Eigentlich war dieser kleine, kurze und minimalistisch ausgelegte Geländewagen von Suzuki für das australische Militär vorgesehen, wurde von 1980 bis 1983 dann aber auch in seiner zivilen Version in Europa ein echter Renner. Der Erfolg des LJ (Light Jeep) 80 bedeutete den Durchbruch des damals hauptsächlich als Produzent von Motorrädern und Außenbordmotoren bekannten japanischen Herstellers im Automobilsektor
Angeboten wurde der mit einem wassergekühlten 800 ccm Reihenvierzylindermotor samt zahnriemengetriebener, oben liegender Nockenwelle und einer maximalen Leistung von 41 PS bestückte Geländewagen in geschlossener und offener Ausführung (Cabrio und Pick up) ab 1980 auch in Europa. Nach Deutschland (der LJ 80 war das erste in Deutschland verkaufte Automobil von Suzuki) wurde nur die Cabrioversion mit klappbarer Windschutzscheibe ausgeliefert. Ein Hardtop konnte damals allerdings auch geordert werden. In Japan gab es Suzukis Mini-Geländewagen bereits seit 1970, allerdings war er anfangs mit Zweitaktmotoren bestückt und unter den Bezeichnungen LJ 10/20/50 bekannt. Der LJ 80 mit hoch über der Vorderachse platziertem Viertaktmotor war dort ab 1978 zu haben. Die kleinen Suzuki-Geländewagen zählten zur Kei-Car-Klasse, der steuerbegünstigten japanischen Kleinstwagen-Kategorie.
Der LJ 80 avancierte bald zum beliebten Funcar, das im Gelände über sehr gute Eigenschaften verfügte und selbst mit schwerstem Umfeld klar kam
Ein echtes Highlight war damals sein zum Hinterradantrieb zuschaltbarer Allradantrieb und das sehr gute Verteilergetriebe, mit dessen Hilfe sich der LJ 80 selbst aus zähen Schlammkuhlen befreien konnte. Auch seine Steigfähigkeit war exzellent und konnte sich mit dem Potential weit größerer Konkurrenten messen. Ausgestattet war der Suzuki vorn und hinten mit blattgefederten Starrachsen. Die dünnwandige Stahlblechkarosserie war auf einem Kastenrahmen aufgeschraubt. Für den Notfall verfügte der LJ 80 über eine mechanische, über einen Seilzug betätigte Differentialsperre der Hinterachse, die der TÜV hierzulande vorgeschrieben hatte (Parksperre/Wirksamkeit der Handbremse).
Der wendige und agile LJ 80 war zwar ein Allrounder, fühlte sich aber dennoch im Gelände wohler als auf der Straße
Auf der Straße waren keine Höchstleistungen zu erwarten, bei knapp über 100 km/h war Schluss. Ein Tempo bis 80 km/h ließ sich mit dem LJ 80 (auf anderen Märkten wurde er auch Jimny genannt, der anfangs verwendete Name Eljot wurde von Walt Disney untersagt (Elliot das Schmunzelmonster)) sowieso weit angenehmer fahren. Schließlich besaß das Fahrzeug kaum eine nennenswerte Geräuschdämmung.
Im Originalzustand befinden sich nicht mehr allzu viele LJ 80
Zum einen versetzte die extreme Rostanfälligkeit vielen LJ 80 den Todesstoß und zum anderen fielen etliche Exemplare den Tuning-Exzessen junger Bastler zum Opfer. Aber damit war zu rechnen, denn schließlich war der kleine Suzuki damals als erschwinglichster Geländewagen und daher prädestiniertes Funcar auf die junge Käuferschicht ausgelegt. Sein Nachfolger wurde der etwas größere Suzuki SJ 410.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohc Vierzylindermotor, wassergekühlt
Hubraum: 797 ccm
B x H: 62 x 66 mm
Leistung: 41 PS bei 5500 U/min
max. Drehmoment: 60 Nm bei 3500 U/min
Vergaser: Mikuni-Horizontalvergaser mit Choke
Höchstgeschwindigkeit: ca. 105 km/h
Kraftübertragung: Vierganggetriebe mit Geländereduktion, Hinterradantrieb, zuschaltbarer Vorderradantrieb, Mitteldifferential, Differentialsperre
max. Gesamtuntersetzung: 44,9:1
max. Steigfähigkeit: 75 %
Chassis: Kastenrahmen; Stahlblechkarosserie damit verschraubt
Vorderradaufhängung: starr, Blattfedern
Hinterradaufhängung: starr, Blattfedern
Bremsen: hydraulische Trommelbremsen
Radstand: 1930 mm
L x B x H: 3195 x 1395 x 1690 mm
Bodenfreiheit: 230 mm
Gewicht: 825 kg
Tank: 40 l
Preis: 12500 DM
Bauzeit: 1980-1983 ( in Deutschland verkauft)
Stückzahl: ca. 15000 Ex.