Alpine - A110 1300 G (1970)

Die mit modifizierten Renault-Motoren und einer leichten Kunststoffkarosserie ausgestattete Alpine A110 war ein legendärer französischer Sportwagen, der seine Existenz und seinen enormen sportlichen Erfolg Jean Rédélé verdankte, einem Renault-Vertreter aus Dieppe, der anfangs Renault-Modelle für den Motorsport präparierte, mit Begeisterung Rennen fuhr und schließlich in den 50er Jahren das Unternehmen Alpine gründete. Die ausgesprochen attraktive Gestalt der A110 baute auf Giovanni Michelottis Design für die erste Alpine (A106) auf, wurde von Phillipe Charles im Windkanal von Citroen weiterentwickelt und mündete schließlich nach einer weiteren Überarbeitung in die unvergeßlichen Formen der von 1962 bis 1977 gebauten A 110. Als die Alpines im Rennsport immer erfolgreicher wurden, wuchs das Interesse von Renault an einer engeren Zusammenarbeit, so dass Renault das zuvor unabhängige Unternehmen schließlich in den 70er Jahren vollständig übernahm und zu seiner Sportwagensparte ausbaute

1952 stellte Jean Rédélé sein erstes, selbst entwickeltes Rennsportcoupé auf Basis des Renault 4 CV Spéciale vor, aus dem später die Alpine A 106 mit von Giovanni Michelotti gestylter Außenhaut werden sollte. Mit der zweiten Version des Modells A 108 (ab 1959) emanzipierten sich die Alpines teilweise von der Renault-Technik, denn Rédélé hatte für das Modell ein neues Fahrwerk entwickelt. Nun gab es einen Zentralrohrrahmen mit einer hinteren Verstärkung für das Triebwerk im Heck. Diese Konstruktion wog nur 30 kg und war mit der ebenfalls superleichten Kunststoffkarosserie verklebt. So aufgebaut war auch die 1962 vorgestellte und nur knapp 700 kg schwere Alpine A110, eines der erfolgreichsten Sportfahrzeuge der damaligen Zeit.

Die Alpine A110, die das Werk ab 1963 in Wettbewerben einsetzte, wurde dank ihrer vielen Erfolge in internationalen Rallyes zur Legende. Unter anderem siegte sie mehrmals bei der Rallye Monte Carlo und errang 1971 und 1973 den Sieg bei der Rallye Weltmeisterschaft

Selbst mit den anfangs verwendeten, kleinen Renault-Motoren schlug sich die Alpine ziemlich wacker. Als sie dann mit größeren Renault-Triebwerken bestückt wurde, war sie einfach unschlagbar. Mit einem 1,8 l Reihenvierzylinder im Heck und einer Leistung von 175 PS, wurde die leichte Alpine zum Geschoß.

Die Alpine gab es mit verschiedenen Motorvarianten, die auf den Motoren der Renault-Modelle 8, 12 und 16 basierten. Das abgebildete Exemplar 1300 G ist mit einem 1,3 l ohv Reihenvierzylindermotor im Heck bestückt

Von dieser Variante entstanden zwischen 1966 und 1971 nur 741 Exemplare. Interessant ist, das diese Alpine A 110 1300 G sich in einem völlig originalen Zustand befindet, was eine Seltenheit darstellt, da die Alpines dieser Zeit auf Grund des häufigen Einsatzes bei Rallyes und im Rennsport zumeist verändert wurden. Gefahren wurden die Alpine A110 wegen ihrer Schnelligkeit übrigens auch eine Zeit lang von der französischen Autobahnpolizei.

Fotos & Text: Marina Block


Technische Daten


Motor: ohv Reihenvierzylinder im Heck

Hubraum: 1255 ccm

B x H: 74,5 x 72 mm

Leistung: 88/103 PS bei 6750 U/min

Höchstgeschwindigkeit: ca. 205 km/h

Getriebe: Fünfganggetriebe

Karosserie: Kunststoffkarosserie mit Zentralrohrrahmen verklebt

Vorderradaufhängung: unabhängig an Querlenkern, Schraubenfedern, Querstabilisator

Hinterradaufhängung: bis 1973- Pendelachse, Schraubenfedern, Schubstreben, 2 Stoßdämpfer pro Rad

Radstand: 2100 mm

L x B x H: 3850 x 1460 x 1130 mm

Gewicht: 625 kg

Bauzeit: 1966-1971 Alpine A100 1300 G

Stückzahl: 741 Ex.



Bilder

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Informationen:

MarkeAlpine
ModelA110 1300 G
Baujahr1970

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