Der von 1973 bis 1980 gebaute VW Passat der ersten Generation, der intern Typ 32 hieß und technisch auf dem Audi 80 basierte, rettete zusammen mit dem VW Golf I (1974-1983) Volkswagen aus der Absatzkrise
Die Verantwortlichen bei VW hatten zu lange am Käfer-Konzept mit Heckantrieb, luftgekühlten Heckmotor und nostalgischer Formgebung festgehalten. Nachdem die einst hohen Absatzzahlen Anfang der 70er Jahre in den Keller rutschten, war eine schnelle und vor allem gute Lösung von Nöten, die letztendlich von ehemaligen Auto Union-Mitarbeitern und einem italienischen Designer kam. In Sachen Technik bediente sich VW aus dem Gen-Pool der Auto Union. Für die Formgebung engagierte man den italienischen Designer Giorgio Giugiaro. In Zusammenarbeit entstand dann der Mittelklassewagen Passat und wenig später das Kompaktwagenmodell Golf, das den Käfer beerben sollte.
Giorgio Giugiaro hatte wie beim Golf I auch bereits beim größeren Passat für eine sachlich und glattflächig gestaltete Karosserie gesorgt, deren kantige und schnörkellose Formgebung windschnittig und sportlich wirkte
Technisch war das neue Modell am Audi 80 angelehnt. So besaß die Schrägheck-Limousine Passat ein modernes Fahrwerkskonzept mit Vorderradantrieb sowie ein vorn eingebautes und wassergekühltes Reihenvierzylindertriebwerk, das zusammen mit Kupplung, Getriebe, Differential und Antriebswellen eine kompakte Einheit bildete und über eine zahnriemengetriebene, obenliegende Nockenwelle samt Tassenstößel verfügte. Die Vorderräder des Passat waren an Dreiecklenkern und McPherson-Federbeinen aufgehängt, hinten gab es eine Torsionskurbelachse. Verzögert wurde vorn mit Scheibenbremsen und hinten mit Trommelbremsen.
Der Passat wurde als zwei,- und als viertürige Schräghecklimousine anfangs mit kleinem Kofferraumdeckel und später auch mit großer Heckklappe sowie als Kombi (Variant) angeboten
Es gab den Passat, der in den USA übrigens Dasher hieß, in verschiedenen Leistungsstufen, die man äußerlich an unterschiedlichen Scheinwerfer-Formen erkennen konnte. Die 55 PS starke Basisversion besaß einzelne Rundscheinwerfer, die leistungsstärkeren und besser ausgestatteten Varianten L und LS hatten eckige Breitbandscheinwerfer und die sportliche Topversion TS mit 75 oder 85 PS 1,5l-Motor präsentierte sich mit Doppelscheinwerfern. Später wurde aus dem TS der GL und mit dem Golf GTI-Motor der GLI.
Neben dem Golf hatte Volkswagen mit dem Passat einen weiteren Hoffnungsträger erschaffen, der zum Erfolgsmodell werden sollte
Die Produktion der ersten Passat-Generation endete im Herbst 1980 nach über 2 Millionen gebauten Exemplaren und wurde von der noch erfolgreicheren zweiten Generation abgelöst. Heute wird der Passat in der achten Generation gebaut. Über 30 Millionen Exemplare sind bis dato vom Passat entstanden.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohc Reihenvierzylindermotor, vorn
Hubraum: 1471 ccm
Leistung: 75 PS bei 5800 U/min
max. Drehmoment: 114 Nm bei 3500 U/min
Vergaser: Solex Fallstromvergaser
Höchstgeschwindigkeit: ca. 160 km/h
Beschleunigung: 14 sec. von 0 auf 100 km/h
Antriebsart: Frontantrieb
Getriebe: Viergangschaltgetriebe
Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie
Vorderradaufhängung: McPhersonfederbeine, Querlenker, Schraubenfedern
Hinterradaufhängung: Torsionskurbelachse, Schraubenfedern, Panhardstab
Bremsen: Scheibenbremsen vorn, Trommelbremsen hinten
Radstand: 2470 mm
L x B x H: 4190 x 1620 x 1360 mm
Gewicht: 880 kg
Verbrauch: ca. 10l/100 km
Bauzeit: 1973-1980 (erste Generation)
Stückzahl: über 2 Millionen Ex.- Passat B1