Bond - Bug 700 ES (1972)

Reliant hatte das sportliche und futuristisch gestylte Dreirad mit zweisitziger Kunststoffkarosserie und flugzeugähnlicher Klapp-Kanzel 1970 unter dem Markennamen Bond auf den Markt gebracht und damit ein junges Publikum anvisiert

Ende der 60er Jahre hatte die erfolgreiche Firma Reliant die Firma Bond übernommen, die in finanzielle Bedrängnis geraten war. Beide britische Firmen bauten zwar auch vierrädrige Fahrzeuge, waren aber schon seit langem besonders bekannt für ihre kleinen Dreiradfahrzeuge und zählten zu den größten Produzenten dieser Spezies in England. Threewheeler waren damals dort sehr beliebt, weil für ein Dreirad mit einem Gewicht bis zu 406 kg lediglich die Motorradsteuer von 4 Pfund anfiel. Als Ende der 60er Jahre dieses Steuerprinzip aufgehoben wurde, implodierte das Dreiradgeschäft.

Mit dem futuristischen Bond Bug versuchte Reliant ein Comeback des Dreirads als Freizeitauto einer trend,- und stilbewußten Jugend zu initiieren

Eigentlich wurden die Grundzüge seiner Formgebung bereits in den frühen 60er Jahren von Tom Karen (Ogle Design), einem führenden Industrie-Designer geschaffen, der auch für die Linien des Reliant Scimitar GTE Sportkombis verantwortlich zeichnete. Ihm ging es darum, ein Design zu schaffen, das zur Benutzung geradezu aufforderte und neugierig machte. Das war ihm mit der keilförmig-kantigen Linienführung und der hochklappbaren Einstiegs-Kanzel des Bonds gut gelungen.

Chassis und Fahrwerk schuf Reliants Chefkonstrukteur John Crosthwaite, der vorher für Lotus, BRM und Intermecchanica gearbeitet hatte

Es bestand aus einem kastenförmigen Profilrahmen mit Querverstrebungen als Verstärkung. Die angetriebene, starre Hinterachse wurde von vier Längslenkern, einem Panhardstab und Federbeinen abgestützt. Das einzelne Vorderad war mit Schwinge und Federbein versehen. Mit seinen 10“-Rädern lebte der Bond Bug auf recht kleinem Fuße und besaß eine Bodenfreiheit von gerademal 127 Millimetern, was zu einem tiefen Schwerpunkt führte.

Der Motor des Bond war derselbe wie der des Reliant Regal

Angetrieben wurde der Bond mit dem Beinamen Bug=Wanze von einem ohv Leichtmetall-Vierzylindermotor mit 700 ccm Hubraum, der ursprünglich aus dem Austin 7 stammte und für das Modell Regal von Reliant weiterentwickelt und in Alu gefertigt wurde. Dieser Motor fand sich beim Bond weit zu den Passagieren hin zwischen den beiden Einzelsitzen in der Konsole eingebaut. Dank der durchdachten Gewichtsverteilung, des tiefen Schwerpunkts, des geringen Gewichts (400 kg) und der breiten Spur waren das Fahrverhalten und die Fahrleistungen des skurrilen Gefährts mit einer Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h für ein Dreirad ziemlich bemerkenswert.

Der 700 ES war die Luxusausführung des Bond Bug

Sein Motor leistete 2 PS mehr (31 PS), er besaß zudem Spezialreifen (Niederquerschnittsreifen), Seitenspiegel, einen Aschenbecher, eine dicke Motorabdeckung, vorn eine Stoßstange aus Gummi, Schmutzfänger hinten und ein serienmäßiges Reserverad.

Fotos & Text: Marina Block

        1. Technische Daten

Motor: ohv Vierzylinderreihenmotor

Hubraum: 700 ccm

B x H: 60,45 x 60,96 mm

Verdichtung: 8,4:1

Vergaser: Solex oder Zenithvergaser

Leistung: 31 PS bei 5000 U/min

Max. Drehmoment: 51,5 Nm bei 3000 U/min

Höchstgeschwindigkeit: circa 120 km/h

Getriebe: synchronisiertes Vierganggetriebe

Bremsen: hydraulische Trommelbremsen an allen drei Rädern

Antriebsart: Hinterradantrieb

Chassis: Kastenprofilstahlrahmen mit Querverstrebungen

Vorderradaufhängung:an Schwinge und Federbein

Hinterradaufhängung: Starrachse, vier Längslenker, Panhardstab, Federbeine

Radstand: 1956 mm

Spur hinten: 1230,7 mm

L x B x H: 2794 x 1397 x 1270 mm

Bodenfreiheit: 127 mm

Tankinhalt: 23 l

Gewicht: 394 kg (leer)

Bauzeit: 1970-1974

Preis: 629 Pfund

Stückzahl: insgesamt ca. 2269 Ex.


Bilder

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Informationen:

MarkeBond
ModelBug 700 ES
Baujahr1972

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