Während des zweiten Weltkriegs kamen wegen des Mangels an Transportmitteln für schwerere Lasten Schleppachsen für PKW auf
Ab 1939 durften keine LKW mehr an Privatleute verkauft werden und auch viele der schon vorhandenen LKWs wurden zum Kriegsdienst eingezogen. So fehlten natürlich bald im zivilen Sektor geeignete Fahrzeuge um größere Lasten zu transportieren. Anfangs wurde versucht mit den verbliebenen PKW die Versorgung sicher zu stellen. Das funktionierte nur schlecht, da zum einen gar nicht so viele PKW vorhanden waren, um den Bedarf zu decken, und zum anderen diese Fahrzeuge beim Ziehen schwerer Anhänger schnell überfordert waren. Um das Problem zu lösen, kamen einige Leute auf die Idee, selbst kleinere PKWs mit Hilfe einer Schleppachse dazu zu befähigen auch größere Lasten zu schleppen, ohne dass der Motor oder das Fahrwerk Schaden dabei nahmen.
Einer der ersten PKW, auf den eine Schleppachse abgestimmt wurde, war der Ford Eifel
Er bekam eine kettengetriebene Schleppachse angepasst. Diese Schleppachse hatte zwei Bedingungen zu erfüllen. Sie musste zusätzlich auftretende Kräfte aufnehmen und gleichzeitig für die notwendig werdende höhere Untersetzung sorgen. Die höher untersetzte Hilfsachse hatte einen eigenen Rahmen und Triebräder, die ihren Antrieb von der Achse des PKWs über Ketten erhielten. Zum Einbau der Schleppachse wurden die Hinterräder des PKW abgebaut und an ihrer Stelle kleine Kettenräder aufgesteckt. Der Hilfsrahmen wurde dann unter den Wagen geschoben und mit zwei Schellen an den Trichtern der Hinterachse befestigt. Jeweils eine Rollenkette übertrug die Kraft von den kleinen Triebrädern des PKWs auf die großen Triebräder der Schleppachse, die als starre Tragachse ausgebildet war.
Weder der Wagenrahmen noch das Differential oder der Motor sollten beim Schleppen Schaden erleiden
Der Rahmen bekam die Auswirkungen der Zugkraft nur bedingt zu spüren, da der Hilfsrahmen der Schleppachse als Träger der Anhängerkupplung die Zugkräfte aufnahm. Auch das Hinterachstriebwerk des PKW wurde nicht zusätzlich belastet, da die Untersetzung der Schleppachse erst hinter dem Differential erfolgte. Den Motor schütze man durch den Einbau eines Reglers, der die Motordrehzahl auf 2500 U/min begrenzte.
Die Hilfsschleppachse wurde ursprünglich für den Ford Eifel gebaut, sollte aber auch auf andere Automobile ausgeweitet werden
Vor allem für Modelle von Opel und Hanomag sollte eine derartige Schleppachse bald bereit stehen. Bekommen konnte man eine Hilfsschleppachse übrigens nur auf Bezugsschein, der vom Bevollmächtigten für den Nahverkehr ausgestellt wurde. Auch eine Erlaubnis des Oberbürgermeisters oder Landrates war notwendig.
Beim Umbau eines PKW zum Hilfsschlepper sollte 1940 auch gleich eine Umstellung von flüssigen zu gasförmigen Kraftstoffen vorgenommen werden
In Folge der sich anbahnenden Ölknappheit während des Krieges wurde bereits im Artikel der Zeitschrift „Krafthand“ von 1940, einem Fachblatt des Kraftfahrzeughandwerks, darauf hingewiesen, beim Umbau zum Schlepper auch gleich einen Umbau der Kraftstoffversorgung vorzunehmen. Es wurde zu einer Versorgung mit Flüssiggas oder Holzgas geraten.
Fotos & Text: Marina Block