Der Ford Escort war ein Kompaktwagen-Modell der unteren Mittelklasse, das in sieben Generationen von 1967 bis ins Jahr 2000 in Europa angeboten wurde und zu einem Erfolgsmodell von Ford avancierte
Gebaut wurde das Modell in den britischen und deutschen Ford-Werken und auch auf beide Märkte gebracht. Abgelöst wurde der Escort vom Ford Focus.
Der Motor des Ford Escort war eine moderne Ausführung des Kent-Motors
Im Gegensatz zum ursprünglichen Kent-Motor von 1959, bei dem sich der Vergaser und der Auspuff auf einer Seite befanden, besaß die überarbeitete Variante einen Querstromkopf. Dieser Kent-Crossflowmotor, der als erstes im Ford Mk2 Cortina von 1966 zum Einsatz kam, fand sich dann auch wenig später im Ford Escort Mk1 und Mk2. Hier wurde er in verschiedenen Hubraumgrößen und mit leichten Verbesserungen bis 1980 genutzt und dann vom neuen CVH-Motor abgelöst.
Der von Ford-Ingenieur Alan Worters entwickelte Kent-Motor ließ sich leicht tunen und wurde von vielen Rennwagenbauern, die ihn mit einem anderen Zylinderkopf bestückten, als Basis genutzt und auch gerne in der Formel Junior eingesetzt
Der ursprüngliche Kent-Motor verfügte über im Zylinderkopf hängende Ventile, die über Stoßstangen und Kipphebel betätigt wurden. Die Kurbelwelle war fünffach gelagert und das Kurbelgehäuse sowie der Zylinderkopf bestanden aus Gusseisen. Der zum ersten Mal 1959 im Ford Anglia verbaute ohv Kent-Motor besaß lediglich 1 l Hubraum, leistete aber 39 PS bei 5000 U/min, was damals recht hoch war. Das kurzhubige Bohrungs,- und Hubverhältnis (beim Anglia 80,96 mm Bohrung und 48,41 mm Hub) wurde auch bei den großvolumigeren Versionen des Kent-Motors aufrecht erhalten, die sich etwa im Consul Classic, Consul Capri oder im Cortina fanden, wobei die Bohrung von 80,98 mm stets gleich blieb und nur die Hübe je nach Hubraumgröße variierten.
Seinen Namen erhielt der Motor übrigens, weil Konstrukteur Alan Worters auf der gegenüberliegenden Flußseite vom englischen Ford-Werk Dagenham in der Grafschaft Kent lebte.
Verwendet wurden Kent-Motoren als Ausgangsbasis auch von Lotus.
Der abgebildete Ford Escort-Motor diente als Anschauungsobjekt
So wurde dieser voll funktionsfähige Motor ursprünglich bei der IAA in Frankfurt auf dem Ford-Stand als Ausstellungsobjekt genutzt. Danach gelangte er als Ausstellungsmodell in die Verkaufsräume von Ford in Köln und kam dann später ins Automuseum Melle.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: ohv Reihenvierzylindermotor Ford Kent Crossflow
Hubraum: 1098 ccm
B x H: 80,9 x 53,30 mm;
Verdichtung: 9:1
Vergaser: Ford-Vergaser
Leistung: 42 PS bei 5300 U/min (anfangs, später mehr PS)
Max. Drehmoment: 70 Nm bei 3000 U/min (anfangs, später höher)
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
Getriebe: Vierganggetriebe
Bauzeit: 1967-1980