Der englische Sportwagen Triumph Spitfire von Leyland Motors wurde in fünf Entwicklungsstufen von 1962 bis 1980 gebaut und erfreute sich weltweit einer großen Beliebtheit. Technisch basierte der chice, kleine und bezahlbare Roadster auf dem Massenmodell Triumph Herald. Seine gelungene Formgebung hatte er dem italienischen Automobildesigner Giovanni Michelotti zu verdanken, der auch für die Formen des TR4, des Herald und weiterer Triumph-Modelle verantwortlich zeichnete. Entworfen hatte Michelotti die Formen des Spitfire eigentlich bereits Ende der 50er Jahre. Realisiert werden konnte das Projekt aber erst nach der Übernahme durch Leyland Motors
Aufgebaut war die formschöne Karosserie des Spitfire, der seinen klangvollen Namen einem Jagdflugzeug verdankte, auf demselben Kastenrahmen mit Längs,- sowie Querträgern und y-Gabelung wie ihn auch der Herald besaß. Die Vorderräder des Spitfire saßen an doppelten Dreieckquerlenkern und die Hinterräder an einer Pendelhalbachse mit Schubstreben und einer hochliegenden Querblattfeder samt einem leicht positiven Sturz der Räder. Diese Hinterachse trug beim Spitfire in Grenzsituationen nicht eben zum besten Fahrverhalten bei, da sie für überraschende Reaktionen gut war. Wie schon bei seinen Vorgängern brach auch beim ab Dezember 1974 angebotenen und nur 815 kg schweren Spitfire 1500, der zu einer Höchstgeschwindigkeit von über 160 km/h in der Lage war und in 12 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigte, bei hohen Querbeschleunigungen das Heck leicht aus und machte das Fahrzeug dann schwer beherrschbar. Viele lösten das Problem durch den Einbau einer anderen Blattfeder.
Auch der Motor des Spitfire stammte ursprünglich aus dem Triumph Herald
Unter der Motorhaube des Spitfire arbeitete anfangs das bewährte 1147 ccm ohv Reihenvierzylindertriebwerk aus dem Herald. Später wurde der Motor auf einen Hubraum von 1296 und dann 1493 ccm erhöht. Die letzte Variante leistete 72 PS bei 5500 U/min. Das Vierganggetriebe gab es auf Wunsch mit Overdrive. Ausgestattet war der Spitfire vorn mit Scheibenbremsen und hinten mit Trommelbremsen. Vom frühen Spitfire unterschied sich die letzte Version nicht nur in etlichen Details. Mittlerweile gab es Kurbelfenster statt Steckscheiben, eine Scheibenwaschanlage, Sicherheitsgurte und einen kleinen Spoiler. Das Verdeck, das früher zusammengesteckt werden musste, ließ sich seit der zweiten Ausführung leicht aufklappen und besaß eine Abdeckung. Auch die Formgebung hatte sich dem Geschmack der Zeit angepasst und der Spitfire erhielt ab der vierten Ausführung eine moderner gestaltete Karosserie.
Der Triumph Spitfire war auch ein recht beliebtes Wettbewerbsfahrzeug, das sowohl von Profis als auch von Amateuren eingesetzt wurde
So beteiligte sich die Rennabteilung von Triumph, bis sie 1965 ihre Aktivitäten einstellte, auch mit dem Spitfire an einigen internationalen Rennen und Rallyes. 1964 und 1965 wurden vier Werkswagen beim 24-Stundenrennen von Le Mans eingesetzt und erzielten 1965 den Klassensieg. Nach Beendigung des Rennengagements von Triumph hielten weiterhin viele Privatfahrer mit ihren Fahrzeugen die Fahne der Spitfire hoch.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohv Reihenvierzylinder
Hubraum: 1493 ccm
B x H: 73,7 x 87,5 mm
Verdichtung: 9:1
Leistung: 72 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: ca. 161 km/h
Vergaser: zwei SU-Vergaser
Getriebe: Vierganggetriebe, Mittelschaltung
Lenkung: Zahnstangenlenkung
Antriebsart: Hinterradantrieb
Chassis: Kastenrahmen mit Längs,- und Querträgern
Karosserie: offene Ganzstahlkarosserie,Roadster
Vorderradaufhängung: 2 ungleich lange Dreieckslenker, Schraubenfedern, Stabilisator
Hinterradaufhängung: Pendelachse, Längsschubstreben, Querblattfeder
Bremsanlage: vorn Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen
Radstand: 2110 mm
L x B x H: 3785 x 1490 x 1205 mm
Gewicht: 815 kg
Preis: ca. 13000 DM (1979)
Bauzeit: Dezember 1974-August 1980 Spitfire 1500
Stückzahl: 95825 Ex.- Spitfire 1500