Dieses sowjetische Turbinentriebwerk wurde 1983 für den Mehrzweckhubschrauber Mi-8 verwendet
Die Mi-8 ist ein vom 1948 gegründeten russischen Hubschrauberhersteller „Moskauer Hubschrauberfabrik M.L. Mil“ konstruierter Hubschrauber, der für den Transport von Personen und Gütern aber auch als Kampfhubschrauber eingesetzt wurde und in weiter entwickelten Versionen immer noch wird. Von 1990 bis 1994 wurde er auch von der deutschen Luftwaffe verwendet, das Nachfolgemodell Mi-8S war hier noch bis 1997 im Einsatz.
Die Mi-8 entstand in Vollmetall-Halbschalenbauweise mit Fünfblatt-Hauptrotor und zwei Gasturbinen-Triebwerken. Das Triebwerk des Typs TW2-117 A von 1983 verfügte über 1500 Wellen-PS und einer Drehzahl von 15000 U/min.
Es gibt einige Gemeinsamkeiten zwischen Otto-Motor und Turbinentriebwerk
Wie der Otto-Motor arbeitet auch das Gasturbinentriebwerk mit vier Arbeitstakten, dem Ansaugen, Komprimieren, Zünden und Verbrennen, sowie dem Ausstoßen. Im Flugzeugtriebwerk ist allerdings jedem Arbeitstakt ein eigenes Bauteil zugeordnet. Die Luft wird in einen sich verengenden Kanal eingesogen, in dem sich eine Reihe immer kleiner werdender Schaufelräder dreht. Die Schaufeln sind so geformt, dass sie die Luft ansaugen. Dabei wird die Luft bis auf den dreißigsten Teil ihres Volumens komprimiert. So wird aus 30 Kubikmetern Luft ein einziger Kubikmeter. Dieser Bauteil heißt Verdichter. Die komprimierte und dabei bereits stark aufgeheizte Luft gelangt in die Brennkammer, in der der Treibstoff (Kerosin) zugemischt wird. Wie in einer Ölheizung brennt hier eine Flamme, in der das kontinuierlich einströmende Luft-Kerosin-Gemisch abgebrannt wird. Die etwa 1800 °C heißen Verbrennungsgase verlassen die Brennkammer. Die Abgase passieren dabei eine Turbine und verlassen das Triebwerk über eine Düse. Die Turbine ist über eine Welle mit dem Verdichter am Eingang des Triebwerks verbunden. Dessen Schaufelräder drehen sich wie die Turbine, saugen Luft an und komprimieren sie. Die Luft strömt dann orkanartig in die Brennkammer. Einmal angeworfen und gut mit Treibstoff versorgt, hält sich ein Triebwerk somit selbst am Laufen. Es läuft kontinuierlich und daher viel ruhiger und gleichmäßiger als ein Otto-Motor. Beim Wellenleistungstriebwerk wird die Energie in Rotationsenergie umgewandelt und kann etwa einen Propeller oder, wie in unserem Fall, den Rotor eines Hubschraubers antreiben.
Fotos & Text: Marina Block
Technische Daten
Typ: TB2-117A
Baujahr: 1983
Hersteller: UdSSR
Wellen-PS: 1500
Drehzahl: 15000 U/min