Die in vielen Evolutionsstufen bis heute gebaute Corvette von Chevrolet war das erste Sportwagenmodell Amerikas und das erste in Großserie produzierte Kunststoff-Auto der Welt. Sie kombinierte schon immer Kraft und Stärke mit einem auffallenden Design. So war auch bei der von 1967 bis 1982 gebauten Chevrolet Corvette C3, die von 1969 bis 1976 auch den Schriftzug „Stingray“ trug, das markanteste Merkmal ihre Formgebung im Coke Bottle Shape-Design. Nachdem das Zeitalter des C2 Sting Ray (hier auseinander geschrieben im Gegensatz zum Nachfolgemodell) zu Ende ging, suchte GM für seinen Sportwagen nach einem neuen aufsehenerregenden Design, schließlich musste den Konkurrenten in Gestalt von AC Cobra, Ferrari GTO, Ford Mustang oder Lamborghini Miura etwas Ausschlaggebendes entgegen gesetzt werden
1967 brachte Chevrolet die dritte Generation des mit einer Fiberglas-Karosserie versehenen Sportwagenmodells Corvette auf den Markt, das ganze 15 Jahre im Programm blieb. GM-Designer David Holls schuf eine sehr ausdrucksstarke Karosserie mit schwungvoller und stark taillierter Linie samt auffallendem Kotflügelschwung, weshalb die C3 auch „Coke Bottle Shape“ Corvette genannt wurde, da ihr Seitenprofil ähnlich ausfiel wie das der damals aktuellen Coca-Cola-Flasche. Die C3 besaß eine lange Motorhaube, ein hohes Heck und Kiemen an den Seiten. Trotz der kraftvollen und massiven Erscheinung war sie für US-Verhältnisse durchaus noch zierlich zu nennen, aber doch viel massiger als die Vorgängerversionen. Die zwei herausnehmbaren Dachhälften ermöglichten auch beim Coupé ein Cabriofeeling. Für das Modelljahr 1973 wurde die Corvette, um die neuen Sicherheitsbestimmungen einzuhalten, mit einem vorderen Stoßfänger aus Polyurethan ausgestattet. Die konventionelle Chromstoßstange am Heck wich erst im nächsten Jahr ebenfalls einem Kunststoffteil. 1978 erhielt die C3 im Rahmen der Modellpflege ein Fastback-Heck und anstelle der bisher senkrecht stehenden Heckscheibe eine Glaskuppel ähnlich wie beim Porsche 924 hinter der B-Säule. Angeboten wurde das Coupé mit herausnehmbaren Dachhälften bis 1982. Das Cabriolet stand nur von 1968 bis 1975 im Programm, da neue Sicherheitsbestimmungen es 1975 zu Fall brachten. Insgesamt wurden vom C3 543000 Exemplare gebaut.
Die Coke Bottle Shape-Formgebung hatte ihren Ursprung im Flugzeugbau, der auch das Automobildesign nachhaltig beeinflusste. Um Jets noch aerodynamischer und schneller zu machen, wurde diese Formgebung verwendet
Im Automobildesign wurde dieses Formprinzip schon früh von Raymond Loewy beim Studebaker Avanti umgesetzt. Auch Pontiac-Modelle von 1962 zeigten eine ähnliche Formgebung. Das Corvette-Design basierte wesentlich auf der 1965 vorgestellten Studie Mako-Shark II von Larry Shinoda und wurde vom Team um David Holls weiter entwickelt.
Unter der Motorhaube der Corvette arbeitete, wie nicht anders zu erwarten, ein enorm starkes V-8-Kraftwerk aus dem Hause GM
Der V-Achtzylindermotor mit 5,4 bis 7,4 l Hubraum( small block oder big block) leistete je nach Ausführung 270 bis 465 PS. Die abgebildete, frühe C3 besitzt einen Hubraum von 5,4l und leistet 350 PS. Mit einem Gewicht von 1400 kg erreicht das in safari-gelb lackierte Cabriolet eine Spitzengeschwindigkeit von 220 km/h.
Bei der C3 tauchten anfangs einige Schwierigkeiten auf
So gab es etwa hinter einer herausfahrbaren Abdeckung verborgene Scheibenwischer, was sich als keine gute Idee für nicht frostsichere Gegenden herausstellte. Außerdem tauchten erhebliche Probleme mit der Motorkühlung auf, so dass noch kurz vor Produktionsbeginn umdisponiert wurde und die Frontschürze unterhalb der Stoßstange zusätzliche Kühlluftöffnungen bekam. Moniert wurde anfangs auch die Verarbeitungsqualität der C3.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohv V-8 small block
Hubraum: 5359 ccm
Bohrung x Hub: 101,6 mm x 82,6 mm
Leistung: 350 PS bei 5800 U/min
Beschleunigung: 7,7 sec. Von 0 auf 60 mph
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h
Vergaser: Rochester Vierfach-Fallstromvergaser
Antriebsart: Hinterradantrieb
Getriebe: vollsynchronisiertes Vierganggetriebe; Dreistufen-Automatik als Option
Karosserie: Fiberglasaufbau mit Metallhilfsrahmen, Kastenrahmen mit Traversen
Vorderradaufhängung: an Dreiecksquerlenkern, Schraubenfedern, Stabilisator
Hinterradaufhängung: an Längs,- und Querlenkern Querblattfeder
Radstand: 2490 mm
L x B x H: 4636 mm x 1753 mm x 1215 mm
Gewicht: 1400 kg
Bauzeit C3: 1967-1982
Stückzahl: 543000 Ex. C3 insgesamt