Die Dampfwagen-Modellsammlung umfasst ein großes und vielfältiges Repertoire an Dampfwagen-Miniaturen der unterschiedlichsten Modellautohersteller
Ausgestellt ist eine faszinierende Vielfalt an Dampfwagen-Miniaturen von Brumm, Rio, Matchbox, Revell, Guisval, Rami oder auch Franklin Mint und etlichen anderen. Zu den abgebildeten Dampfwagenmodellen kam der Besitzer der Modelle über seine Faszination an der Dampftechnik und an Dampfmaschinen überhaupt. „Wie wichtig das Thema Dampf einst in der Geschichte und auch speziell in der Automobilgeschichte war, wird einem bewusst, wenn man etwa an die Kultivierung des Emslandes durch die Dampfmaschine denkt. Dampftechnik war damals ausgesprochen leistungsfähig und machte in der Automobilgeschichte dem Benzinmotor noch eine ganze Weile herbe Konkurrenz. So fuhr 1906 ein Stanley Steamer bei einem Rennen mit einer Geschwindigkeit von über 200 km/h den Weltrekord ein und mit Dampf betriebene LKWs wurden noch lange Zeit, ja sogar vereinzelt bis in die 80er Jahre für Schleppdienste in Häfen eingesetzt“.
Das Thema Dampf faszinierte ihn schon seit Ewigkeiten so sehr, dass er auch den Besuchern des Museums Dampfwagen nicht vorenthalten wollte, denn schließlich repräsentierten sie einen nicht unbedeutenden Teil unserer noch nicht allzu fernen Vergangenheit. Da kam es wie gerufen, dass ein holländischer Freund einen Stanley Steamer abzugeben hatte. Allerdings befand sich der Dampfwagen in ziemlich desolatem Zustand und es dauerte ganze fünf Jahre bis er restauriert und fahrbereit war. Seitdem gibt es am Automuseum Melle neben dem jährlich stattfindenden Schnauferltreffen für Fahrzeuge bis Baujahr 1918 auch ein internationales Dampfwagentreffen, das Dampfwagenbesitzer aus der ganzen Welt anspricht.
Da sich Dampfwagenbesitzer meist auch für Miniaturausgaben ihrer Modelle interessieren, gab es immer wieder jemanden, der ein schönes Modell entdeckt hatte und darüber informierte. So kam mit der Zeit eine sehr ansehnliche Dampfwagenmodell-Sammlung zusammen.
Ein besonders schönes und detailiert gearbeitetes Exemplar ist ein Franklin Mint-Modell einer Stanley Steamer-Sportversion
Es wird besonders in Ehren gehalten, nicht nur weil es ein Stanley Steamer ist, sondern auch weil es einst lange Jahre einem befreundeten Osnabrücker Oldtimerrestaurator gehörte und nach dessen Tod in die Miniatursammlung des Museums gelangte. Interessant sind auch die Modelle von R.A.M.I. by J.M.K. aus Frankreich und von Brumm aus Italien. Die französische Firma existiert seit 1969 nicht mehr. Im Jahr 1966 brachte sie das Modell Amadee Bollée „La Mancelle“ heraus, die Miniatur eines der ältesten Dampfwagen überhaupt. Einen groben Querschnitt durch die Vielfalt der Dampfwagenmodelle, die es einst gab, verdeutlichen die Modelle der Firma Brumm aus Italien. Eines dieser Modelle im Maßstab 1:43 ist besonders bemerkenswert. Beim Trevithick London Carriage, einem postkutschenähnlichen Gefährt handelt es sich um das wahrscheinlich erste dampfbetriebene und kommerziell genutzte Verkehrsmittel der Welt. Auf jeden Fall soll es nachgewiesenermaßen der erste Bus in London gewesen sein. Sogar frühe Varianten an Amphibienfahrzeugen, natürlich ebenfalls über Dampfdruck arbeitend, hatte Brumm en miniature nachgebildet, wie etwa den Anfibio di Evans aus dem Jahr 1801 mit großem Schaufelrad.
Aber auch Matchbox hat zum Thema Dampf eine Menge zu bieten. Ihre Miniaturen zu Dampfwagenherstellern wie Yorkshire, Atkinson, Garrett oder Foden decken ein breites Repertoire an dampfbetriebenen LKWs ab.
So vielfältig die Einsatzmöglichkeiten für Dampfmaschinen damals waren, so interessant und unterschiedlich war auch die angewendete Technik
Denn es gab wesentlich mehr Unterschiede als bei benzinbetriebenen Fahrzeugen. Hier fasziniert einerseits vor allem der White Dampfwagen wegen seiner durchdachten aber auch aufwändigen Technik und der Stanley wiederum vor allem wegen seiner Robustheit und ungeheuren Leistungsfähigkeit.
Fotos & Text: Marina Block