VW - Scirocco GTII (1991)

In den 70er Jahren erfolgte bei VW in Wolfsburg ein grundlegender Generationenwechsel vom luftgekühlten Hecktriebler zum wassergekühlten Fronttriebler. Der Golf, der ursprünglich Scirocco heißen sollte, ersetzte den Käfer und zum Nachfolger des VW Karmann Ghia wurde das vom italienischen Automobildesigner Giorgetto Giugiaro entwickelte, keilförmige VW-Sportcoupé Scirocco gekürt, das bei Karmann in Osnabrück gebaut wurde

Bereits 1973 hatte der vom Audi 80 abgeleitete Passat,- man bediente sich in Wolfsburg bei der Namensgebung nun an klangvollen Wüstenwinden-, in dieser Beziehung ein deutliches Startsignal gesetzt, auch wenn die Position des ersten frontgetriebenen VWs eigentlich die NSU-Entwicklung K70 beanspruchen müsste, die allerdings nur in verhältnismäßig geringen Stückzahlen gebaut wurde.

Technisch basierten Scirocco und Golf auf derselben Plattform

Sie besaßen Frontantrieb und eine selbsttragende Karosserie mit Heckklappe. Die vordere Einzelradaufhängung erfolgte an McPherson-Federbeinen und unteren Dreiecksquerlenkern samt zusätzlichem Querstabilisator. Hinten gab es eine Verbundlenkerachse mit gezogenen Längsschwingen, Federbeinen und Querstabilisator. Ausgestattet waren sie vorn mit Scheiben, und hinten mit Trommelbremsen. Der Vierzylinderreihenmotor mit zahnriemengetriebener, oben liegender Nockenwelle war vorne quer eingebaut. Ihn gab es mit verschiedenen Hubräumen und Leistungsklassen bis zum Scirocco GTI mit 1588 ccm Hubraum und 110 PS.

Als Nachfolger des Scirocco I wurde ab Frühjahr 1981 der Scirocco II angeboten, der eine von der VW-Designabteilung überarbeitete Karosserie sowie mehr Raum für Passagiere und Gepäck erhielt. Intern hieß er Typ 53B und wurde wie sein Vorgänger und das Jahre später hinzukommende Sportcoupé Corrado bei Karmann gebaut

Man hatte beim Scirocco II die eckigen Konturen seines Vorgängers deutlich abgemildert, seinen cw-Wert durch eine flachere Frontpartie und einen hoch angesetzten Heckabschluss samt Spoiler verbessert und auch das Innenraumdesign verändert. Auch den Scirocco II gab es mit unterschiedlich starker Motorisierung bis zu einer Leistung von 139 PS der 16 Ventil-Triebwerksversion. Eine der insgesamt 13 Modellvarianten war der von 1989 bis 1992 angebotene GTII, der die letzte Version des Scirocco II darstellte und sich durch eine gute Serienausstattung mit Stahlschiebedach, Servolenkung, höhenverstellbaren Sportsitzen, straffem Fahrwerk und Colorverglasung auszeichnete.

Der abgebildete Scirocco GT II wurde zeittypisch optisch getunt

So stattete man das 950 kg wiegende Sportcoupé mit 8 x 15“ BCM-LM-Räder (2mm Distanzscheiben hinten) aus. Außerdem besaß es einen Frontgrill im JE-Design, ein Gewindefahrwerk, Kamei-Scheinwerferblenden, weiße Blinker und Corrado-Sitze.

Fotos & Text: Marina Block

Technische Daten

Motor: ohc Reihenvierzylindermotor, 16 V

Hubraum: 1781 ccm

B x H: 81 mm x 86,4 mm

Leistung: 129 PS bei 6100 U/min

Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 9 sec.

Gemischaufbereitung: Einspritzung

Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h

Antriebsart: Frontantrieb

Getriebe: Fünfganggetriebe

Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie

Vorderradaufhängung: unabhängig, McPherson-Federbeine, untere Dreiecksquerlenker

Hinterradaufhängung: unabhängig, Verbundlenkerachse

Bremsen: hydraulische Zweikreisbremsen, vorn Scheiben, hinten Trommeln

Radstand: 2400 mm

L x B x H: 4050 mm x 1625 mm x 1310 mm

Gewicht: 950 kg

Verbrauch: 9l/100 km

Bauzeit: GTII von 1989-1992

Stückzahl: ca. 291500 Ex.-Sciroc

Bilder

Informationen:

MarkeVW
ModelScirocco GTII
Baujahr1991

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