Als es noch keine wirklich leistungsfähigen und haltbaren Batterien gab, wurde die zur Erzeugung eines Zündfunkens benötigte Zündspannung primär mit Hilfe eines Magneten erzeugt. Der Zündfunke entstand also durch magnetische Induktion
Zwar gab es zu Beginn der Motorisierung andere Zündsysteme wie die Glührohrzündung, sie war allerdings störanfällig und nicht regulierbar. So setzte sich bald die Magnetzündung durch, jedenfalls so lange bis die Batteriezündung zuverlässiger wurde. Vorteilhaft war die Magnetzündung überall dort, wo hohe Drehzahlen vorkamen (etwa bei Rennwagen), da dann ein guter Zündfunke entstand. Schwieriger wurde es bei niedrigen Drehzahlen wegen des dann schwachen Funkens. Dieses Problem ließ sich mit einer Hilfsvorrichtung (Schnapper oder Abschnappkupplung) lösen
Die Magnetzündung, die ohne Akku oder Batterie auskam, war bis Ende der 50er Jahre das gebräuchlichste Zündsystem. Es arbeitete in Automobilen, Motorrädern, Schiffen und Traktoren. In Kleingeräten, wie Rasenmähern, Motorsägen, etc werden Magnetzünder wegen der kompakten Bauweise und der Gewichtsersparnis immer noch eingesetzt und auch im Flugzeugbau findet die Magnetzündung (zwei unabhängige Magnetzündungen) auch heute noch Verwendung, weil sie unabhängig von der Bordspannung ist und so Sicherheit gewährt.
Ein Problem der Magnetzündung war der relativ schwache Funke bei niedrigen Drehzahlen. Als Starthilfe gab es die Abschnappkupplung
Bei niedrigen Anlassdrehzahlen wurde der Anlassvorgang durch den Einbau einer Abschnappkupplung in den Zündapparat verbessert, denn die Abschnappkupplung erhöhte die Zündspannung beim Anlassen des Motors. Eigentlich würde eine Magnetzündanlage bei einer geringen Anlassdrehzahl des Motors überhaupt keinen oder nur einen sehr schwachen Zündfunken hervorbringen. Daher war etwa der Magnetapparat in Flugzeugen mit einem Federmechanismus ausgestattet, der den Zündzeitpunkt verzögerte (auf spät) und über eine gespannte Feder den Läufer des Magneten bei niedrigen Drehzahlen zusätzlich beschleunigte, um einen stärkeren Funken zu erzeugen. Lief der Motor, kuppelte der Schnapper über einen Fliehkraftmechanismus aus. Die englische Bezeichnung dieser Vorrichtung war Impulse Coupling, hierzulande wurde sie als Schnapper oder Abschnappkupplung bezeichnet, abgeleitet vom Schnappgeräusch, das diese Magnetzündungen erzeugten, wenn die Vorrichtung auslöste.
Fotos & Text: Marina Block