H.A.G. - A10 (1905)

Die Hansa Automobilgesellschaft (H.A.G.) in Varel mit der späteren Marke Hansa zählte zu den Pionieren des Automobilbaus und hatte schon früh interessante Konstruktionen mit hohem technischen Level und guter Verarbeitung vorzuweisen

Gegründet wurde die Gesellschaft 1905 von Dr. Robert Allmers, einem Schriftsteller und Zeitungsverleger, Franz Koppen und dem Ingenieur August Sporkhorst im norddeutschen Städtchen Varel am Jadebusen. Aus Ärger über das schlecht zu handhabende Getriebe seines ersten Automobils (die Marke ist nicht bekannt) soll Robert Allmers sich selbst ans Werk gemacht und ein besseres und leichtgängiger zu bedienendes Getriebe entwickelt haben, das er sogar patentieren ließ. Diese Erfahrungen brachten ihn auf die Idee in die Automobilbranche einzusteigen. Außerdem soll er schon früh den Bedarf vor allem an kleineren Automobilen voraus gesehen haben. Bis zum ersten Weltkrieg war die H.A.G. und dann bis 1930,- nach dem 1914 vollzogenen Zusammenschluss der H.A.G. mit der Norddeutschen Automobil und Motoren AG aus Bremsen (NAMAG)-, die Hansa-Lloyd-Werke in Varel der größte Arbeitgeber.

Bereits das erste (wahrscheinlich) Modell von 1905 hatte einen Kardanantrieb und ein Dreiganggetriebe mit Kulissenschaltung. Angetrieben wurde das Fahrzeug von einem wassergekühlten V-Zweizylindertriebwerk mit stehenden Ventilen

Zur Ausstattung zählten ferner eine Metallkupplung, eine Mercedes-Vorderachse, ein Blechschutz unter dem Motor und dem Getriebe, ein geräumiger Gepäckkasten und lang durchgehende Trittbretter, deren Gummibeläge von Messingschienen eingefasst wurden. Die Karosserie war eine Luxusausführung und besaß gefederte Kissen und eine Leder-Kreuzpolsterung. Dem V-Motor blieb die H.A.G. allerdings nicht lange treu. Bereits für das Jahr 1907 bot man das Modell Typ A10 mit zwei hintereinander stehenden Zylindern (85 mm Bohrung und 120 mm Hub) an und schrieb in der Werbung: „Einen v-förmigen Motor verwenden wir seiner mangelnden Eigenschaften wegen nicht.“

Im Programm stand das Modell mit einer zweisitzigen Karosserie und mit einer leichten viersitzigen Variante. Später kam auch ein Doppelphaeton hinzu. Der Zweisitzer hatte einen Radstand von 2,07 m und maß insgesamt 3 m. Ausgestattet war er mit Reifen der Größe 700/80. Für das Modell mit dem Reihenzweizylindermotor wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h angegeben. Bis 1914 baute die H.A.G. noch weitere Modelle, später vor allem mit Vierzylindermotoren, darunter das große und teure Modell D mit 30 PS-ohv-Triebwerk.

Anfang der 30er Jahre kaufte, der Hamburger Carl F.W. Borgward, der 1928 die Goliath-Werke Borgward & Co. GmbH in Bremen gründete, Hansa-Lloyd auf

Er schloss das Werk in Varel und konzentrierte sich auf Bremen. Dort baute er unterstützt durch die große Nachfrage nach seinen kleinen Nutzfahrzeugen und leichten LKWs einen Konzern auf, der in den 50er Jahren dank der Erweiterung des Sortiments auf interessante Mittelklassemodelle zum drittgrößten Automobilproduzenten Deutschlands avancierte und dessen elegante Borgward Isabella zur Legende wurde.

Fotos & Text: Marina Block

 

Technische Daten


Motor: sv V-Zweizylindermotor, wassergekühlt

Hubraum: 1361 ccm ?

B x H: 85 x 120 mm

Vergaser:

Zündung: Magnetzündung

Leistung: ca. 10 PS

Höchstgeschwindigkeit: ca 50 km/h

Getriebe: Dreiganggetriebe, unsynchronisiert, Kulissenschaltung

Antriebsart: Heckantrieb

Chassis: Leiterrahmen

Vorderradaufhängung: starr, Längsblattfedern

Hinterradaufhängung: Starrachse, Längsblattfedern, Querblattfeder

Bremsen: Trommelbremsen hinten

Radstand: 2070 mm

L x B x H: 3000 x x mm

Bauzeit: 1905

Bilder

Informationen:

MarkeH.A.G.
ModelA10
Baujahr1905

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