Die Ende des 19. Jahrhunderts in Frankfurt am Main von Heinrich Kleyer gegründeten Adler-Werke machten sich einen sehr guten Ruf für ihre qualitativ hochwertigen Fahrräder, Motorräder, Automobile und Schreibmaschinen
Die ersten Autos baute Adler 1899. Anfangs orientierte man sich an französischen Vorbildern, baute Renault-ähnliche Fahrzeuge und verwendete Motoren von De Dion Bouton. Aber schon ab 1902 verlegte sich Adler auf eine eigene Motorenproduktion. Ab 1901 baute man das erste Motorradmodell, Fahrräder hatte man seit den 1880er Jahren im Programm. Adler wurde schnell bekannt für geniale Innovationen, schließlich arbeiteten viele der berühmtesten Köpfe unter den Ingenieure für diese Marke, so etwa Edmund Rumpler, Hans Gustav Röhr, Joseph Dauben oder Karl Jenschke.
Ein weiteres und ebenfalls sehr lukratives Standbein des Unternehmens war der Bau von Schreibmaschinen. Die Adler 7 gilt als die erste Schreibmaschine deutscher Produktion. Mit ihr gelang Adler ein Durchbruch in dieser damals neuen Technologie
Die bis weit in die 30er Jahre gebaute Adler 7 sollte nicht nur in Deutschland sondern auch als Exportmodell ein Verkaufsschlager werden, obwohl sie mit 300 Goldmark einen stolzen Preis besaß. Die technisch hervorragende, robuste und zuverlässige Büromaschine, die knapp 11 kg wog, wurde allein in den ersten fünf Jahren 20000mal verkauft. Insgesamt gingen von ihr 341000 Exemplare an Kunden in aller Welt.
Kleyer hatte bereits 1896 das Patent an der kanadischen „Empire“ Schreibmaschine von Wellington Kidder erworben. In den USA und auch in Kanada wurden schon seit den 1870er Jahren Schreibmaschinen serienmäßig hergestellt und im Büroalltag eingesetzt. In Deutschland vollzog sich der Übergang vom geschriebenen zum getippten Wort weit langsamer
Auf Grundlage des Patentes von Kidder entwickelte Kleyer eine verbesserte Version, die er „Deutsche Empire“ nannte und von 1898 bis 1900 in 3000 Exemplaren verkaufte. Dann änderte er den Namen in Adler 7 und die Erfolgsstory begann. Da es noch keinen professionellen Handel für Büromaschinen gab, wurden die ersten Adler-Schreibmaschinen noch über die Adler-Fahrradhändler vertrieben.
Die Adler 7 war eine für damalige Verhältnisse hoch entwickelte Büromaschine
Sie war eine mechanische Stoßstangenschreibmaschine, mit der es erstmals möglich war mittels Vorderaufschlag und doppelter Umschaltung 90 Zeichen mit den 30 Tasten zu schreiben.
Adler wurde 1958 von Max Grundig aufgekauft, der zuvor auch schon die Triumph-Werke aus Nürnberg erworben hatte
1958 schloss Grundig beide Firmen sowie den Diktiergeräte-Bereich (Grundig-Stenorette) seiner Grundig-Tonbandgerätewerke zur Triumph-Adler (TA) Büromaschinenvertriebsgesellschaft zusammen und konzentrierte sich komplett auf den Büromaschinenbau. Spätere Eigentümer von Triumph-Adler (TA) waren Litton Industries, Volkswagen und Olivetti.
Fotos & Text: Marina Block