Als der Opel Rekord im Frühjahr 1953 vorgestellt wurde hieß er noch Olympia Rekord. Erst ab 1955 wurde die Bezeichnung Olympia immer häufiger fallen gelassen. Der Rekord stand in der Tradition des sehr innovativen Olympia der 30er Jahre, dem ersten in Großserie gebauten Automobil mit selbsttragender Ganzstahlkarosserie, das auch das erste Modell von Opel in der Nachkriegszeit darstellte. Technisch basierte der Olympia Rekord auf dem Olympia, war aber in einigen Punkten deutlich überarbeitet und unterschied sich vom Design her völlig von ihm. Schließlich sollte der moderne Rekord mit Pontonkarosserie dem ein Jahr zuvor herausgebrachten Ford Taunus 12m die Stirn bieten und das tat er auch mit einem sensationell niedrigen Preis für einen Mittelklassewagen von nur 6250 DM, der nur wenig über dem des VW Käfer lag. Gebaut wurde der Opel Rekord bis 1986 in acht Generationen
Der Rekord besaß eine moderne, größtenteils von GM-Stylisten entworfene Pontonkarosserie mit großen Fensterflächen und mit vielen aus Amerika übernommenen Stilelementen, wie etwa dem „bissig“ gestylten Kühlergrill (Haifischmaul) oder den Heckflossen. Chromschmuck wurde innen wie außen vielfältig eingesetzt. Der Innenraum war, wie für ein Modell der gehobenen Mittelklasse angemessen, geschmackvoll und komfortabel gestaltet. Auch das Armaturenbrett mit halbrundem Bandtacho offenbarte amerikanische Designideen. Das war kein Wunder, denn der Rekord sollte die Stellung eines deutschen Chevrolet einnehmen, wie der Opel-Chef auf der IAA bei seiner Vorstellung bekundete.
Das Fahrwerk des Rekord bestand aus einer vorderen Einzelradaufhängung an doppelten Querlenkern und Schraubenfedern. Die Hinterräder wurden bei dem heckgetriebenen Modell von einer Starrachse mit zwei dreilagigen, halbelliptischen Blattfedern aufgenommen. Angetrieben wurde der Rekord von einem kurzhubigen, sparsamen und anfangs 40 PS-starken 1,5 l-Vierzylinderreihenmotor mit über Stoßstangen und Kipphebel betätigten oben hängenden Ventilen. Für die Verzögerung waren hydraulische Trommelbremsen zuständig. Das Dreiganggetriebe wurde über eine Lenkradschaltung betätigt. Angeboten wurde der Opel (Olympia) Rekord als zweitürige Cabrio-Limousine, als Limousine, Kombi (Caravan) und als Kastenwagen.
Beim Rekord wurden US-amerikanische Methoden angewendet
So wurden wie beim Opel-Mutterkonzern General Motors an diesem Modell jährlich Retuschen an der Karosserie vorgenommen, so dass kein Jahrgang optisch identisch war. Zwar gab es so immer wieder etwas neues, andererseits „veralteten“ die Fahrzeuge im Umkehrschluss auch sehr schnell.
Das Dreieckfenster war eine der sehr wenigen Schwachstellen am Rekord
Das zuverlässige, robuste, gut durchdachte und sparsame Fahrzeug galt damals als das am häufigsten geklaute Modell in Deutschland denn die ungesicherten Dreieckfenster machten es Langfingern ziemlich leicht.
Der Opel Olympia Rekord wurde nur für kurze Zeit als Cabrio-Limousine gebaut und kostete lediglich 300 Mark mehr als die ebenfalls schon sehr preiswerte Limousine
Erst ab Herbst 1954 bot Opel den Rekord in dieser alt bekannten und vor allem in den 30er Jahren sehr populären Karosserie-Variante mit stehenbleibenden Dachholmen, Türrahmen und Seitenscheiben an. Doch bereits zum Modelljahr 1956 wurde sie nach nur 1600 gebauten Einheiten wieder aus dem Programm genommen und durch ein Angebot mit einfachem Faltdach ersetzt, wahrscheinlich weil viele Kunden diese Karosserieform als veraltet empfanden. Den Genuss des Offenfahrens musste man aber nicht lange vermissen, denn das niedriger gebaute Nachfolgepontonmodell Rekord P1 mit Panoramascheiben und gestreckter Dachlinie gab es bald auch als vollwertiges Cabriolet vom Karosseriehaus Autenrieth.
Der (Olympia) Rekord war ein voller Erfolg für Opel und in den 50er Jahren nach dem VW-Käfer das am meisten verkaufte Modell hierzulande
Verkauft wurden zu einem äußerst günstigen Preis für ein Mittelklassemodell von der ersten Generation des Opel Rekord (bis 1957) fast 587000 Exemplare. Damit war der Rekord das gefragteste Modelle seiner Klasse in Deutschland.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohv Reihen-Vierzylindermotor
Hubraum: 1488 ccm
B x H: 80 mm x 74 mm
Verdichtung: 6,5:1
Vergaser: Fallstromvergaser Opel/Carter
Leistung: 45 PS bei 3600 U/min
max. Drehmoment: 98 Nm bei 2300 U/min
Höchstgeschwindigkeit: ca. 122 km/h
Antriebsart: Heckantrieb
Getriebe: Dreiganggetriebe, Lenkradschaltung
Vorderradaufhängung: Einzelradaufhängung an doppelten Querlenkern, Schraubenfedern
Hinterradaufhängung: Starrachse an Blattfedern
Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie (Cabrio-Limousine, Limousine, Kombi, Kastenwagen)
Bremsen: hydraulische Trommelbremsen
Radstand: 2487 mm
Spur vorn/hinten: 1200/1268 mm
L x B x H: 4240 mm x 1625 mm x 1550 mm
Gewicht: 895 kg
Verbrauch: ca. 8 l auf 100 km
Preis: 6550 DM-Cabrio-Limousine
Bauzeit: Cabrio-Limousine 1954 - 1956
Stückzahl: Opel (Olympia) Rekord bis 1957 - 586872 Ex.; Cabrio-Limousine-1600 Ex.