Schuco - Replikate (80er Jahre)


Der Modellautobauer Schuco wurde ab den 30er Jahren weltweit für seine Blechautomodelle und Aufziehfiguren mit präzise arbeitender Mechanik bekannt

Gegründet wurde das Unternehmen von Heinrich Schreyer und Heinrich Müller, der vom Spielzeugherstelller Bing kam, bereits 1912 in Nürnberg. Den Namen Schuco bekam es erst in den 20er Jahren. Anfangs wurden bei Schuco auch Puppen mit besonders ausdrucksstarken, fast schon lebensecht wirkenden Gesichtern gefertigt und auch Teddybären waren ein Renner. Ebenfalls ungeheuer beliebt war das Blechspielzeug von Schuco. Mit dem ersten Auto-Modell kam Schuco Mitte der 30er Jahre auf den Markt. Die Mechanik, mit der das meiste Blechspielzeug und auch die Blechmodellautos ausgerüstet waren, arbeitete recht präzise und faszinierte eine anwachsende Fangemeinde auch außerhalb Deutschlands. Die eingebauten Uhrwerke und Federwerke des Aufziehspielzeugs waren solide und zuverlässig. Es gab zu betätigende Handbremen, mechanische Schaltgetriebe und eine Lenkradsteuerung. Nach dem Weltkrieg bereicherte man die alte Modell-Palette durch neue Modelle. Ein echter Evergreen war der bereits vor dem Krieg angebotene Examico 4001. Diesen kleine Sportwagen, der dem BMW 328 nachempfunden war, hatte man mit vielen Funktionen ausgestattet. Er diente als Lehrmodell, wurde bis in die 50er Jahre hinein gebaut und dann in den 80er Jahren als Replika wieder aufgelegt.

Der Examico wurde als ein Juwel für jeden Autofan und Sammler angepriesen

So jedenfalls bewarb Schuco in den 80er Jahren seine Wiederauflage des Examico aus den 30er Jahren. Es handelte sich dabei um ein Lehrmodell mit einer „Originalschaltung für vier Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang, Leerlauf und Kupplung“( eine kleine schwarze Taste für die Kupplung zum Einlegen des Rückwärtsgangs befand sich links außen am Modellkörper). Ausgestattet war das Modell zudem mit einer Handbremse, Ritzelsteuerung und Trapezlenkung. Angetrieben wurde das mit Gummibereifung bestückte Modell von einem langlaufenden und starken Federaufziehwerk. Neben dem Examico, den es in verschieden Farben gab, brachte Schuco in den 80er Jahren auch eine Rennwagenreihe mit Federaufzug und eine Oldtimer-Reihe mit Miniaturen von Fahrzeugen wie dem Opel Doktorwagen von 1909, einer Renault Voiturette 6CV von 1911, einem Mercer Raceabout von 1913 und vielen mehr als Replikate heraus.

In den 60er und vor allem in den 70er Jahren verdrängten Zinkdruckguss und Kunststoff die aufwendig und teurer produzierten Blechminiaturen. Auch Schuco baute nun Modelle aus Zinkdruckguss

Die veränderte Marktlage führte 1976 bei Schuco in den Konkurs. Dann wurde das Unternehmen erst von einem britischen Unternehmen und dann vom Konzern Gama-Mangold übernommen. In den 80er Jahren begann man alte Blechmodelle als Replika wieder neu aufzulegen. Die Modelle der neu aufgelegten Classic Edition verfügten über unterschiedliche Funktionsmöglichkeiten. Einige besaßen einen Schwungwerkantrieb, andere waren zum Aufziehen mit Uhrwerkantrieb. Es gab aber auch einen Reibradantrieb oder einen Elektroantrieb mit Anlasser und eine Fernlenkung. Heute zählt Schuco zur Simba Dikie Group, einem der weltweit größten Spielwarenhersteller, und kommt mit Blechspielzeug wieder groß heraus.

Fotos & Text: Marina Block

Bilder

Informationen:

MarkeSchuco
ModelReplikate
Baujahr80er Jahre

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