Der englische Automobilhersteller Triumph aus Coventry rettete Anfang der 50er Jahre seine Existenz mit dem Bau eines Sportwagens
Zuvor hatte Triumph schlecht verkäufliche Limousinen in einem als altbacken empfundenen Vorkriegsdesign produziert, was die Firma nahe an den Ruin manövrierte. Die Entscheidung einen agilen Roadster ähnlich einem MG zu bauen, brachte die Rettung.
Firmenchef Sir John Black beauftragte seinen Chefdesigner Walter Belgrove einen robusten und offenen Sportwagen mit Potential zu entwickeln. Nach einem holperigen Start und einer Komplettüberarbeitung des ersten Modells durch den Rennfahrer und Techniker Ken Richardson ging 1953 der TR 2 an den Start, der 1955 vom leistungsstärkeren TR 3 (anderer Kühlergrill) und dieser wiederum 1957 vom TR3A (breiterer Kühlergrill) abgelöst wurde. Der letzte im Bunde war der 1962 nur ein Jahr gebaute TR3B mit vollsynchronisiertem Getriebe. Kurz gesagt waren diese Fahrzeuge echte Fahrmaschinen ohne großen Komfort, gemacht für die Freude am puren Fahrerlebnis, das durch die gelungene Kombination eines bewährten Fahrwerks mit einem potenten Motor überaus zufriedenstellend war
Der TR 3 basierte auf seinem Vorgänger. Optisch hatte man die Frontpartie überarbeitet und dem TR 3 einen anderen Kühlergrill spendiert. Sein Fahrgestell war recht konventionell und baute auf bewährter Technik auf. So besaß er einen Kastenrahmen mit Kreuzverstrebung, seine Vorderräder waren an Dreiecksquerlenkern samt Schraubenfedern aufgehängt und hinten gab es eine Starrachse an Blattfedern. Das Vierganggetriebe war bis auf den ersten Gang synchronisiert und er war ab 1956 vorn mit Scheibenbremsen und hinten mit Trommelbremsen bestückt. Der ohv Reihenvierzylindermotor besaß einen Hubraum von 1991 ccm und leistete anfangs 95 und später 100 PS bei 5000 U/min. Das reichte beim 990 kg schweren TR3 A für eine Höchstgeschwindigkeit von 177 km/h und eine Beschleunigung in 12 Sekunden auf 100 km/h.
Sehr viele TR3 und TR3A gingen in die USA
Der größte Abnehmer europäischer Sportwagen und hier vor allem der Roadsterversionen war mit seinem riesigen Markt der wichtigste Handelspartner europäischer Sportwagenproduzenten. Gebaut wurden Sportwagen auch immer im Hinblick auf die Wünsche und Bedürfnisse des amerikanischen Marktes. Triumph hatte wohl mit seinen Produkten einen Nerv getroffen, denn seine Roadster verkauften sich damals in den USA und nicht nur dort blendend. Natürlich trugen auch die vielen Sporterfolge und der moderate Preis das ihre dazu bei. Mit 58236 gebauten Exemplaren war der bis 1961 gebaute TR3A der Erfolgreichste unter den frühen Triumph-Roadstern.
Der Triumph TR3 und der TR3 A waren sehr beliebte und erfolgreiche Wettbewerbsfahrzeuge, die sowohl von Profis als auch von Amateuren eingesetzt wurden
Die Rennabteilung von Triumph beteiligte sich mit diesen Fahrzeugen an vielen internationalen Rennen und Rallyes. In den 50er Jahren wurden Wettbewerbe wie die Mille Miglia oder das 24-Stundenrennen von Le Mans erfolgreich mit ihnen bestritten.
England gilt traditionell als Land der Roadster
Obwohl Großbritannien vom Wetter nicht gerade verwöhnt wird, entstanden erstaunlicherweise gerade hier sehr viele Sportwagenmarken, die allesamt offene Zweisitzer im Programm hatten. Dabei reichte die Variationsbreite von Roadstern mit relativ großen, sehr potenten Triebwerken bis hin zu den vielen kleinen und für jedermann erschwinglichen Modellen.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohv Reihenvierzylinder
Hubraum: 11991 ccm
B x H: 83 mm x 92 mm
Verdichtung: 9:1
Leistung: 100 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h
Vergaser: zwei SU H6-Vergaser
Getriebe: Vierganggetriebe, 2. bis 4. Gang synchronisiert, Mittelschaltung
Antriebsart: Hinterradantrieb
Chassis: Kastenrahmen mit Kreuzverstrebung
Karosserie: offene Ganzstahlkarosserie, zweisitziger Roadster
Vorderradaufhängung: Dreiecksquerlenker, Schraubenfedern
Hinterradaufhängung: Starrachse mit Blattfedern
Bremsanlage: vorn Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen
Radstand: 2232 mm
L x B x H: 3838 x 1410 x 1220 mm
Gewicht: 990 kg
Bauzeit: 1957-1961 TR3A
Stückzahl: 58236 Ex. - TR3A