Der VW Käfer mit luftgekühltem ohv Vierzylinder-Boxermotor im Heck, Zentralrohrrahmen mit Bodenplatte, Heckantrieb und einem von Erwin Komenda ausgearbeiteten Design kann für sich reklamieren, eines der am meisten verkauften Automodelle der Welt gewesen zu sein. Konzipiert war er als ein robustes und preiswertes Fahrzeug mit genügend Platz für eine Kleinfamilie, das auch im Unterhalt genügsam war und einen großen Kundenkreis ansprechen sollte. Seine teurere Cabriolet-Version hingegen stellte eine Art Luxusversion des Käfers dar
Mit gut 22 Millionen Exemplaren in einer Bauzeit von 1938 bis zum letzten in Mexiko vom Band gelaufenen Fahrzeug im Jahr 2003 zählte dieser Volkswagen nach der in 15 Millionen Exemplaren gebauten Tin Lizzy von Ford (1908-1927) zu den Bestsellern unter den langlebigen Automodellen.
Der 1303 wurde auch der „große“ Käfer genannt. Mit ihm hatte der Käfer generell seine höchste Entwicklungsstufe erreicht und war vom technischen Standpunkt aus gesehen richtig modern geworden
Mit dem 1303 reagierte Volkswagen auf eine drohende (aber letztendlich nie in Kraft getretene) Gesetzesänderung in den USA, einem der wichtigsten Absatzmärkte des Käfers. Sie bezog sich auf einen bestimmten Sicherheitsabstand zwischen den Insassen und der Windschutzscheibe. Deshalb erhielt der 1303 eine große und stark gewölbte Frontscheibe. Das verkürzte die Kofferraumklappe ein wenig. Da der Käfer seit 1970 einen längeren Vorderwagen mit McPherson-Federbeinen, einen längeren Radstand und eine längere Haube besaß, bot der Kofferraum immer noch genug Raum. Mehr Platz war nun auch für ein neues Armaturenbrett, dass höheren Sicherheitsstandards entsprach. Verwendet wurde beim 1303 verformbarer, aufprall-verbesserter Kunststoff. Zwischen Armaturenbrett und Windschutzscheibe gab es einen Warm,- und Frischluftkanal mit 42 Schlitzen und die Seitenscheiben wurden von Defrosterdüsen angepeilt. Verbessert wurde auch das Anzeigesystem. So erhielt der 1303 große Rückleuchten, die auch von der Seite gut sichtbar waren. Scherzhaft wurden sie auch Elefantenfußrückleuchten genannt. Die vorderen Blinker saßen ab 1975 nicht mehr auf den Kotflügeln, sondern waren in die Stoßstange integriert. Die Sitzkonsole wurde auf ein Dreipunktsystem mit größerem Verstellbereich der nun auch größeren und besser geformten Sitze umgestellt. Ab 1974 erhielt das Fahrzeug eine Zahnstangenlenkung statt des alten Rollenlenkgetriebes und ein automatisches Stabilisierungssystems des Geradeauslaufs. Zudem verfügte der 1303 über ein modernes Fahrwerk mit Schräglenkerhinterachse und McPherson-Federbeinaufhängung der Vorderräder.
Das bis 1980 gebaute Käfer Cabriolet war eines der beliebtesten Cabriolets überhaupt. Die meisten Käfer Cabriolets (Viersitzer) kamen von Karmann aus Osnabrück, insgesamt waren es 331847 Exemplare, davon fast 115000 vom beliebten 1303. Auch Hebmüller baute in der Nachkriegszeit Käfer Cabriolets, allerdings nur bis 1952 und lediglich 696 Stück
Ausgeführt wurde das Käfer Cabrio immer in der aktuell höchsten Entwicklungsstufe des Grundmodells, also mit der besten Ausstattung und höchsten Motorisierung. Als Volkswagen allerdings 1975 die Limousinenproduktion vom 1303 aufgab und zum 1200er zurückkehrte, blieb das Cabriolet in der weit besser ausgestatteten 1303-Ausführung und trug weiterhin die Motorvariante mit 1,6 l Hubraum und 50 PS im Heck.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohv Vierzylinder-Boxermotor
Hubraum: 1584 ccm
B x H: 85,5 x 69 mm
Leistung: 50 PS bei 4000 U/min
Verdichtung: 7,5:1
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
Getriebe: Vierganggetriebe
Rahmen: Zentralrohr-Plattformrahmen
Vorderradaufhängung: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabilisator
Hinterradaufhängung: Schräglenker-Hinterachse
Bremsen: Trommelbremsen
Radstand: 2420 mm
L x B x H: 4140 mm x 1585 mm x 1500 mm
Gewicht: ca. 850 kg
Verbrauch: ca. 9,2l/100 km
Bauzeit: 1972-1980
Stückzahl: ca. 115000 Ex.-1303 Cabriolet