Bauer - Fahrradanhänger (30er-50er Jahre)

Die Fahrrad,- und Metallwerke L.Bauer & Co aus Klein-Auheim bei Hanau stellten ab 1914 Fahrradzubehörteile, ab 1922 zudem komplette Fahrräder und ab den 30er Jahren auch motorisierte Zweiräder mit anfangs Sachs-Motoren und dann in der Nachkriegszeit Ilo-Motoren her. Auch stabile Fahrradanhänger für den Warentransport wurden ab etwa 1934 in Serie gebaut

Das 1911 in Frankfurt am Main von Ludwig Bauer gegründete Metallwaren-Unternehmen konzentrierte sich nach seinem Umzug in die Heimatstadt des Gründers erst einmal auf die Produktion von Fahrradzubehörteilen, wie Dynamos und Karbid-Lampen. Das erste Bauer-Fahrrad entstand 1922 und wurde gleich ein voller Erfolg, dem viele weitere folgen sollten. Auch Fahrräder mit Leichtmetallrahmen hatte Bauer schon sehr früh im Programm. Das erste Rennrad entstand 1934. Ungefähr zur selben Zeit begann auch der Serienbau von Fahrradanhängern im Werk. Bauer-Fahrräder erlangten bald einen sehr guten Ruf, waren im Sport erfolgreich und wurden sogar bei der Tour de France eingesetzt. Schon in den 20er und 30er Jahren wurden Bauer-Produkte weltweit exportiert. Nach dem Krieg gelangten vor allem Bauer-Fahrräder in großer Anzahl in die USA. Denn sie hatten bei der in Hanau stationierten US-Army Interesse geweckt, über die dann eine Geschäftsbeziehung in die USA aufgebaut werden konnte. Bereits 1947 produzierte Bauer täglich 1000 Fahrräder, nachdem man direkt nach dem Krieg erst einmal mit der Produktion von Kochtöpfen und anderen Haushaltsgeräten begonnen hatte.

Fahrradanhänger waren vor allem in Krisenzeiten sehr gefragt

In Zeiten, in denen nur sehr schwer an größere Transportmittel heranzukommen war, stellte ein Fahrrad mit Anhänger natürlich einen enormen Wert dar, denn es ermöglichte den Transport von Gütern über eine gewisse Distanz. Auch der Besitzer dieses Anhängers von Bauer fuhr damit kurz nach dem Krieg die Produkte der elterlichen Firma zu den Kunden aus oder brachte die Pakete zur Post.

Um seine Fahrräder bekannt zu machen, engagierte sich das Unternehmen stark im Rennsport, nahm an internationalen Veranstaltungen teil, organisierte aber auch lokale Fahrradrennen und Fahrradveranstaltungen

Ein Radrennstall wurde schon früh aufgebaut und bis in die 50er Jahre hinein gehalten. 1952 etwa erlangten Heinz Müller und Ludwig Hörmann auf Rennrädern von Bauer den ersten und den dritten Platz bei den UCI-Straßenweltmeisterschaftsläufen. Auf Bauer-Rennrädern fuhren aber auch andere bekannte Radrennfahrer, wie etwa Fritz Ruland.

In den 60er Jahren geriet die Fahrradindustrie in schwieriges Fahrwasser

Die Wirtschaftswunderzeit machte nicht nur dem Motorrad das Leben schwer, auch Fahrräder wurden nicht mehr in dem Maße verkauft wie zuvor, denn ihnen haftete nun das Image eines „alten Drahtesels“ an. Die Menschen strebten schlicht und einfach nach mehr Komfort und Luxus. Zumindest ein Kleinwagen stand fortan auf dem Wunschzettel in Sachen Fortbewegung. Auch Bauer bekam diesen Trend zu spüren und musste 1968 Konkurs anmelden. Die Firma wurde vom Haushaltsgerätehersteller Rowenta aufgekauft und der Standort noch bis 1993 betrieben. Den Markennamen Bauer kauften die Pantherwerke in Löhne auf und benutzten ihn weiter.

Fotos & Text: Marina Block

Bilder

Informationen:

MarkeBauer
ModelFahrradanhänger
Baujahr30er-50er Jahre

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