Motorräder baute die Neckarsulmer Strickmaschinenfabrik (NSU), aus der später der weltweit größte Motorradhersteller und auch ein Automobilproduzent werden sollte, bereits 1901 und zählte damit zu den Pionieren im Motorradbau. Fahrräder standen übrigens schon ab 1886 im Programm. Eines der erfolgreichsten, frühen Motorradmodelle war mit fast 24000 produzierten Exemplaren die von 1924 bis 1928 angebotene 251 R, deren Motor hier ausgestellt wird
Der luftgekühlte Einzylinderviertaktmotor besaß einen Hubraum von 249 ccm und ein Bohrungs,- und Hubverhältnis von 63 x 80 mm. Er leistete circa 6 PS und verfügte über gegengesteuerte Ventile, ein über eine Stoßstange und einen Kipphebel von der unten liegenden Nockenwelle betätigtes, oben hängendes Einlassventil und ein stehendes Auslassventil. Ausgestattet war der Motor mit einem Kolben aus Eisenguß, einem Messingvergaser von AMAC und einem Magnetzünder von Bosch oder Noris. Zylinder und Zylinderkopf bestanden aus einem Stück, denn die Haltbarkeit von Zylinderkopfdichtungen war damals noch ein Problem. Ketten waren im Motor nicht verbaut. Stattdessen funktionierten alle Antriebe über Zahnräder. Der Antrieb des Hinterrades erfolgte bei der 251 R (R für Riemen) über einen Riemen. Die später erscheinende Luxusausführung besaß einen Kettenantrieb zum Hinterrad und hieß 251 T (T für Touren).
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, gegengesteuert
Hubraum: 249 ccm
B x H: 63 x 80 mm
Leistung: 6 PS bei U/min
Verdichtung: 4,8:1
Vergaser: AMAC PJ 30 H
Zündung: Bosch oder Noris Magnetzündung
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
Getriebe: Zweiganggetriebe über langen Handhebel geschaltet; ab 1927 Dreiganggetriebe
Benzintank: Stecktank
Antriebsart: Riemenantrieb des Hinterrads; ab 1928 als 251 T (Touren) mit Kettenantrieb
Stückzahl: 23624 Ex.
Preis: RM 345
Bauzeit: 1924-1928