Die Ischmasch-Werke im sowjetischen Ischewsk bauten nach einem Einzylindemodell auch ein Zweizylindermodell nach DKW-Vorbild
Nachdem die Fertigungsanlagen von DKW in Zschopau als Reparationsleistung samt einigen DKW-Konstrukteuren nach Ischewsk transportiert wurden, entstand dort nach dem Vorbild der DKW NZ 250/350 die Izh 350 und dann die weiter entwickelte Izh 49 mit 350 ccm Einzylinder-Zweitaktmotor. Die NZ-Baureihe von DKW war Ende 1937 unter dem Einfluß von Richard Küchen entwickelt worden und zeichnete sich durch hohe Zuverläßigkeit und ein glattflächiges Motorendesign aus. Die Motorgehäuseform aus Aluminium verwies auf Küchens Stromlinien-Stil. Der Einzylinder-Zweitaktmotor arbeitete mit der Schnürle-Umkehrspülung, für die DKW-Gründer Jorgen Skafte Rasmussen Anfang der 30er Jahre die Lizenz erworben hatte. Dank eines Primärantriebs über Kette lief der Motor, den DKW als Hochleistungstriebwerk bewarb, viel ruhiger als frühere DKW-Motoren. Der Rahmen der NZ 250 wie auch der NZ 350 bestand aus einem Pressstahlkastenrahmen. Auf diesem Modell baute auch die sowjetische Izh auf, die dann stets weiter entwickelt wurde. Erst die Izh 56 (Produktionsstart 1956) hatte sich deutlich von der ursprünglichen DKW-Konstruktion entfernt. Sie verfügte über ein komplett neues Fahrwerk samt Rohrrahmen mit doppeltem Unterzug, Telegabel und Federbeinschwinge.
Das 1961 in Serie gehende Zweizylindermodell Izh Jupiter basierte in Teilen auf der Izh 56
Das leistungsstärkere Zweizylindermodell war hauptsächlich für den Gespannbetrieb ausgelegt. Im Prinzip wurde bei der Jupiter der neue Zweizylinder-Zweitaktmotor in den Rahmen der Izh 56 gesetzt. Abgelöst wurde die Jupiter 1966 von der Jupiter 2, die mit 19 PS über etwas mehr Leistung verfügte. Von ihrer Vorgängerin unterschied sie sich auch durch ein feststehendes vorderes Schutzblech und einen in der Tankmitte platzierten Tankverschluß (die Jupiter hatte ihren oben links im Tank). Zu diesem Modell wurde der Beiwagen Sputnik 2 ausgeliefert.
Die dritte Version der Jupiter erschien 1970
Bei der Jupiter 3 hatte man die Motorleistung auf 25 PS erhöht, der Telegabel mehr Federweg spendiert und andere Dämpfer für die Hinterradschwinge verwendet. Das Fahrzeug war in der Lage, eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h zu erreichen. Anfangs wurde auch diese Version noch mit dem elegant abgerundeten Beiwagen Sputnik 2 ausgeliefert, der aber später vom eckig gestalteten Sputnik 3 abgelöst wurde. Die Zweizylinder-Jupiter wurde bis zur fünften Generation in den späten 80er Jahren weiterentwickelt. Insgesamt sind von allen Izh Einzylinder,- und Zweizylindermodellen circa 11 Millionen Exemplare entstanden.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Motor: Zweizylinder-Zweitaktmotor, luftgekühlt
Hubraum: 346 ccm
Leistung: 25 PS bei 4500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: ca. 120 km/h
Getriebe: Vierganggetriebe, Fußschaltung
Rahmen: Stahlrohrrahmen mit doppeltem Unterzug
Vorderradaufhängung: hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel
Hinterradaufhängung: Schwinge, hydraulisch gedämpfte Federbeine
Radstand: 1355 mm
Gewicht: 135 kg
Bauzeit: 1970-1975