Die Geschichte des Go-Karts, das in den USA erfunden wurde, reicht bis in die 50er Jahre zurück
Der Ingenieur Art Ingles, der für Kurtis Kraft Rennwagen konstruierte, hatte 1956 in Los Angeles ein Fahrzeug für seine Söhne gebaut, das aus einem niedrigen Rohrrahmen, einer Sitzfläche, einem Rasenmähermotor, den Rädern von zwei Sackkarren und einem Hinterachsantrieb über eine Fahrradkette bestand. Damit begann in den USA der Siegeszug des Karts, das schon bald sehr populär werden sollte. Die ersten Rennen wurden damals auf Parkflächen und anderen asphaltierten Plätzen abgehalten. Nach einiger Zeit entstanden dann die ersten speziellen Kart-Rennstrecken. Auch das erste Unternehmen, das Karts herstellte, wurde mit der Go-Kart Manufacturing Company 1957 in den USA gegründet. 1959 kam mit der Firma McCulloch der erste Produzent von Motoren speziell für Go-Karts hinzu, der den ersten Motorentyp aus dem Zweitaktmotor einer Kettensäge entwickelte.
Fast alle zeitgenössischen Formel I-Fahrer hatten in sehr jungen Jahren ihre Karriere auf der Kartbahn begonnen
Neben den Schumacher-Brüdern waren das Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Fernando Alonso, Ayrton Senna, Nico Rosberg, Sebastian Vettel und viele mehr. Kartrennen stellten die ideale Vorbereitung auf die größeren Renner dar, weil ähnliche Beschleunigungs,- Verzögerungs,- und Kurvenkräfte auf die Fahrzeuge wirkten und die Kinder mit dem Kart so die passenden Erfahrungen sammeln und ihre Reaktionsfähigkeit trainieren konnten.
Nach Deutschland kamen die Go-Karts Ende der 50er Jahre durch die hier stationierten amerikanischen Soldaten
Der erste Go-Kart-Club von Deutschland wurde Anfang 1960 in Wiesbaden gegründet. Zur Eröffnungsfeier in der Wiesbadener US-Kaserne traten die Mitglieder mit selbstgebauten Karts an, die mit Motoren aus Betonmischmaschinen und den kleinen Rädern von Sackkarren bestückt waren. In den frühen 60er Jahren wurden Kartrennen auch auf Straßenkursen veranstaltetet, wie etwa 1963 in den Straßen von Ost-Berlin.
Frühe Karts waren oft sehr schlicht aufgebaut und vor allem in Europa anfangs meist selbstgebaut
Die häufigste Bezugsquelle von Motoren waren Rasenmäher oder Mofas/Mopeds, weil man auf diese Weise günstig an Triebwerke heran kam und die kleinen Einzylindermotörchen bestens für die leichten Fahrgestelle geeignet waren. Zum Einsatz kamen meist Zweitaktmotoren, aber auch Viertaktmotoren von Honda und Briggs & Stratton. Später wuchs die Zahl der Hersteller. Auch Elektromotoren wurden in Karts, die nicht für Rennen vorgesehen waren, verwendet. Die Karts wurden anfangs oft direkt angetrieben und besaßen keine Kupplung und kein Getriebe. Das Handling dieser Gefährte war allerdings mühsam. Sobald der Motor lief, fuhr auch das Kart los. Man benötigte eine zweite Person zum anschieben und wenn man anhielt, ging der Motor aus. Der Einbau einer Fliehkraftkupplung löste dieses Problem. Desweiteren besaßen Karts weder eine Federung noch ein Differential. Ohne Differential verlor das hintere Innenrad eines Karts in der Kurve die Bodenhaftung leicht bis ganz. Darauf musste sich der Fahrer einstellen. Je nach den Gegebenheiten der jeweiligen Rennstrecke wurden die passenden Antriebsritzel und Kettenräder gewählt. Bestückt waren die Karts mittlerweile mit speziellen Karträdern (5-6“), die es mit verschiedener Bereifung gab.
Das ausgestellte Kart ist ein Eigenbau. Es wurde 1983 von Hagemann Motorsport hergestellt und in Rennen eingesetzt
Der Sachs-Zweitaktmotor stammte aus einem Mofa. Sein heutiger Besitzer hatte das Oldtimer Go-Kart überarbeitet, den Motor auf 70 ccm aufgebohrt und auf 17 PS getunt.
Technische Daten
Motor: Sachs Einzylinder-Zweitaktmotor
Hubraum: ursprünglich 50 ccm (jetzt 70)
Leistung: 17 PS bei 5400 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
Antrieb: Hinterradantrieb über Kette
Chassis: Stahlrohrrahmen
Vorderradaufhängung: starr
Hinterradaufhängung: starr
Bremsen: Scheibenbremsen hinten
Radstand:
Gewicht: ca. 70 kg
L x B x H:
Bauzeit: 1983