenfedern
Antriebsart: Hinterradantrieb
Bremsen: vorn Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen
Radstand: 2395 mm
Länge: 4127 mm
Breite: 1580 mm
Höhe: 1375 mm
Gewicht: 920 kg
Verbrauch: 9,7 l auf 100 km
Stückzahl: 1332 Ex.
Bauzeit: 1976-1978