Volvo aus Schweden hatte den Ruf langlebige und sichere Autos zu bauen. Die Göteborger setzten schon früh auf hochwertige und haltbare Technik sowie auf effektive Qualitätssicherung. Auch die ab 1974 angebotene Modellreihe 240, die den 140 ablöste, zeichnete sich durch solide Technik, hohe Sicherheitsmerkmale und eine moderne, geradlinige Formgebung mit großem Platzangebot aus. Wie bei Volvo üblich, ging ein erheblicher Teil der produzierten Fahrzeuge als Exportgut neben Europa vor allem in die USA
Die bis 1993 produzierte Baureihe 240 unterschied sich vom Design her nicht grundlegend von seinem Vorgänger, der bereits über sehr gute cw-Werte (besser als beim Mercedes-Benz W123) verfügte. Die auffälligste Modernisierung betraf die größeren Stoßstangen und die längere Frontpartie samt neuer Vorderachse, die nun McPherson-Federbeine aufwies. Zudem gab es nun eine Zahnstangenlenkung statt der Gemmer-Lenkung. Verändert wurde auch der Kühlergrill und die Rückleuchten, die nun größer waren. Ansonsten gab es durch die 19jährige Bauzeit hindurch immer wieder leichte Modifizierungen. Für die Motorisierung stand eine Motorenpalette an Otto und Dieselmotoren von 1,9 bis 2,4 Litern Hubraum zur Verfügung. Einen Sechszylindermotor gab es ab 1975 im Schwestermodell 260. Unter der Motorhaube des abgebildeten Volvo 240 von 1988 mit Vierganggetriebe arbeitet ein Reihenvierzylindermotor mit 113 PS.
Der Volvo 240 war ein robustes, sicheres und nahezu unverwüstliches Auto mit guten Fahrleistungen, straffem Fahrwerk und modern-kantiger sowie sehr geräumiger Karosserie. Angeboten wurde der 240 als zweitürige Limousine, deren Produktion 1984 auslief, als viertürige Limousine und fünftüriger Kombi mit großer Heckklappe und sehr großem Ladevolumen
Der Volvo 240 galt in den USA als sicherstes Fahrzeug und wurde ab 1976 dort diesbezüglich sozusagen als Maßeinheit für alle anderen importierten Fahrzeuge benutzt. Seine selbsttragende, kantige Karosserie war sehr raumoptimal konzipiert, so dass Passagiere auf allen Sitzplätzen über viel Bein,- und Kopffreiheit verfügten und der Kombi zudem eine sehr große, komplett ebene Ladefläche bereit hielt. Wie bei Volvo üblich war auch beim 240 der Sitzkomfort außergewöhnlich gut, denn seit 1964 erhielten Volvos unter Mitwirkung von Orthopäden entwickelte Sitze. An die Sicherheit und Gesundheit der Insassen war Volvo schon früh einiges gelegen. So gab es ab 1967 eine geteilte Sicherheits-Lenksäule, ab 1973 eine Seitentürverstärkung durch Stahlrohre, schon früh Kopfstützen, Scheiben aus Verbundglas und Dreipunkt-Sicherheitsgurte, Knautschzonen vorn und hinten, in die Karosserie eingearbeitete Überrollbügel, Scheibenbremsen an allen Rädern und eine überdurchschnittlich kollisionsstabile Fahrgastzelle. Außerdem war Volvo einer der ersten Hersteller, der den Drei-Wege-Katalysator serienmäßig einführte.
Den abgebildeten Volvo-Kombi 240 GL hatte der heutige Besitzer direkt in Schweden erstanden
Das 1988 erbaute Fahrzeug befindet sich nun in zweiter Hand. Es zählt zur Ausstattungsvariante GL (Grand Luxe). Bis 1978 war das die nobelste Ausstattung mit Ledersitzen etc.. Ab 1978 wurde sie mit der Basisausstattung DL gleichgesetzt. Insgesamt existierten neun Ausstattungslinien des Volvo 240. Gebaut wurden von Volvos Volumenmodell der 70er und 80er Jahre bis 1993 2,68 Millionen Exemplare.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohc Reihenvierzylinder
Hubraum: 2316 ccm
Leistung: 113 PS bei 5400 U/min
Verdichtung: 9,8:1
Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h
Beschleunigung: 12.5 sec.
Getriebe: Vierganggetriebe
Lenkung: Zahnstangenlenkung
Antriebsart: Hinterradantrieb
Vorderradaufhängung: Einzelradaufhängung an Dreiecklenkern und McPherson-Federbeinen
Hinterradaufhängung: Starrachse, Schraubenfedern, Stabilisator
Karosserie: selbsttragende Karosserie, fünftüriger Kombi
Bremsen: Scheibenbremsen an allen Rädern, Zweikreisbremsanlage
Radstand: 2640 mm
L x B x H: 4898 x 1717 x 1435 mm
Gewicht: 1350 kg
Bauzeit: 1974-1993
Stückzahl: insgesamt 2,68 Millionen Ex.