Dieser von 1982 bis 2018 in vier Generationen gebaute, japanische Geländewagen hatte gleich mehrere Namen, je nachdem in welcher Weltregion er verkauft wurde. Berühmt wurde er durch seine Erfolge bei der legendären Rallye Paris-Dakar, wo er mehrere Gesamtsiege einfuhr, und beliebt war er bei allen, die ein zuverlässiges, komfortables, modernes und gut aussehendes (er galt damals als Trentsetter im Geländewagen-Design) Arbeits,- und Off-Road-Fahrzeug benötigten
In Europa und im Osten hieß dieser Mitsubishi Pajero, in allen spanischsprachigen Ländern Montero (Pajero ist dort ein Schimpfwort) und in Großbritannien Shogun. Durch die Zusammenarbeit von Mitsubishi und Chrysler (Chrysler besaß seit 1972 Anteile an Mitsubishi) fand sich der Pajero in den USA auch im Dodge Raider wieder. In Deutschland war er eine Zeit lang der meistgekaufte Geländewagen. Schließlich waren seine Kletterkünste kombiniert mit einem guten Maß an Komfort ein überzeugendes Argument.
Der abgebildete Pajero zählt zur ersten Generation dieses Geländewagens, die bis 1990 gebaut wurde
Er war mit einem zuschaltbaren Allradantrieb ausgestattet und wurde in drei Varianten angeboten. Es gab ihn mit kurzem und mit langem Radstand, als Dreitürer, als dreitürige, offene Version und als Fünftürer. Das Cabrio war auf dem kurzen Fahrgestell aufgebaut und besaß ein flexibles Dach mit drei unabhängig voneinander hochrollbaren Kunststofffenstern. Motoren standen in verschiedenen Versionen zur Verfügung. Wählen konnte man 1988 zwischen einem 2,6 l Reihenvierzylindermotor mit 103 PS und einem 2,5 l Vierzylinder-Turbodiesel mit 84 PS. Später kam noch ein 3 l V-Sechszylindertriebwerk mit 141 PS hinzu.
Konzipiert wurde der Pajero zwar vor allem als Arbeitsgerät, war aber dennoch komfortabel ausgestattet und auf eine unkomplizierte Handhabung ausgelegt
Dieser technisch gut durchdachte und gelungen gestaltete Geländewagen gab nicht nur vor, schwierige Anforderungen meistern zu können, wie es später die meisten SUVs taten, sondern konnte auch wirklich arbeiten. Geordert wurden so auch die meisten Pajeros mit Anhängerkupplung. Eine hohe Anhängelast war für das anfangs knapp 2 Tonnen wiegende Fahrzeug, das mit einem Mitteldifferential und Geländeuntersetzung ausgestattet war, kein Problem. Über einen Hebel auf der Mittelkonsole konnte man vom Hinterradantrieb auf den Allradantrieb umschalten. Die Traktion ließ sich stufenweise steigern. Komfortabel war auch das Lenken, denn der Pajero besaß eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung. Vorn verfügte der auf einem Leiterrahmen aufgebaute Pajero über eine Einzelradaufhängung an Doppelquerlenkern, hinten über eine blattgefederte Starrachse. Eine Differentialsperre für die Hinterachse konnte geordert werden. Erst bei der dritten Generation ging Mitsubishi bei dem Geländewagen auf eine selbsttragende Monocoque-Bauweise über und stattet das Fahrzeug außerdem nun vorn und hinten mit einer unabhängigen Radaufhängung aus. Bereits ab der zweiten Generation hatte es einen neuen, zuschaltbaren Allradantrieb (Super-Select-4WD) mit 1,9:1 Geländeuntersetzung und Zentraldifferential samt Viskobremse gegeben. Optisch wurde der Pajero immer von Generation zu Generation leicht überarbeitet und modernisiert. Ein Manko der ersten Generation war ihre Rostanfälligkeit auf Grund des mangelnden, werksseitigen Korrosionsschutzes.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: Reihenvierzylinder-Dieselmotor mit Turbolader
Hubraum: 2477 ccm
Leistung: 84 PS bei 5400 U/min
max. Drehmoment: 201 Nm bei 3000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h
Beschleunigung: 18,6 sec. von 0 auf 100 km/h
Antriebsart: Hinterradantrieb + zuschaltbarer Allradantrieb
Getriebe: Fünfgangschaltgetriebe, Geländereduktion
Vorderradaufhängung: Doppelquerlenker,Schraubenfedern, Stabilisator
Hinterradaufhängung: Starrachse, halbelliptische Blattfedern
Bremsen: vorn innenbelüftete Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen
Radstand: 2350 mm (kurzer Radstand bei Dreitürer)
L x B x H: 3995 mm x 1679 mm x 1849 mm
Gewicht: ca. 1800 kg
Verbrauch: 10,8l/100 km
Bauzeit: 1982-1990 1. Generation