Die Begeisterung für Autobusse gehört zu ihrem Leben. Bärbel Oberdiek aus Ellerbeck fuhr 30 Jahre lang hinter dem Volant eines Reisebusses die Touristikgebiete Europas an. Während dieser Zeit erwachte auch ihr Interesse an den Miniaturen dieser Spezies, so dass mittlerweile eine umfangreiche Sammlung von Autobusmodellen der unterschiedlichsten Hersteller zusammen gekommen ist
Schon als Kind war die angehende Busfahrerin von den Postbussen begeistert, die damals durch ihren Heimatort Schledehausen fuhren. Ihren Traum verwirklichte sie dann aber erst 1980, denn früher war dieser Berufswunsch für Mädchen eher unüblich und schwer zu realisieren. Als es dann soweit war, fuhr sie erst einmal einige Monate im Linienverkehr für ein Meller Busunternehmen bis sie dann zu größeren Fahrten in fast alle europäischen Länder aufbrach und Touristen etwa nach Frankreich, Spanien, Italien, Österreich oder auch die DDR brachte.
Ihre Sammelleidenschaft begann, nachdem sie von ihrem Mann nach einer ihrer ersten größeren Fahrten das erste Autobus-Modell geschenkt bekam
Dieser „Europ‘Cars“ erhielt natürlich einen besonderen Platz in der Sammlung. Seitdem brachte sie von jeder Fahrt ein Modell mit und auch heute noch in ihrem Ruhestand wächst die Sammlung. Mittlerweile dürften gut 300, wenn nicht sogar mehr, Modelle und andere, mit dem Thema Omnibus zusammenhängende Accessoires, wie etwa Blechschilde, Anstecknadeln, Kettenanhänger oder sogar eine Keksdose in Form eines englischen Doppeldecker-Busses zusammengekommen sein.
Ausgestellt sind Autobusmodelle in verschiedenen Maßstäben (von 1:24 über 1:43 bis 1:87) und von unterschiedlichen Herstellern. Die meisten sind möglichst originalgetreu nach einem Vorbild gefertigt, bei anderen wiederum war mehr Phantasie im Spiel
Autobusmodelle stellten und stellen sehr viele Modellbaufirmen her, so etwa Herpa, Rietze, AWM, Wiking, Corgi, Beka, Dickie oder Brekina um nur einige Hersteller zu nennen. Es gibt sie aus Kunststoff, Metall oder auch aus Holz, Einachser oder Zweiachser, mit oder ohne Fernsteuerung. Bärbel Oberdiek hatte sie anfangs nach Baumarken sortiert und Regale für Busse von Volvo, Mercedes-Benz, MAN, Neoplan, Ford und andere eingerichtet. Heute liegt der Fokus auf Themengebiete.
Einen Ehrenplatz nimmt ein Setra-Bus ein, der zu den Überlandbussen der Spitzenklasse zählte
Das ist der Lieblingsbus der Ellerbeckerin, denn für das Georgsmarienhütter Busunternehmen Rölke fuhr sie vierzehn Jahre lang so einen Setra-Bus, den sie in und auswendig kennt. Schließlich war sie mit so einem Setra 215 HDI 1000000 Kilometer unterwegs und zwar unfallfrei und mit ein und demselben Motor. Besondere Modelle sind auch ein MAN, der bereits 1904 als Linienbus eingesetzt wurde, ein rot-schwarzer Mercedes-Benz von 1949 mit chromblitzender Dachgepäckablage, Oberleitungsbusse, Cabriobusse, Arbeitsversorgungsbusse aus der DDR oder auch ein schneeweißer Meerschaumbus aus dem türkischen Pamukkale.
Fotos & Text: Marina Block