Sachs - Elo Touring (2002)

Die Sachs Fahrzeug- und Motorentechnik GmbH (heute SFM GmbH) baute unter dem Namen Sachs Bikes neben Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren auch erfolgreich Elektrofahrräder. Vor allem das Pedelec Sachs Elo Touring, ein Elektrofahrrad mit innovativer Technik, erhielt gute Noten und wurde 2002 als Testsieger auf der IFMA in Köln gekürt

Das qualitativ hochwertig gebaute Fahrrad mit dem zuschaltbaren Elektromotor erhielt die Auszeichnung für seinen leisen Antrieb, die hohe Reichweite des Motors und die konstante Unterstützung. Weniger erfreulich war das mit 31 kg doch recht hohe Gewicht des Pedelecs.

Sachs Bikes und die Sachs Fahrzeug-und Motorentechnik GmbH ging in den späten 90er Jahren aus dem 1895 in Schweinfurt gegründeten Traditionsunternehmen Fichtel & Sachs hervor

Das unter anderem für seine Fahrradnaben (etwa die Torpedo-Freilaufnabe), Nabenschaltungen, Kugellager, seine zuverlässigen Zweitakteinbaumotoren (Fichtel & Sachs und Ilo belieferten ab den frühen 30er Jahren unzählige Konfektionäre im Zweiradbau), den Nabenzweitaktmotor Saxonette (erste Version von 1938-1940 gebaut) und später auch Micro-Blockheizkraftwerke weltweit bekannte Unternehmen übernahm zwischen den 60er und 80er Jahren viele Hersteller von Fahrrädern und Fahrradkomponenten (u.a. Hercules, Rabeneick etc). 1987 ging Fichtel & Sachs an den Mannesmann-Konzern. In den späten 90er Jahren übernahm die Sachs Fahrzeug-und Motorentechnik GmbH den Zweiradbereich. Nach der Mannesmann-Übernahme durch Vodafone (2000) wurde Fichtel & Sachs 2001 an ZF Friedrichshafen verkauft.

Pedelec oder E-Bike-wo liegt der Unterschied?

Im Sprachgebrauch verschwimmen die Begriffe Pedal Electric Cycle (kurz: Pedelec) und E-Bike meist. Gemeint ist immer ein Elektrofahrrad, bei dem man in jedem Fall in die Pedale treten muss. Ansonsten fiele das Zweirad rechtlich in die Kategorie Mofa, was eine Anmeldung und einen Führerschein erfordern würde. Und gerade in diese Kategorie fällt das Elektro-Mofa, das rechtlich gesehen ein echtes E-Bike ist und das man fahren kann, ohne in die Pedale treten zu müssen. Ansonsten macht die Geschwindigkeit den Unterschied, ob das Fahrrad ein Pedelec oder ein weit schnelleres S-Pedelec ist. Ein Pedelec, wovon am meisten verkauft werden, unterstützt bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Bei der Stärke der Unterstützung kommt es auf die gewählte Stufe (es sind verschieden starke Unterstützungsstufen wählbar) und auf die Motorleistung an, die bei einem Pedelec nicht mehr als 250 Watt betragen darf. Will man damit schneller als 25 km/h sein, muss man, nachdem sich der Elektromotor abgeschaltet hat, nochmal ziemlich kräftig in die Pedalen treten. Das schnelle S-Pedelec, für das ein Versicherungskennzeichen, ein Führerschein und ein Helm notwendig sind, funktioniert genauso wie ein normales Pedelec, hat aber einen leistungsstärken Elektromotor mit circa 500 Watt, der erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h abschaltet. Bei genauer Definition ist also ein S-Pedelec potentiell schneller als ein E-Bike (Elektro-Mofa).

Der maximal 250 Watt leistende Elektromotor der Sachs Elo Touring befand sich in der Hinterradnabe und erinnerte von der Idee her an die Saxonnette, nur eben mit Elektromotor statt mit Zweitaktmotor. Zur besseren Gewichtsverteilung war der Akku am vorderen Rahmenrohr befestigt

Anfahrprobleme hatte man mit dem Sachs Elo keine. Ein leichtes Antreten der Pedale reichte bei eingeschaltetem E-Motor aus, um in Bewegung zu kommen. Der in drei Stufen arbeitende Motor leistete umso mehr, je stärker man in die Pedale trat. Der Motor unterstützte den Fahrer maximal bis zu der Hälfte der Muskelkraft (also 50% E-Motor und 50 % Muskelkraft). Ausgestattet war das Elo mit einer 7-Gang-Kettenschaltung samt Power-Glide-System von Sachs. Ein Highlight war die Rücktrittbremse. Obwohl das Elo vorn und hinten Cantilever-Bremsen besaß, ließ sich trotz Cantilever hinten die Bremse per Rücktritt bedienen. Sachs hatte hier vor allem an die ältere Kundschaft gedacht, die sich oft mit einer Rücktrittbremse sicherer fühlten. Auch der tief gezogene Rahmen mit dem bequemen Durchstieg bot einen gewissen Komfort.

Das Sachs Elo besaß eine akzeptable Reichweite

Je nach der Art des verwendeten Akkus variierte die Reichweite zwischen 40 und 70 km. Am weitesten kam man mit einem Nickel-Metallhydrid-Akku. Den Nickel-Cadmium-Akku musste man häufiger aufladen. Wenn die Akkuladung mal nicht ausreichte, konnte, wie beim Pedelec üblich, mit Muskelkraft weiter geradelt werden. Bei einem Gewicht von 31 kg hatte man im Falle des Sachs Elo allerdings einiges zu tun.

Das Sachs Elo gab es in verschiedenen Versionen

Es gab das City-Modell mit Sportrahmen, das Unisexmodell Classic, eine Tourenversion und den Tramper mit Trekkingrahmen. Den Elo Tramper konnte man auch mit einer Sachs-Centera-21-Gangschaltung ordern.

Fotos & Text: Marina Block

Bilder

Informationen:

MarkeSachs
ModelElo Touring
Baujahr2002

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